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Kahn erlebt die Not der Bayern hautnah

FCB-Trainer Hansi Flick setzt einen Hilferuf ab: Die Verletzungsmisere reißt bei den Münchnern nicht ab.
Von Klaus Bergmann

Oliver Kahn hat Spaß an seiner Rolle als Beobachter im Trainingslager des FC Bayern (hier Leon Goretzka beim Krafttraining). Foto: Peter Kneffel/dpa
Oliver Kahn hat Spaß an seiner Rolle als Beobachter im Trainingslager des FC Bayern (hier Leon Goretzka beim Krafttraining). Foto: Peter Kneffel/dpa

Doha.Oliver Kahn schrieb Autogramme und posierte geduldig für Selfies mit den „Olli, Olli“ rufenden Fans. Nach der Ankunft im Teamhotel des FC Bayern in Katar suchte das neue Vorstandsmitglied auch rasch den Kontakt zu den Profis. Nach einem Gespräch mit Sportdirektor Hasan Salihamidzic schaute Kahn unter einem Sonnenzelt sitzend dem Team bei der schweißtreibenden Vormittagseinheit mit harter Konditionsarbeit zu. Auch Hansi Flick gesellte sich für einen kurzen Plausch zum Chef der Zukunft.

Was Kahn und Flick besprachen, während vor ihnen die Spieler sprinteten und Gewichte stemmten, blieb geheim. Ein Thema dürfte aber die Verletzungsmisere gewesen sein, die sich im neuen Jahr fortsetzt. Anderthalb Wochen vor dem Rückrundenstart gegen Hertha BSC droht der Ausfall einer halben Elf. Auf dem Trainingsplatz in Doha fehlen zu viele wichtige Spieler.

„Die Personalsituation ist echt mau“, stöhnte Flick nach dem Training, als er berichtete, dass die Achillessehnenprobleme bei Serge Gnabry einfach nicht nachlassen. Der Angreifer wird in Doha nicht mehr ins Teamtraining einsteigen können. Niklas Süle, Javi Martínez, Lucas Hernández und Kingsley Coman fallen zum Start in die zweite Saisonhälfte garantiert aus. Dazu kommt der in Berlin nach der fünften Gelben Karte gesperrte Joshua Kimmich. Und bei Gnabry steht die Ampel aktuell auch auf Rot. „Wir kommen langsam an die Grenze. Wir sind auf manchen Positionen ausgedünnt“, sagte Thomas Müller. „Es fallen ein paar Spieler aus, das merkt man schon“, sagte David Alaba zu Problemen bei der taktischen Trainingsarbeit.

Die Elf zum Rückrundenstart

  • Aufstellung:

    Das Bayern-Team für Berlin stellt sich angesichts der vielen Ausfälle fast von selbst auf: Neuer im Tor. Pavard, Boateng, Alaba und Davies in der Abwehrreihe. Im Mittelfeld Thiago mit Goretzka oder Tolisso.

  • Druck:

    Und in der Offensive Müller, Coutinho, Perisic und Lewandowski. Diese Elf muss liefern. „Wir sind unter Druck. Wir haben zu viele Punkte liegengelassen in der Hinrunde“, mahnte Thomas Müller. (dpa)

Ohne die Flügelzange Coman/Gnabry wird Müller wohl wieder auf dem Flügel aushelfen müssen. „Wenn es nicht anders geht, ist das sicherlich eine Möglichkeit. Aber es ist von meiner und von Trainerseite her nicht das Wunschszenario“, sagte Müller. Immerhin liegt Torjäger Robert Lewandowski bei seiner Reha in München nach einer Leisten-Operation daheim im Plan. Flick rechnet fest mit dem Polen gegen Hertha.

Neu-Vorstand Kahn kann den aktuellen Notstand nicht beheben. In Doha nimmt er erstmal die Beobachterrolle ein. Müller verriet ein wenig über die ersten Kahn-Stunden im Kreise des Teams. „Er muss sich nicht groß vorstellen, das ist sein Vorteil, selbst die jüngeren Spieler kennen ihn. Es ist schön, wenn einer dazukommt, der eine gewisse Ausstrahlung hat. Die Entscheidung tut dem Verein gut“, sagte der Vize-Kapitän. Kahn soll am Freitag auch mit der Mannschaft aus Doha nach Nürnberg fliegen. Dort bestreitet der FC Bayern am Samstag (15.30 Uhr) ein Testspiel gegen den 1. FC Nürnberg.

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