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Futsal-DM

Jahn-Futsaler fühlen sich bestohlen

Der deutsche Meister scheidet mit einem 1:4 gegen Sennestadt aus dem Titelrennen aus – und hadert mit den Schiedsrichtern.
Von Claus-Dieter Wotruba

Lucas Kruel hatte viel mit den Schiedsrichtern zu besprechen. Foto: Brüssel
Lucas Kruel hatte viel mit den Schiedsrichtern zu besprechen. Foto: Brüssel

Regensburg.Auf der einen Spielfeldhälfte hüpften die Spieler des MCH FC Sennestadt wie die Gummibälle und feierten mit Gesängen und Tänzen, wie das Sieger üblicherweise tun – besonders, wenn ihnen Großes gelungen ist. Und es war etwas Großes: Denn auf der anderen Seite stand schließlich der deutsche Futsalmeister – und die Spieler des SSV Jahn 1889 hatten Tränen in den Augen. Rund 250 Zuschauer sahen, wie der zuhause in der Nord-Halle zwar zur Pause noch mit 1:0 führte, aber letztlich durch das 4:1 des Teams aus dem Bielefelder Ortsteil entthront wurde. Statt einer Neuauflage des vorjährigen Finales gegen Hohenstein-Ernstthal am 7. April ereilte den SSV Jahn 1889 das Aus.

Kommentar

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Wenn ein Verein in zwei Jahren alle hinter sich lässt und sich zum deutschen Meister aufschwingt, gefällt das nicht allen, selbst in einem (Noch-)Randsport...

Es war viel Emotion im Spiel – und für die allermeiste Aufregung sorgte, dass das Duell zweier starker und gleichwertiger Mannschaften nicht von einer feinen Einzelleistung entschieden wurde, sondern maßgeblich jener Partei auf dem Feld, die das nicht tun sollte. An den Entscheidungen des Schiedsrichter-Trios mit Christian Gundler, Jacob Pawlowski und David Gonzalez entzündete sich jede Menge Kritik – vor allem in den Schlussminuten mit einer Serie an strittigen Szenen gegen die Gastgeber. .

Rückschlag vor dem Anpfiff

Lange boten beide Teams einen so interessanten wie intensiven Vergleich. Das Team des SSV Jahn 1889 hatte schon vor dem Anpfiff einen Rückschlag zu verkraften. Eine Patellasehnenreizung zwang Alex Günter beim Aufwärmen zur Einsicht, dass nichts ging. In Ermangelung von einer vergleichbaren Offensivkraft überließen 1889-Spielertrainer Lucas Kruel und Co. dem Gegner ein deutliches optisches Übergewicht – und gingen doch in Führung. Kruel selbst setzte das Zeichen, eroberte unwiderstehlich den Ball, zog genauso unwiderstehlich los und hatte Glück, dass sein Versuch unhaltbar abgefälscht den Weg in die Maschen fand. Nach 16:02 Minuten sah alles gut aus.

Überzahltor als Knackpunkt

Einen Vorbericht zum Spiel gegen Sennestadt finden Sie hier.

Die Führung hielt lange, bis zum Gewaltschuss von Ibrahim Kalemci nach 31:36 Minuten. Im nächsten Angriff hatte der überragende Alberto Rodriguez Fernandez, ein ehemaliger spanischer Zweitligakicker und noch neu beim SSV Jahn 1889, das 2:1 auf dem Fuß und stand 43 Sekunden nach dem 1:1 endgültig im Blickpunkt, als ihn die Schiedsrichter mit Gelb-Rot vom Platz schickten. „Ich habe im ganzen Spiel zwei Fouls gemacht“, wunderte sich der Spanier. Die aus dem Platzverweis resultierende Überzahl nutzte Sennestadt nach 71 Sekunden: Es war ein Mann namens Cleverson, Sennestadts Brasilianer und ehemaliger Profikollege von 1889-Spieler Andre Peres in Polen, der zum 2:1 traf (33:30).

Erst hatte der überragende Alberto Rodriguez Fernandez das 2:1 auf dem Fuß. Sekunden später wurde die Gelb-Rote Karte gegen den Spanier zum Knackpunkt beim Aus des deutschen Meisters SSV Jahn 1889. Foto: Brüssel
Erst hatte der überragende Alberto Rodriguez Fernandez das 2:1 auf dem Fuß. Sekunden später wurde die Gelb-Rote Karte gegen den Spanier zum Knackpunkt beim Aus des deutschen Meisters SSV Jahn 1889. Foto: Brüssel

Was folgte, war eine mit Roter Karte bestrafte Attacke gegen den Schiedsrichter von 1889-Ersatzkeeper Kia Börtecene. Der SSV Jahn 1889 versuchte auf dem Feld kühlen Kopf zu bewahren, agierte mit fliegendem Torwart, konnte das Blatt aber nicht mehr wenden: 68 bzw. 19 Sekunden vor dem Ende trafen Muhammet Sözer und Hakan Erdem ins Regensburger Herz.

Die Schiedsrichter-Leistung sahen die Regensburger nur als Ende einer Kette an Knüppeln, die ihnen seit dem Titelgewinn zwischen die Beine geworfen worden waren. „Es war offensichtlich, dass uns die Schiedsrichter dieses Spiel gestohlen haben“, ließ Spielertrainer Lucas Kruel in einem Instagramm seiner Enttäuschung freien Lauf. „Ich kam nach Deutschland, um Futsal hier zu verbessern. Wenn nichts passiert, muss ich mir wirklich überlegen, ob ich zurückkomme, um hier zu spielen.“

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