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Fussball

Ingolstadt: Einstimmung in der Höhe

Die Aufsteiger bereiten sich auf die Bundesligasaison vor. Das Teamklima soll Qualitätsunterschiede zur Konkurrenz minimieren.
Von Michael Brehme, dpa

  • Ralph Hasenhüttl, Trainer des FC Ingolstadt 04, ist gebürtiger Österreicher. Zum Training reist er mit seinem Team ins Salzburger Land. Foto: dpa
  • Hier, im Schloss Mittersill, hat der FC Ingolstadt 04 sein Trainingslager bezogen. Foto: dpa

Mittersill.Das Trainingscamp des FC Ingolstadt gleicht einer mittelalterlichen Festung. Wer Aufstiegscoach Ralph Hasenhüttl und seine Profis bei ihrer Vorbereitung auf die großen Aufgaben in der Fußball-Bundesliga beobachten will, muss hoch hinaus. Auf dem malerischen Schloss Mittersill im Salzburger Land stimmt sich der oberbayerische Erstliga-Neuling auf seine neue Realität ein. Umgeben von den Tiroler Bergen können die Bundesliga-Neulinge um Kapitän Marvin Matip sogar schon ein bisschen Höhenluft schnuppern.

„Wir können hier komplett in Ruhe arbeiten, kein Mensch stört uns. Und von der Lage ist es wunderschön“, sagt Hasenhüttl, der als gebürtiger Österreicher quasi auf Heimatbesuch ist. Abgesehen vom noblen Trainingsambiente inklusive plätscherndem Brunnen auf einer groß ausgebauten Bergpanorama-Terrasse predigen die FCI-Offiziellen Bodenständigkeit. Bei seiner ambitionierten Mission Klassenverbleib setzt der Club mit dem kleinsten Bundesligaetat auf die bewährten Kräfte aus der Aufstiegssaison – und auf ein bewährtes Konzept.

Das Trainingscamp als einmaliges Erlebnis

Athletiktrainer Jörg Mikoleit, Trainer Ralph Hasenhüttl und Co-Trainer Michael Henke machen während des Trainingslagers eine Fahrradtour.
Athletiktrainer Jörg Mikoleit, Trainer Ralph Hasenhüttl und Co-Trainer Michael Henke machen während des Trainingslagers eine Fahrradtour. Foto: dpa

„Wir haben dieselben Spieler, wir brauchen nichts anderes machen“, sagt der Coach und fordert: „Wir müssen demütig und bescheiden bleiben.“ Seine knappe Freizeit in Mittersill nutzt er auch zu der einen oder anderen Radtour, nach meist zwei Trainingseinheiten täglich genießt Hasenhüttl die Atmosphäre auf der Schlossterrasse. „Wir essen abends draußen unter Sternenhimmel – das ist etwas, was man bisher so noch nicht hatte, das ist schon eine Topgeschichte.“

Bisher nur vier Sommer-Neuzugänge sind Ausdruck einer äußerst zurückhaltenden Transferpolitik. Geschuldet ist das natürlich auch der Tatsache, dass Hasenhüttl und Sportchef Thomas Linke die wenigsten Wunschkandidaten von einem Wechsel nach Ingolstadt überzeugen konnten. „Wir waren an einigen Top-Spielern der 2. Liga dran, aber fast alle haben sich für andere, attraktivere, wirtschaftlich stärkere Clubs entschieden“, sagt Hasenhüttl: „Es gibt in der Bundesliga attraktivere Vereine, als wir es sind.“

Überzeugt von dem, wie die Mannschaft spielt

In puncto Qualität werden die Ingolstädter mit den wenigsten Bundesligisten mithalten können, also steckt der Verein all seine Anstrengungen in ein gutes Teamklima. Linke lobt den „sensationellen Zusammenhalt in der Mannschaft“, den Hasenhüttl unbedingt beibehalten will. Nicht zuletzt, um bei einer möglichen Misserfolgsserie nicht ganz fix selber in die Schusslinie zu kommen. „Es ist wichtig, dass die Mannschaft von dem überzeugt ist, was sie spielt“, kommentiert der 47-Jährige. „Wenn du das Gefühl irgendwann hast, dass sie den Glauben daran verlieren, dann musst du ganz schnell einen anderen Weg suchen. Sonst werden sie dir irgendwann nicht mehr folgen.“

Verteidiger Benjamin Hübner, Schaltfigur Pascal Groß und Stratege Roger gelten als Pfeiler im FCI-Spiel. Aus dem Quartett der Neuerwerbungen erhoffen sich Hasenhüttl & Co. vor allem vom Ex-Paderborner Elias Kachunga einiges. Im Tor liefern sich Zugang Örjan Nyland und Ramazan Özcan momentan ein Duell auf Augenhöhe.

Klar ist schon vor dem ersten Bundesligaspiel am 15. August beim FSV Mainz 05, dass es nicht all zu viele Rückschläge wird geben dürfen, um das Saisonziel erfüllen zu können. „Um in der Liga zu bestehen, ist mir schon klar, dass unglaublich viel unglaublich gut funktionieren muss“, sagt Hasenhüttl. Der Test gegen Udinese Calcio am Samstag (18 Uhr) könnte zum ersten Gradmesser werden.

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