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Tennis

Federer triumphiert in Stuttgart

Seine Rückkehr an die Weltranglistenspitze hat der Tennis-Star mit einem Titel gekrönt. Jetzt muss Federer weiter gewinnen.
Von Kristina Puck, dpa

Hatte in Stuttgart doppelt Grund zur Freude: Roger Federer. Foto: Marijan Murat
Hatte in Stuttgart doppelt Grund zur Freude: Roger Federer. Foto: Marijan Murat

Stuttgart.Einen Tag nach seinem erneuten Sprung auf Weltranglistenplatz eins hat sich Roger Federer seinen 98. ATP-Titel gesichert. In Stuttgart stimmte sich der Tennis-Star erfolgreich auf Wimbledon ein. Um Nummer eins zu bleiben, muss der Schweizer weiter gewinnen.

Mit dem verdienten 6:4, 7:6 (7:3) gegen den früheren Wimbledonfinalisten Milos Raonic gelang dem Schweizer ein optimales Comeback nach seiner freiwillig gewählten Wettkampf-Pause. „Es ist ein wunderbares Gefühl, ich habe hart gekämpft. Wenn man es endlich schafft, ist die Freude umso größer“, sagte Federer bei Sky.

Kopf an Kopf-Rennen mit Nadal

Einen Tag nach seinem erneuten Sprung auf Platz eins endete seine erste Standort-Bestimmung nach seiner mehr als zweimonatigen Auszeit mit seinem insgesamt 98. ATP-Titel. Auch wenn der 36-Jährige zwei Wochen vor Wimbledon auch gegen Raonic noch nicht an seine Topform heranreichte - der Rasen-Liebhaber hat sich rechtzeitig vor seinem Saison-Höhepunkt in London eindrucksvoll zurückgemeldet.

„Es ist überraschend für mich, dass es schon wieder so gut geht“

Roger Federer, Tennis-Profi

In einem unterhaltsamen Endspiel gegen den nach Verletzungen auf Weltranglistenplatz 35 zurückgefallenen Kanadier reichte Federer im ersten Satz ein frühes Break, das er sich mit beeindruckenden Returns sicherte. Im zweiten Satz zwang ihn der aufschlagstarke Raonic in den Tiebreak, in dem Federer auch von einem Doppelfehler profitierte und der konstantere Spieler war.

„Es ist überraschend für mich, dass es schon wieder so gut geht“, hatte der 36-Jährige gesagt. Seine Strategie mit dem Turnier-Verzicht auf Sand scheint sich wieder auszuzahlen. Am Montag geht er in seine 310. Woche als Weltranglisten-Erster. Und die Nummer eins reizt Federer eben doch noch: „Das fühlt sich großartig an“, sagte er.

Roger Federer ist wieder zurück an der Weltspitze des Tennis. Foto: Marijan Murat
Roger Federer ist wieder zurück an der Weltspitze des Tennis. Foto: Marijan Murat

Allerdings muss der achtmalige Wimbledonsieger aufpassen, nicht nach nur einer Woche wieder hinter den spanischen Sandplatz-Dominator Rafael Nadal zurückfallen. Nur mit der erfolgreichen Titelverteidigung im westfälischen Halle behält der Rekord-Grand-Slam-Sieger seinen Status. Nur dann startet er als Branchenbester in Wimbledon, das am 2. Juli beginnt.

Die Familie geht vor Tennis

„Das ist das Nonplusultra auf der Tour. Wenn du der Beste bist, ist das ganz speziell“, hatte Federer am Samstag gesagt, als er mit goldenen Luftballons in Form von Einsen seine Rückkehr an die Spitze feierte. Es war eine gute Portion Drama beim entscheidenden 6:7 (2:7), 6:2, 7:6 (7:5) im Halbfinale gegen den Australier Nick Kyrgios dabei. Federer übertraf damit seine eigene Bestmarke als älteste Nummer eins der Profigeschichte, die er im Februar aufgestellt hatte. Erstmals seit über fünf Jahren war er da ganz nach oben geklettert.

Noch am Sonntag nach dem Endspiel wollte Federer zurück in die Schweiz fahren. Kurz heim zu seiner Frau Mirka, den Zwillings-Mädchen Charlene Riva und Myla Rose (9) und den Brüdern Leo und Lenny (4), ehe er in Halle weiter an seiner Form für Wimbledon feilen wird.

„Ich würde die Entscheidung immer für die Familie treffen und nicht fürs Tennis. Tennis habe ich genug gespielt“

Roger Federer, Tennis-Profi

Wie lange Federer überhaupt noch spielt, will er auch von seiner Familie abhängig machen. Konkret denkt der zweifache Zwillingsvater noch nicht ans Aufhören, er sieht sich noch nicht am Ende seines außergewöhnlichen Erfolgswegs. „Es ist nicht so, dass mein vier Jahre alter Sohn zu mir kommt und sagt, es reicht“, erklärte der Baseler. „Ich würde die Entscheidung immer für die Familie treffen und nicht fürs Tennis. Tennis habe ich genug gespielt.“

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