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Jahn: Nun soll Ersatz für Ziereis her

Der einstige Torjäger der Regensburger verließ im Sommer den Klub. Sein Platz im Kader wurde nicht nachbesetzt – bis jetzt.
Von Jürgen Scharf

Markus Ziereis (links, hier mit Uwe Hesse) spielte zwei Jahre für den SSV Jahn und schoss in 41 Spielen 19 Tore für die Regensburger. Im Sommer wechselte er zum TSV 1860 München. Foto: Eibner
Markus Ziereis (links, hier mit Uwe Hesse) spielte zwei Jahre für den SSV Jahn und schoss in 41 Spielen 19 Tore für die Regensburger. Im Sommer wechselte er zum TSV 1860 München. Foto: Eibner

Regensburg.Vor fünf Jahren versuchte sich der SSV Jahn Regensburg in der 2. Bundesliga. Weil es da nicht so recht laufen wollte, wurde im Winter das getan, was Fußball-Vereine gerne tun, wenn es nicht läuft: Sie holen neue Spieler. Die Regensburger nahmen kräftig Geld in die Hand und verpflichteten Julian de Guzman, Timo Ochs, Carlinhos und Koke. Große Namen, die aber auch nicht verhinderten, dass der Jahn am Ende sang- und klanglos abstieg. Das beste Indiz, dass es beim Jahn derzeit ganz anders läuft, ist die Ankündigung von Geschäftsführer Christian Keller, dass der Klub dieses Mal in der Winterpause nur ganz dezent auf dem Transfermarkt aktiv sein werde. Ein neuer Stürmer wäre gut, sagt er, auf Biegen und Brechen müsse aber auch das nicht sein. Muss es in der Tat nicht, denn es läuft ja ohnehin.

„Prinzipiell ist es so, dass wir totales Vertrauen in unsere Mannschaft haben“, sagt Trainer Achim Beierlorzer. Deswegen nun bis zum Ende der Transferzeit am 31. Januar 2018 die Augen und Ohren zu verschließen, sei aber nicht der richtige Weg, meint er: „Wir wären nicht professionell, wenn wir uns keine Gedanken machen würden, wenn gute Spieler, die zu uns passen, zu haben sind.“

„Wollen Position ersetzen“

Für eine Position wird sogar nicht bloß geschaut, es wird konkret gesucht: Ein Stürmer soll in der Winterpause kommen. Das hieß es bereits im Sommer, als Markus Ziereis den Klub verließ. Der Torjäger hatte mit dem Jahn große Erfolge gefeiert, war nach dem Aufstieg in die 2. Liga aber kein Kandidat für einen Stammplatz mehr. Um mehr spielen zu können, ging er zum TSV 1860 München in die Regionalliga. Schon damals sagte Beierlorzer, dass der Verein auf der Suche nach Ersatz sei: „Wir geben nicht den Markus einfach ab und sagen ein Spieler weniger. Wir wollen die Position ersetzen.“

Der Jahn-Kader

  • Vertrag bis 2018:

    Andre Weis (Tor, ausgeliehen vom 1. FC Kaiserslautern), Asger Sörsensen (Abwehr, ausgeliehen von Red Bull Salzburg), Sebastian Nachreiner (Abwehr), Benedikt Gimber (Abwehr, ausgeliehen von der TSG Hoffenheim), Markus Palionis (Abwehr), Marcel Hofrath (Abwehr), Oliver Hein (Abwehr), Benedikt Saller (Abwehr), Johannes Stingl (Mittelfeld), Uwe Hesse (Mittelfeld), Kevin Hoffmann (Mittelfeld), Sebastian Stolze (Mittelfeld, ausgeliehen vom VfL Wolfsburg II), Joshua Mees (Mittelfeld, ausgeliehen von der TSG Hoffenheim), Patrik Dzalto (Sturm)

  • Vertrag bis 2019:

    Philipp Pentke (Tor), Bastian Lerch (Tor), Alexander Nandzik (Abwehr), Marc Lais (Mittelfeld), Sven Kopp (Mittelfeld), Albion Vrenezi (Mittelfeld), Jann George (Mittelfeld), Sarigs Adamyan (Sturm), Sebastian Freis (Sturm), Marco Grüttner (Sturm), Jonas Nietfeld (Sturm)

  • Vertrag bis 2020:

    Marvin Knoll (Abwehr), Andy Geipl (Mittelfeld)

