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Tennis

Gutes Gefühl bei Görges und Kerber

Im Fed-Cup-Halbfinale gegen Tschechien wollen die Deutschen den ersten Finaleinzug seit vier Jahren perfekt machen.
Von Kristina Puck, dpa

„Wir glauben an uns“: Julia Görges und Angelique Kerber fordern die Tschechinnen, Seriensieger der vergangenen Jahre. Foto: Frank Molter/dpa

Stuttgart.Als Angelique Kerber und Julia Görges lächelnd aus dem Paternosteraufzug stiegen, waren sie sich der außergewöhnlichen Bedeutung und Chance bewusst. Das stärkste deutsche Tennis-Duo seit Steffi Graf und Anke Huber soll die Fed-Cup-Auswahl im ersten Halbfinal-Heimspiel seit 1994 ins Endspiel führen und mit einem Sieg gegen Tschechien die Titelchance wahren. „Wann gab es das zum letzten Mal – vor über 20 Jahren. Es wird schwierig. Wenn wir das geschafft haben, gehen unsere Gedanken ans Finale. Natürlich glauben wir an uns“, sagte die zweimalige Grand-Slam-Siegerin Kerber nach der Auslosung im Großen Sitzungssaal im dritten Stock des Stuttgarter Rathauses.

Im erwartbar hochklassigen Duell mit dem Seriensieger der vergangenen Jahre ist die Regensburgerin und momentane deutsche Nummer eins Görges am Samstag (12 Uhr/DAZN) zunächst gegen die zweimalige Wimbledonsiegerin Petra Kvitova gefordert. Anschließend lastet der Druck auf der noch immer „gefühlten Nummer eins“ Kerber (Frauen-Chefin Barbara Rittner) gegen ihre US-Open-Finalgegnerin von 2016, Karolina Pliskova.

„In hervorragender Verfassung“

Die beiden Stars des Teams sollen es richten, nachdem sie beim Erstrunden-Coup in Weißrussland ausgesetzt hatten und sie ihre Chance einem deutschen Außenseiterteam verdanken. „Es sind beide aus meiner Sicht in hervorragender Verfassung. Ich bin sehr guter Dinge, dass wir das sehr gut hinkriegen“, sagt Teamchef Jens Gerlach vor dem ersten Heimspiel unter seiner Verantwortung. „Ich gehe mit einem guten Bauchgefühl in das Wochenende.“

Ein spezieller Moment

Am Morgen vor der Auslosung absolvierten die deutschen Protagonistinnen eine letzte Trainingseinheit. Seit Jahren sind Kerber und Görges die verlässlichen Größen ihrer Generation, ihre langjährigen Weggefährtinnen Sabine Lisicki und Andrea Petkovic sind in den Tiefen der Weltrangliste abgetaucht. Im Fed Cup treibt Kerber und Görges die Sehnsucht nach dem ersten deutschen Titel seit 1992 mit Graf und Huber an. Und natürlich wissen sie, dass sie auch im Endspiel am 10. und 11. November gegen die USA oder Frankreich Heimrecht hätten und der Vorteil dann erneut bei ihnen läge.

Das Duell gegen Tschechien

  • Titel in Serie:

    Tschechien prägt seit 2011 mit fünf Titeln den wichtigsten Nationen-Wettbewerb und gewann zwischen 2014 und 2016 dreimal in Serie.

  • Mutmacher:

    Die Bilanz von Kerber mit 7:3-Siegen gegen Pliskova kann als Mutmacher für den Auftakt gelten, Görges allerdings verlor von fünf Partien gegen Kvitova vier. (dpa)

Als Görges Anfang Februar als Zehnte erstmals in die Top Ten der Weltrangliste vorstieß, war auch das ein spezieller Moment fürs deutsche Damen-Tennis. Erstmals seit September 1997 mit Graf und Huber standen zwei deutsche Spielerinnen unter den besten Zehn. Doch dieses Ranking verdeutlicht jetzt, wie schwer die Aufgabe wird: Die aktuelle Nummer elf der WTA (Görges) und zwölf (Kerber) kämpfen gegen die Sechs (Pliskova) und Zehn (Kvitova). Vor vier Jahren blieb Deutschland mit Kerber und im Doppel mit Görges im Finale von Prag chancenlos. „Wir haben viel dazugelernt. Ich glaube, dass uns das Finale so viel Erfahrung gegeben hat, dass wir sehr viel reifer gegen die Tschechinnen antreten können“, sagt Kerber.

Lesen Sie außerdem: Kerber ist die Anführerin im Fed Cup

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