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Judo

Gegner war mehr als eine Gurkentruppe

Spremberg leistete Rekordmeister Abensberg im Viertelfinal-Rückkampf tapfer Widerstand und sorgt für Unterhaltung.
Von Dieter Krelle, MZ

Dominik Gerzer war der einzige Abensberger, der sich im ersten Durchgang gegen Spremberg verlor.Foto: Alois Steffl
Dominik Gerzer war der einzige Abensberger, der sich im ersten Durchgang gegen Spremberg verlor.Foto: Alois Steffl

Abensberg.Der Einzug in die Bundesliga-Endrunde war für den deutschen Judo-Rekordmeister nur noch Formsache. Doch der im Hinkampf noch 3:11 unterlegene KSV Asahi Spremberg sorgte mit seinen Fans und großem Kampfgeist für tolle Stimmung in der recht gut gefüllten Josef Stanglmeier-Halle, in der der TSV Abensberg beim 9:5 (78:38) einige Mühe mit dem richtig aufmüpfigen Gast aus der Lausitz hatte. „Gurkengruppe gegen Rekordmeister“ – was selbstironisch auf den Fan-Shirts prangte, traf keinesfalls zu.

„Sie haben uns richtig gefordert“, fand Cheftrainer Jürgen Öchsner, dass das genau der richtige Rahmen für den möglichweise letzten Abensberger Auftritt der um den Verein überaus verdienten Robert Dumke, Sven Maresch und Christopher Völk war – so nicht das Endturnier, in dem der amtierende Meister Hamburger JT am 4. November der Halbfinal-Gegner sein wird, noch nach Niederbayern vergeben wird.

Scheibel bestätigt seine Topform

Die Gäste aus der Lausitz brachten sympathisch stimmungsvolle Unterstützung ein und ernteten viel Lob von TSV-Teammanager Fabian Seidlmeier für den überaus herzlichen Empfang beim Hinkampf, für den sich die Abensberger stilgerecht mit Bier-Präsentpaketen beim höchst freundschaftlichen gemeinsamen Feiern auf der Matte bedankten. Das war echter Sportsgeist nach einem intensiven Kampf , in dem es bis zur Halbzeit kein Pardon der Mannen von Jürgen Öchsner gab, der gleich den Auftakterfolg von Manuel Scheibel beklatschen konnte. Der 66 Kilogramm-Athlet bestätigte seine Topform vom Grand Prix in Zagreb gegen den sich verbissen wehrenden Lukas Gerlach, den er mit Festhaltegriff über die Kampfzeit hinaus besiegte. Wenig Federlesens machte danach der leicht verletzte Beka Gvinashvili (90 kg) mit dem nach 57 Sekunden per Hüftwurf abfliegenden Danni Tempel. Genau die gleiche siegbringende Technik brachte Marc Odenthal (100 kg) gegen den mit einer Kontertechnik führenden Vladislav Gavrilov (2:11).

Der wieder in 73-Kilogramm-Kategorie kämpfende Sebastian Seidl packte seine Festhalte-Spezialtechnik nach 2:06 gegen Max Henke aus und Zebeda Rekhviashvili (81 kg) fegte Emil Kosjanik nach 52 Sekunden mit einem eingesprungenen Armhebel von der Matte. Auf der feierte danach Daniel Scheller im Golden Score nach 5:54 Minuten gegen Pascal Meyer seinen ersten Bundesliga-Sieg. Nur Dominik Gerzer (+100 kg) musste sich mit 0:2 Verwarnungen im Golden Score gegen Sebastian Bähr geschlagen geben.

Der zweite Anzug zwickte noch

Den klaren 6:1-Vorsprung nutzte der TSV-Trainer dann, um Nachwuchskämpfern eine Chance zu geben. Der zweite Anzug passte noch nicht richtig. Fabian Ennerst (66 kg) unterlag Gerlach im Golden Score, der in der 100 kg-Kategorie startende Markus Tuscher war gegen den deutlich schwereren DM-Zweiten Dominic Schönfeldt chancenlos und Scheller „verendete“ nach 29 Sekunden im Würgegriff von Maximilian Zimmermann. Stinksauer über die unsaubere Kampfweise seines Schwergewichts-Gegners Stefan Nieseke war Robert Dumke nach seiner Disqualifikation im Golden Score. Über TSV-Siege durften sich nach der Pause nur der in die 90-kg-Klasse hochgerückte Rekhviashvili nach seinem perfekten Schulterwurf im Golden Score gegen Marc Natho, Sven Maresch (81 kg) nach seinem Festhalte-Sieg gegen Johannes Kruse und Christopher Völk freuen, der Oleg Ilts mit drei Wazaari-Wertungen sicher beherrschte.

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