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Motorsport

Formel 1: Hamilton feiert, Vettel klagt

Der Brite holt in Abu Dhabi seinen 84. Sieg, der Deutsche beendet eine Saison voller Enttäuschungen auf dem fünften Platz.
Von Martin Moravec und Jens Marx

Lässt scih auch beim Großen Preis von Abu Dhabi nicht die Butter vom Brot nehmen: Lewis Hamilton siegt erneut souverän. Foto: Hassan Ammar/AP/dpa
Lässt scih auch beim Großen Preis von Abu Dhabi nicht die Butter vom Brot nehmen: Lewis Hamilton siegt erneut souverän. Foto: Hassan Ammar/AP/dpa

Abu Dhabi.Sebastian Vettel kämpfte auch nach dem Rennen vor der Glitzerkulisse von Abu Dhabi noch mit seiner Frustsaison. So schlecht im Formel-1-Klassement wie seit seinem letzten Red-Bull-Jahr nicht mehr, geschlagen vom zehn Jahre jüngeren Teamkollegen Charles Leclerc und weiter denn je vom großen Traum des ersten WM-Triumphs mit Ferrari entfernt.

„Es scheint, dass die Kleinigkeiten nicht unbedingt für uns und mich gelaufen sind“, sagte Vettel, kündigte aber fast im gleichen Atemzug und noch in seinem roten Rennoverall an: „Ich lasse mich nicht unterkriegen.“

Leclerc ist „sehr glücklich“

Der 32 Jahre alte Hesse musste einmal mehr einen verkorksten Auftritt erklären, während sich der triumphale Gewinner Lewis Hamilton, Max Verstappen von Red Bull auf Platz zwei und Vettels Stallrivale Leclerc auf dem Podium feiern lassen durften. Nach einer Boxenstopp-Panne und einem weiteren Strategiefehlgriff schaffte es Vettel nur auf Rang fünf. „Das Rennen war ein bisschen sinnbildlich für die Saison“, sagte Vettel. Er freue sich nun auf die Pause. Nicht zu schlagen war der sechsmalige Weltmeister Hamilton.

Sieger Lewis Hamilton (M.) wirft den Pokal zwischen Max Verstappen (l.) und Charles Leclerc in die Höhe. Foto: Luca Bruno/AP/dpa
Sieger Lewis Hamilton (M.) wirft den Pokal zwischen Max Verstappen (l.) und Charles Leclerc in die Höhe. Foto: Luca Bruno/AP/dpa

Mit einer Glanzvorstellung fuhr der Brite in seinem 250. Grand Prix zum 84. Karrieresieg. „Ich bin definitiv stolz, aber vor allem so dankbar für dieses großartige Team“, sagte Hamilton. Mit 413 WM-Punkten stellte der 34-Jährige auch noch einen weiteren Rekord auf. Der Mercedes-Superstar, um den sich im Emirat Spekulationen zu einem möglichen Wechsel 2021 zu Ferrari rankten, verwies den 22 Jahre alten Verstappen im Red Bull auf Platz zwei.

Hülkenberg absolvierte sein vorerst letztes Rennen

Dritter wurde der ebenfalls 22 Jahre alte Leclerc im zweiten Ferrari. „Ich bin sehr glücklich mit diesem Jahr. Jetzt liegt es an mir, besser zu werden und ihnen (Ferrari) zu geben, was sie verdienen.“ Wegen einer Untersuchung drohte dem Monegassen und auch Ferrari allerdings eine Strafe. Noch vor Vettel, der auch im WM-Klassement gerade mal Fünfter wurde, schaffte es der von ganz hinten gestartete Valtteri Bottas im zweiten Silberpfeil. Vettels Landsmann Nico Hülkenberg belegte in seinem 177. und vorerst letzten Formel-1-Rennen im Renault Rang zwölf.

Nach der sportlichen Pannen-Qualifikation von Ferrari – Vettel-Dreher und Taktik-Panne bei Leclerc – sorgte eine Mitteilung der Rennleitung kurz vor dem Start für weiteren Zündstoff. Der Grund: Ein „signifikanter“ Unterschied zwischen Teamangaben und tatsächlicher Benzinmenge im Wagen von Leclerc. Teamchef Mattia Binotto gab sich ahnungs- und sorglos. Doch noch bevor die roten Ampeln ausgeschaltet wurden, stand fest: Das Resultat könnte sich nachträglich noch mal ändern. Vorbei im Klassement konnte Vettel am WM-Vierten Leclerc aber nicht mehr kommen. Unbeeindruckt von der Benzin-Aufruhr kam Leclerc an Verstappen vorbei.

Lässt scih auch beim Großen Preis von Abu Dhabi nicht die Butter vom Brot nehmen: Lewis Hamilton siegt erneut souverän. Foto: Hassan Ammar/AP/dpa
Lässt scih auch beim Großen Preis von Abu Dhabi nicht die Butter vom Brot nehmen: Lewis Hamilton siegt erneut souverän. Foto: Hassan Ammar/AP/dpa

Dass es bei einem mickrigen Sieg für Vettel in diesem Jahr bleiben würde, war schnell klar. Vettel fuhr hinter Hamilton, Leclerc und Verstappen. Dabei war der 32-Jährige der einzige der Topfahrer, der mit der schnelleren Reifenmischung gestartet war. Nicht hilfreich war dabei, dass die Überholhilfe DRS, bei der der Heckflügel umgeklappt werden kann, wegen eines Defekts bei allen Fahrern bis zur 17. Runde nicht freigegeben war.

6,9 Sekunden an der Box

Und dann auch noch das: Vettel ließ sich direkt nach Leclerc neue Räder montieren. Beim Monegassen klappte es einwandfrei, bei Vettel dauerte es mit 6,9 Sekunden fast dreimal so lange, wie es eigentlich sollte. Vettel fiel zurück. An der Spitze fuhr Hamilton ein einsames Rennen, dahinter leisteten sich Verstappen und Leclerc einen kurzzeitig spannenden Zweikampf – mit besserem Ausgang für den Niederländer. Vettel mühte sich im gefühlten Niemandsland, bekam aber auch noch Druck von Alexander Albon, ehe das Ferrari-Duo erneut zum Doppelstopp die Box ansteuerte. Diesmal ging alles gut. Vettel konnte immerhin noch den vor ihn gerückten Albon einkassieren.

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