Bis zum Ende des Sommer-Transferfensters passierte dann aber nichts. Mit Sebastian Freis wurde zwar ein Angreifer geholt, der ist aber grundsätzlich als Flügelspieler und nicht als zentraler Stürmer eingeplant. Geschäftsführer Keller sagt, dass eigentlich vier Stürmer im Kader vorgesehen sind. Mit Jonas Nietfeld, Sargis Adamyan und Marco Grüttner hat der Jahn derzeit nur drei. In der Winterpause soll nun ein vierter kommen. Für diesen einen Transfer sei auf jeden Fall auch noch Platz im Budget, meint Keller. Unter zwingendem Handlungsdruck stehe der Klub aber nicht: „Der Spieler muss passen. Sportlich wie menschlich.“ Gebe es keinen Kandidaten, auf den dies zutrifft, könne es auch sei, dass der Jahn im Winter gar nicht aktiv werde. Und auch eine Kurzzeitleihe will Keller nicht: „Stand jetzt sage ich: Wenn es eine Leihe gibt, dann nicht nur für ein halbes Jahr.“

Zuletzt wurde gemunkelt, dass der Jahn an Marco Richter vom FC Augsburg interessiert sei. Der 20-jährige Stürmer, der acht Jahre in der Jugend des FC Bayern spielte, hat in dieser Saison für die zweite Mannschaft der Augsburger neun Tore in der Regionalliga geschossen. Auch in der Bundesliga- Mannschaft wurde er einmal eingewechselt. Dass der Jahn sich mit Richter beschäftigt, will Keller nicht verhehlen: „Er ist ein sehr, sehr interessanter Perspektivspieler.“

Gute Erfahrungen mit Thommy

Bei einem möglichen Leihgeschäft mit Augsburg könnte es sich positiv auf die Konditionen auswirken, dass beide Vereine hier bereits gute Erfahrungen miteinander gemacht haben. Erik Thommy reifte, während er von Augsburg nach Regensburg verliehen war, zum Topspieler und ist jetzt voll im Bundesligakader dabei.

Mit Abgängen sei beim Jahn im Gegenzug nicht zu rechnen, sagt Keller. So habe für den Winter auch kein Spieler eine Ausstiegsklausel. Zur Frage, ob es im Sommer welche gibt, will sich Keller nicht äußern: „Ich kann grundsätzlich keine Vertragsdetails kommentieren, weil es unter die Verschwiegenheitspflicht fällt.“ Dass etwaige Klauseln ohnehin nicht überbewertet werden dürfen, lässt sich aus Kellers Zusatz ablesen: „Ansonsten regelt so etwas immer der Markt, im Sinne von Angebot und Nachfrage.“ Dass insbesondere zwei Spieler, Marvin Knoll und Sargis Adamyan, das Interesse von anderen Klubs geweckt haben könnten, ist Keller sicher bewusst. Beide haben zum Glück für den Jahn aber langfristig laufende Verträge. Keller will auch keine Wasserstandsmeldung dazu abgeben, wie der Jahn bei etwaigen Angeboten reagieren würde, das sei alles Spekulation: Im Profifußball würde er schließlich sowieso „nie etwas ausschließen“.

Leistungen analysiert

In Bezug auf vorzeitige Vertragsverlängerungen hat Keller nach eigener Aussage bereits mit mehreren Spielern oder deren Berater erste Gespräche geführt: „Und wenn das Jahr losgeht, werde ich noch mit anderen sprechen.“ Natürlich habe es dabei auch Leistungsanalysen gegeben: „Es sind Spieler dabei, die wissen, dass sie anziehen müssen. Es gibt aber auch Spieler, bei denen die Entwicklung sehr positiv war.“

Ein besonderes Lob erhalten von Keller Benedikt Gimber, Joshua Mees, Andre Weis, Sebastian Stolze und Asger Sörensen – die fünf Leihspieler der Regensburger: „Alle haben sich sehr gut eingebracht und sind fixer Bestandteil der Mannschaft. Auch mit hoher Identifikation für den Jahn, die geben alles für den Klassenerhalt.“

Bei den aktuellen Personalplanungen habe die gute Zwischenbilanz des Jahn mit dem hervorragenden achten Platz in der Tabelle übrigens kaum Einfluss, sagt Keller. Bis zum Klassenerhalt sei es noch ein weiter Weg, und auch extern werde das so wahrgenommen, glaubt er: „Mit unseren 25 Punkten würde kein Spieler von außen sagen, wahrscheinlich schaffen sie es.“

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