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Handball

ESV wird auf Herz und Nieren geprüft

Regensburgerinnen schicken Allensbach 31:26 besiegt auf die Heimreise. SG Mintraching verhindert mit 10:1-Lauf eine Pleite.
Von Gerd Winkler

Rechtsaußen Carina Vetter von Drittliga-Spitzenreiter ESV 1927 Regensburg hatte beim 31:26-Heimsieg gegen den SV Allensbach einen schweren Stand, weil wenig Anspiele, und blieb ohne eigenen Treffer. Foto: Andreas Nickl
Rechtsaußen Carina Vetter von Drittliga-Spitzenreiter ESV 1927 Regensburg hatte beim 31:26-Heimsieg gegen den SV Allensbach einen schweren Stand, weil wenig Anspiele, und blieb ohne eigenen Treffer. Foto: Andreas Nickl

Regensburg.Regensburg Das spielfreie Wochenende hat den Tatendrang der Handballfrauen von Drittliga-Spitzenreiter ESV 1927 Regensburg sichtbar befeuert. Nach dem 26:19-Arbeitssieg über den undankbar zu bespielenden Neuling ASV Dachau, war nun der Vorjahres-Vierte SV Allensbach ein anderes Kaliber an körperlicher Präsenz und Durchschlagskraft. Obwohl bei den Gästen Greta Rinkeviciute (Linksaußen) und Dovile Ilciukaite (Rückraum) mit dem litauischen Nationalteam unterwegs waren, wurden die Eisenbahner auf Herz und Nieren geprüft. Sehr zur Freude der Zuschauer in der Sporthalle Königswiesen, die nach kurzweiligen 60 Minuten einen 31:26 (19:13)-Sieg bejubeln durften. Der ESV scheint gerüstet – am Samstag geht es in den Landkreis Esslingen zum Tabellenzweiten TSV Wolfschlugen.

Allensbach stellte sich der geballten Rückraumpower des ESV ein, zwei Meter vor dem eigenen Kreis entgegen. Ein schwieriges Unterfangen, weil dafür am rechten Flügel Nicole Schiegerl (3., 6., 18., 30.) sowie am Kreis Sara Mustafic (9., 22.) und Julia Drachsler (29.) zum Zug kamen. Mit vielen Positionswechseln sorgten die Einheimischen für ständige Unruhe im Abwehrverband des SV. Oft konnten sich die Gäste nicht formieren, weil Regensburg bei Ballgewinn zügig vorne war. So fiel nicht ins Gewicht, dass einige Gegentore haltbar erschienen.

ESV-Sieg nie ernsthaft in Gefahr

Nach dem Wechsel steuerte der ESV bei 25:16 (42.) einem Kantersieg entgegen, vergass jedoch nun, die Außen ins Spiel miteinzubeziehen. Teils mehrere Angriffe am Stück kamen links (Isabell Toth) und rechts (Schiegerl, Carina Vetter) nicht mal in Ballbesitz. Bei 26:19 zog von Frankenberg eine Auszeit (44.), die verpuffte (27:24, 52.). Da Allensbach vor (8., 26.) und nach der Pause (34., 49., 55.) am Siebenmeterpunkt versemmelte, kam man nicht ernsthaft in Gefahr.

Abteilungsleiter Dieter Müller war vom Spiel angetan: „Technisch war das ziemlich hochwertig und die Schiedsrichter haben eine gesunde Härte laufenlassen“. Allensbach Coach Oliver Lebherz haderte dagegen nach der Partie : „In der Pause haben wir unsere Abwehr korrigiert, aber der Rückstand war zu groß, um den Gegner verunsichern zu können“. Über Regensburg urteilte Lebherz: „Wenn der ESV mit dieser Mannschaft nicht in die 2. Liga aufzusteigen, ist am Ende etwas schief gelaufen“.

Derweil hat in der Frauen-Bayernliga die SG Mintraching/Neutraubling einen 32:28 (16:16)-Heimsieg über den HSV Bergtheim eingefahren. Ohne die Leistungsträger Carina Marhöfer und Ramona Völkl-Simbeck sowie 20:25 zurückliegend (47.) schienen die Felle davonzuschwimmen. Mit einem 10:1-Lauf zum 30:26 (58.) gelang die Wende. „Vielleicht war sich der Gegner im Unterbewusstsein zu sicher, wir kennen das ja von uns. Aber meine Mädels haben sich nicht aufgegeben“, resümierte Trainer Wolfgang Völkl. Entscheidend war, dass Carina Sölch das Ruder an sich gerissen habe. Keine taktische Maßnahme, sondern der reine Willen habe für den Umschwung gesorgt.

In der Frauen-Landesliga ist Spitzenreiter ESV 1927 II bei Neuling HC Forchheim über ein 24:24 (10:12) nicht hinaus gekommen. 24:19 in Front (54.) gelang kein Tor mehr. Coach Daniel Kessler haderte mit „viel Pech bei den Pfostenwürfen in der ersten Halbzeit“. Hernach habe die Umstellung auf eine 5:1-Deckung gefruchtet, viele leichte Fehler hätten die Franken ins Spiel zurückgebracht. Unterdessen quittierte der SV Obertraubling im siebten Heimspiel die erste Pleite: Nach einer 11:8-Führung zur Pause nahmen die Gäste aus Marktsteft mit 20:18 die Punkte mit. Der Ausfall von Schlüsselspielerin Susi Adam ist für Trainerin Judith Pimpl nicht zu verkraften: „Gerade bei den engen Spielen fehlt uns ihre Übersicht, da sind wir einfach nicht stabil genug“. Pimpl räumte freimütig ein, dass das Ergebnis sehr schmeichle. Die Torfrauen Lisa Brossmann und Verena Semmler hätten „echt sensationell gehalten“.

Chams Kreisläufer Lucas Klima (hier gegen Michelfeld) erzielte bislang zehn Saisontore Foto: Tschannerl
Chams Kreisläufer Lucas Klima (hier gegen Michelfeld) erzielte bislang zehn Saisontore Foto: Tschannerl

Adler bezwingen Vorjahresvize

In der Männer-Bayernliga konnten die Adler der SG Regensburg am zehnten Spieltag durch das 30:28 (14:12) bei Vorjahresvize DJK Waldbüttelbrunn im sechsten Gastspiel den dritten Erfolg verbuchen. Für Torwarttrainer Matthias Elgeti war wichtig, dass Halbrechts Stephan Klenk sein Herz in beide Hände nahm und die Räume nutzte. Die Unterfranken hatten in der Abwehr den Fokus auf Halblinks Konstatin Singwald gelegt.

Landesliga-Tabellenführer ASV Cham hat sich trotz des 8:2-Startes (12.) gegen Neuling SV Michelfeld schwergetan, um am Ende mit 32:31 (15:11) im fünften Heimspiel die Zähler neun und zehn zu verbuchen. Übungsleiter Filip Turecek monierte nach dem Spiel die Abwehrarbeit: „Jeder hat sich nur auf seinen Gegenspieler konzentriert, anstatt dass wir uns gegenseitig helfen“. Michelfeld konnte sich per Kreisanspiel und im Eins-gegen-Eins oft durchsetzen.

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