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Januzaj schießt Belgiens B-Team zum Gruppensieg

Der befürchtete Langeweiler war es nicht. Obwohl beide Trainer viele Stars schonten, lieferten sich Belgien und England ein passables Duell. Nach dem 1:0 gehen die Belgier mit optimaler Punktausbeute in die K.o.-Phase.
Von Ulli Brünger und Heinz Büse, dpa

  • Die belgische Mannschaft bejubelt ihr Tor zum 1:0. Englands Danny Rose läuft im Vordergrund enttäuscht über den Platz. Foto: Marius Becker
  • Jordan Pickford kann den Schuss von Januzaj nicht halten. Foto: Michael Sohn/AP
  • Nach dem Führungstor durch Januzaj stehen Englands Spieler enttäuscht auf dem Platz. Foto: Tim Goode/PA Wire
  • Mit viel Gefühl schlenzt Belgiens Thorgan Hazard (l) den Ball Richtung Tor. Foto: Marius Becker
  • Englands Ruben Loftus-Cheek (l) und Belgiens Nacer Chadli behaken sich im Zweikampf. Foto: Dirk Waem/BELGA
  • Englands Torwart Jordan Pickford gibt den Weg vor. Foto: Marius Becker
  • Belgiens Michy Batshuayi ist mit einer Entscheidung unzufrieden und reklamiert beim Schiedsrichterassistenten. Foto: Marius Becker
  • Thomas Vermaelen aus Belgien (l) im Kopfballduell mit Englands Jamie Vardy. Foto: Bruno Fahy/BELGA
  • Englands Gareth Southgate hat fast seine gesamte Mannschaft ausgetauscht. Foto: Tim Goode/PA Wire

Kaliningrad.Der Ausgang der Partie war für die Fans auf beiden Seiten am Ende nicht wirklich wichtig. Sowohl die belgische als auch die englische Mannschaft wurde stürmisch bejubelt.

Mit minimalem Aufwand und ohne seinen Topstar Kevin De Bruyne zog Belgiens „B-Team“ als Gruppensieger in das WM-Achtelfinale ein. Die Roten Teufel bezwangen in Kaliningrad die ebenfalls runderneuerten Engländer durch den herrlichen Siegtreffer von Adnan Januzaj in der 51. Spielminute mit 1:0 (0:0) und treffen mit bisher makelloser Punktbilanz nun auf Japan.

Die vor dem Duell auch schon für das Achtelfinale qualifizierten Three Lions konnten vor 33.973 Zuschauern nicht an die bisher guten Leistungen anknüpfen und müssen sich gegen Kolumbien erheblich steigern, um zum dritten Mal nach 1990 das Viertelfinale zu erreichen. Doch dank der Aussicht auf das Spiel in der K.o.-Runde konnte der Anhang mit der Niederlage gut leben.

„Wir hatten den Siegeswillen und wollten so weitermachen wie bisher. Japan ist immer ein schwieriger Gegner. Diese EM ist voller Überraschungen. Das hat man bei Deutschland auch gesehen“, warnte Belgiens Schlussmann Thibaut Courtois vor dem kommenden Gegner. Englands Coach Gareth Southgate war trotz der Niederlage zufrieden: „Es war ein guter Test für uns. Wir wollten eigentlich so weitermachen wie bisher. Was das jetzt für das weitere Turnier bedeutet, wird man sehen.“

Wie angekündigt, nutzten beide Trainer der bereits vor der Partie für das Achtelfinale qualifizierten Teams die Gelegenheit, Stammkräfte zu schonen. Bei den Engländern standen acht neue Profis in der Startelf, bei den Belgiern gar neun. Die Sorge vieler Fans, dass es zu einem ähnlichen Nicht-Angriffspakt wie im Spiel der Gruppe C zwischen Frankreich und Dänemark kommen könnte, schien nicht unbegründet.

Denn die XXL-Rotation, von der auch die Torjäger Harry Kane (5 WM-Treffer) und Romelu Lukaku (4) betroffen waren, kostete Qualität. Anders als bei ihren bisher überzeugenden Auftritten drosselten beide Teams im Kampf um den Sieg in der Gruppe G das Tempo merklich.

Immerhin deuteten die Belgier bei Chancen von Youri Tielemans (6.) und dem Noch-Dortmunder Michy Batshuayi (10.) in den ersten Minuten Torgefahr an. Einen Schuss von Marouane Fellaini (27.) klärte der vom Deutschen Jürgen Klopp beim FC Liverpool trainierte Trent Alexander-Arnold einen Meter vor der Torlinie.

Dass die Partie zusehends verflachte, lag vor allem an den Engländern. Das zuletzt hochgelobte Team erspielte sich lange Zeit keine echte Möglichkeit. Darauf reagierten vor allem die neutralen Zuschauer im Stadion zur Halbzeit mit Pfiffen.

Doch schon kurz nach Wiederbeginn beendete Januzaj die Tristesse. Sein sehenswerter Schuss ins lange Eck bescherte den Belgiern die verdiente Führung und der Partie einen höheren Unterhaltungswert. Es war das erste Länderspieltor für den 23 Jahre alten Angreifer, der einstmals als Leihspieler sein Glück bei Borussia Dortmund versucht hatte.

Der Rückstand veranlasste die Engländer zu mehr Offensivfußball. In der 66. Minute bot sich die große Chance zum Ausgleich. Nach schönem Zuspiel von Jamie Vardy tauchte Marcus Rashford frei vor Thibaut Courtois auf, scheiterte aber am belgischen Schlussmann. Doch wirklich zwingend drängte England nicht auf das 1:1. In der Schlussphase waren die Belgier dem zweiten Treffer näher.

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