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Montag, 24. September 2018 15° 2

Remis

Hoffenheims Zuber rettet Schweiz das 1:1

Brasilien reicht Führung durch Philippe Coutinho nicht zum Sieg gegen die Eidgenossen, auch weil Neymar wenig Akzente setzte.
Von Eric Dobias und

Neymar (li.) kam mit Brasilien zum WM-Auftakt nicht über ein 1:1 gegen die Schweiz – rechts Stephan Lichtsteiner – hinaus. Foto: Joe Klamar/AFP
Neymar (li.) kam mit Brasilien zum WM-Auftakt nicht über ein 1:1 gegen die Schweiz – rechts Stephan Lichtsteiner – hinaus. Foto: Joe Klamar/AFP

Rostow am Don. Rostow am Don. Superstar Neymar nahm einen tiefen Schluck aus der Wasserflasche, dann trottete er enttäuscht vom Feld. Der teuerste Fußballer der Welt hat zum WM-Start noch nicht den erwarteten Glanz verbreitet und Rekord-Champion Brasilien beim mageren 1:1 (1:0) gegen die Schweiz nicht zum erhofften Sieg führen können. Auch ein Traumtor von Philippe Coutinho in der 20. Minute reichte der Seleção am Sonntagabend vor 43 109 Zuschauern in Rostow am Don nicht für einen erfolgreichen Auftakt bei der Jagd nach dem sechsten WM-Triumph. Steven Zuber vom Bundesligisten 1899 Hoffenheim sorgte mit seinem Ausgleichstor in der 50. Minute für lange Gesichter beim Favoriten.

„So ist eine WM. Auftaktspiele sind immer schwierig, leider haben wir den Sieg nicht eingefahren. Jetzt müssen wir uns auf die nächsten beiden Spiele konzentrieren“, sagte Coutinho.

Der fünfmalige Weltmeister, der bei einer Endrunde seit 20 Jahren kein Vorrundenspiel verloren hat, konnte seine derzeit bestmögliche Formation aufbieten. Neymar, der nach seinem Mittelfußbruch erst vor zwei Wochen sein Comeback feiern konnte und sehr verhalten agierte, fieberte seinem 86. Länderspiel sehnsüchtig entgegen und verkündete vor dem Anpfiff via Instagram: „Der große Tag ist gekommen. Ich habe viele Rückschläge weggesteckt und bin sehr dankbar, jetzt hier zu sein.“

Erfahrung aus der Bundesliga

Mit Willian, Coutinho und Gabriel Jesus bildete der 26-Jährige die Offensivreihe der Südamerikaner, die sich durch Paulinho die erste Chance erarbeiteten, doch der Brasilianer scheiterte an Torhüter Yann Sommer. Der Torhüter von Borussia Mönchengladbach ist einer von neun Schweizer Startelfspielern, die aktuelle oder ehemalige Bundesligaspieler sind. Lediglich Blerim Dzemaili, der schon in der 3. Minute eine Tormöglichkeit für den Außenseiter hatte, und Kapitän Stephan Lichtsteiner waren nie in der deutschen Liga aktiv.

Die Brasilianer zeigten zu Beginn ihre Klasse und kamen durch einen sehenswerten 18-Meter-Schuss von Coutinho zu frühen 1:0-Führung, die von den zahlreichen brasilianischen Fans in der vollen Rostow Arena ausgiebig bejubelt wurde. Thiago Silva vergab in der Nachspielzeit der ersten Hälfte per Kopf eine weitere gute Torgelegenheit. Neymar konnte allerdings kaum Akzente setzen und war offensichtlich nicht im Vollbesitz seiner Kräfte.

Ausgleich nach Shaqiri-Eckball

Die sehr rustikalen Schweizer hatten der hohen Spielkunst des Titelfavoriten wenig entgegenzusetzen, konnten aber gute Werte bei Ballbesitz und Passquote vorweisen. Der Ausgleich fiel dennoch überraschend und nach einer Standardsituation. Einen Eckball des ehemaligen Bayern-Spielers Xherdan Shaqiri konnte Hoffenheims Zuber mit dem Kopf zum 1:1 verwandeln. „Wir haben es wirklich gut gemacht. Generell ließen uns die Brasilianer nicht viel Zeit zum durchschnaufen. Die Reife einer Mannschaft zeigt sich aber auch darin, dass sie das wegstecken kann und diese kritische Phase überwindet“, meinte Sommer.

Brasilien suchte in der Schlussphase die Entscheidung, zeigte sich aber im Abschluss nicht konsequent genug. Neymar und Roberto Firmino scheiterten am guten Schweizer Torhüter. Und so mussten sich die Südamerikaner wie die anderen Titelfavoriten des Turniers am Ende mit einem bescheidenen Auftaktspiel begnügen und ihr Trainer Tite Recht behalten, der vor dem WM-Auftaktspiel des Rekord-Weltmeisters gegen die Schweiz vor zu hohen Erwartungen an Superstar Neymar gewarnt hatte. „Neymar ist noch nicht wieder zu 100 Prozent fit“, sagte der 57-Jährige. „Physisch ist er gut dabei. Seine Sprintfähigkeit ist sensationell, die hat er nicht eingebüßt“, sagte Tite.

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