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CROSS-EM

International immer voll da: Wieder eine Harrer-Medaille

Regensburger Olympia-Hoffnung gewinnt mehr mit dem Kopf als mit den Beinen Einzel-Bronze und Team-Silber. Telis-Zugang Jana Soethout hilft mit.
Von Claus-Dieter wotruba, MZ

Wieder lief Corinna Harrer zu einer internationalen Medaille und wieder lief ihr keine Deutsche davon. Foto: John

VELENJE/SLOWENIEN. Corinna Harrer hüpfte im Zielraum wie ein Gummiball. Wann und wo immer die fast 21-jährige Läuferin der LG Telis Finanz Regensburg international im Einsatz ist, überzeugte sie. Nach den EM-Medaillen der U20 und U23 in Silber und Bronze holte die Allrounderin mit dem großen Ziel „Olympia 2012 London“ im slowenischen Velenje ihre erste Cross-Einzelmedaille. Nach 6000 Metern und 20:03 Minuten war es nach einem beherzten Endspurt Bronze hinter den Britinnen Emma Pallant (19:57) und Naomi Taschimowitz (20:02), aber vor der mit Harrer zeitgleichen Favoritin Stephanie Twell.

„Das ist das Größte, das hätte ich nie erwartet“, war Corinna Harrer noch tags darauf und zurück in Regensburg fassungslos. „Eine Medaille mit der Mannschaft ja, aber nicht im Einzel.“ Auch Trainer Kurt Ring war restlos zufrieden: „Sie ist bei wichtigen Wettkämpfen eben immer da. Das war einer ihrer besten Wettkämpfe. Sie ist europäische Spitze ihrer Altersklasse. Und die Hymne für die Siegerin hören wir irgendwann schon noch. Da ist die Cross-Hymne eh nicht die richtige.“

Für Corinna Harrer war es ein gelungener Abschluss eines ersten Teils des Weges nach London, der erst im Januar mit einem zehntägigen Trainingslager ab 2. Januar in Portugal so richtig eingeläutet wird. „Das ist ein schöner Jahresabschluss.“ Die Vorzeichen für Velenje fand Harrer aber nicht ideal. Ein Schnupfen verabschiedete sich erst am Tag vor dem Wettkampf. „Das machte mich ein bissl unsicher.“ Völlig umsonst: In Darmstadt lag Harrer noch über eine halbe Minute hinter ihrer Konkurrentin Anna Hahner, international aber erwies sich die Regensburgerin wieder durchschlagskräftiger und hielt die nationale Konkurrenz knapp hinter sich.

Übrigens mit einem völlig neuen Gefühl: „Ich wollte einmal ein Rennen machen, bei dem ich hundert Prozent das gezeigt habe, was ich konnte. Das war diesmal zum ersten Mal der Fall. Ich war muskulär total platt“, berichtet Corinna Harrer vom Rennverlauf und dem Moment, in dem sie ihre Medaillenchance erkannte. „200 Meter vor dem Ziel habe ich gesehen, dass die Twell steht. Da hat der Kopf gemerkt, dass ich eine Medaille holen kann – obwohl mich die Füße eigentlich nicht mehr getragen haben.“

Dass die U-23-Mannschaft das durchaus erwartete Edelmetall auch holte, war auch einer künftigen Regensburgerin geschuldet. Die Noch-Kölnerin Jana Soethout war nach dem kurzfristigen Ausfall von Jana Sussmann urplötzlich von der Lückenfüllerin zur vierten deutschen Läuferin für die Punktewertung aufgestiegen. „Dementsprechend nervös war sie“, sagt Kurt Ring. Doch auf Platz 21 (21:00) überzeugte Soethout voll und ging bestens mit der überraschenden Verantwortung für die Mannschaft um. Es folgte eine laut Harrer „bissl längere Nacht“. Es wird nicht der letzte Grund zum Feiern gewesen sein.

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