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French Open: Auch Kerber ist weiter

Mischa Zverev, Angelique Kerber, Andrea Petkovic und Maximilian Marterer schaffen es in die dritte Runde der French Open.
Von Robert Semmler, dpa

  • Angelique Kerber kämpft in ihrem Match gegen Ana Bogdan. Foto: afp/Eric Feferberg
  • Jan-Lennard Struff ist in Paris ausgeschieden. Foto: Angelika Warmuth

Paris.Die deutschen Tennis-Fans in Paris pilgerten von Sieger zu Sieger: Angeführt von Angelique Kerber ist schon vor dem Abschluss des fünften Turniertages ein Quartett Alexander Zverev in die dritte Runde der French Open gefolgt. Dabei sorgten Andrea Petkovic und der aufstrebende Maximilian Marterer für kaum erwartete Erfolge, zudem erreichte Zverevs älterer Bruder Mischa die letzten 32 – bei weitem sein bestes Abschneiden in Paris. Alexander Zverev hat schon an diesem Freitag gegen Damir Dzumhur aus Bosnien-Herzegowina die Chance auf seinen ersten Einzug in ein French-Open-Achtelfinale. Das Achtelfinale in Wimbledon ist bisher sein bestes Grand-Slam-Resultat.

Für die große Überraschung sorgte am Donnerstag Marterer, er bezwang Kanadas Jungstar Denis Shapovalov 5:7, 7:6 (7:4), 7:5, 6:4. Damit steht der 22-jährige Franke wie schon bei den Australian Open im Januar unter den letzten 32 und trifft dort am Samstag auf den Esten Jürgen Zopp. Petkovic bekommt es dann mit der Weltranglisten-Ersten Simona Halep aus Rumänien zu tun, Kerber trifft auf Kiki Bertens, gegen die Niederländerin verlor sie 2016 in der ersten Runde.

Marterer ist bewusst, dass ein Achtelfinale mit Rekordsieger Rafael Nadal möglich ist. „Ich weiß, dass ich relativ weit oben im Draw bin“, sagte er mit Blick auf die Auslosung. Zunächst warnte er vor dem Weltranglisten-136. Zopp, der als einer der sogenannten Lucky Loser nach verpasster Qualifikation nachträglich ins Hauptfeld rutschte. Der 30-Jährige habe zuletzt schon starke Ergebnisse gehabt.

Marterer überrascht

Nervös ist Marterer nicht angesichts der großen Chance, erstmals das Achtelfinale eines Grand-Slam-Turniers zu erreichen. „Genau darum geht’s“, sagte der eher schüchtern daherkommende Aufsteiger. Gegen Shapovalov bewies der von Davis-Cup-Teamchef Michael Kohlmann betreute Marterer zuvor aber keine Scheu und biss sich in der Stierkampfarena durch - an gleicher Stelle hatte Alexander Zverev am Mittwoch noch einen 1:2-Satzrückstand gegen Serben Dusan Lajovic gedreht.

Maximilian Marterer hat bei den French Open die dritte Runde erreicht. Foto: Thibault Camus/AP
Maximilian Marterer hat bei den French Open die dritte Runde erreicht. Foto: Thibault Camus/AP

In dem Linkshänder-Duell mit mächtigen Grundschlägen von beiden war der 19-jährige Shapovalov anfangs in den wichtigen Momenten einen Tick besser. Marterer verlor den ersten Satz, nachdem ihm beim Stand von 5:6 zwei Doppelfehler unterliefen. Direkt danach gab er wieder seinen Aufschlag ab und lag im zweiten Durchgang 0:3 zurück. „Es war kurz davor, dass mir das Match schnell wegläuft“, räumte er ein. Dann schlug Marterer meist stark auf und returnierte besser, während Shapovalov nun mehr Fehler machte. Nach 3:11 Stunden egalisierte der immer stärker werdende Marterer sein bestes Grand-Slam-Resultat.

Auch Petkovic überzeugt

Kerber überzeugte beim 6:2, 6:3 gegen die Rumänin Ana Bogdan und versprühte wieder Freude auf dem Platz. Petkovic gewann 6:0, 7:6 (7:5) gegen die Amerikanerin Bethanie Mattek-Sands und steht erstmals seit drei Jahren im Stade Roland Garros wieder unter den letzten 32. Freudestrahlend warf die 30-jährige Darmstädterin, die in der Weltrangliste nur noch die Nummer 107 ist, nach dem Matchball auf Platz 8 beide Arme in die Luft. Danach verteilte sie fleißig Autogramme an die zahlreichen deutschen Fans. Vor dem Duell mit Halep, der sie 2014 in Paris im Halbfinale unterlag, ist Petkovic trotz ihrer 1:6-Bilanz nicht bange, weil es oft knapp war. „Ich will nicht auf dem Platz stehen und Vogelfutter sein“, sagte die Hessin.

Andrea Petkovic kämpft sich weiter durch. Foto: Michel Euler/AP/dpa
Andrea Petkovic kämpft sich weiter durch. Foto: Michel Euler/AP/dpa

Nebenan auf Platz 9 steckte Mischa Zverev auch drei nacheinander vergebene Satzbälle im zweiten Satz weg und besiegte Sergej Stachowski aus der Ukraine 6:3, 6:7 (0:7), 7:6 (7:2), 6:1.

Jan-Lennard Struff verpasste den erstmaligen Einzug in die dritte Runde eines Grand-Slam-Turniers dagegen trotz starken Starts und unterlag dem Amerikaner Steve Johnson 6:4, 6:7 (5:7), 2:6, 2:6. „Den zweiten Satz muss ich gewinnen, und dann ist gut. Ich habe dann gleich ein Break gekriegt und ein bisschen das Vertrauen verloren“, sagte Struff nach dem vermeidbaren Aus.

Del Potro folgt Nadal in dritte Runde

Der Olympia-Zweite Juan Martin del Potro steht wie auch der spanische Titelverteidiger Rafael Nadal in der dritten Runde. Der einstige US-Open-Sieger aus Argentinien gewann am Donnerstag 6:4, 6:3, 6:2 gegen den Franzosen Julien Benneteau. Der zehnmalige Paris-Champion Nadal hatte zuvor keine Probleme mit dem Argentinier Guido Pella und gewann 6:2, 6:1, 6:1. Zum Auftakt des fünften Turniertages war der an Nummer drei gesetzte Kroate Marin Cilic gegen den polnischen Außenseiter Hubert Hurkacz mit 6:2, 6:2, 6:7 (3:7), 7:5 weitergekommen.

Bei den Damen zog die Weltranglisten-Erste Simona Halep aus Rumänien problemlos in die Runde der letzten 32 ein. Die zweimalige French-Open-Finalistin gewann 6:3, 6:1 gegen Taylor Townsend aus den USA und trifft am Samstag auf die Darmstädterin Andrea Petkovic. Ex-Siegerin Garbiñe Muguruza aus Spanien schlug die Französin Fiona Ferro 6:4, 6:3. Ferro ist als Nummer 257 der Welt nur dank einer Wildcard dabei und hatte zum Auftakt die Hamburgerin Carina Witthöft ausgeschaltet. Die zweimalige Titelträgerin Maria Scharapowa aus Russland kam mit 7:5, 6:4 gegen Donna Vekic aus Kroatien weiter. Nächste Kontrahentin ist die ehemalige Weltranglisten-Erste Karolina Pliskova aus Tschechien.

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