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Auszeichnung

Karsch erlebt ein Jahr der Wertschätzung

Die Vierfach-Europameisterin ist zum zweiten Mal „Sportlerin des Jahres“. Jetzt denkt die 37-Jährige vornehmlich an Tokio.
Von Claus-Dieter Wotruba

Der Rewag-Vorstandsvorsitzender Dr. Torsten Briegel beklatschte mit Laudatorin Caroline Rauscher (2. v. r.) die Leistungen von Siegerin Monika Karsch (3. v. r.) und den Platzierten Lisa Drath, Susanne Schwarztrauber, Raffaela Igl (vertreten durch Martin Oberndorfer) und Miriam Dattke (v. l.) Foto: Lex
Der Rewag-Vorstandsvorsitzender Dr. Torsten Briegel beklatschte mit Laudatorin Caroline Rauscher (2. v. r.) die Leistungen von Siegerin Monika Karsch (3. v. r.) und den Platzierten Lisa Drath, Susanne Schwarztrauber, Raffaela Igl (vertreten durch Martin Oberndorfer) und Miriam Dattke (v. l.) Foto: Lex

Regensburg.2016 war ja klar, dass die „Sportlerin des Jahres“ Monika Karsch heißen muss. Arg viele Olympia-Medaillengewinner gibt es in Ostbayern nicht – und die Regensburgerin hatte Silber aus Rio de Janeiro mitgebracht. 2017 behielt Weltklasse-Tennisspielerin Julia Görges im Zweikampf um winzige 1,55 Prozent die Oberhand. Und vor einem Jahr stand die erfolgreiche Pistolenschützin nicht auf der Nominiertenliste. 2019 schon – mit Recht! „Manchmal sieht man erst im Rückblick, was man übers Jahr so alles geleistet hat“, sagt Karsch. Es waren vier Europameistertitel und noch ein paar Erfolge mehr. „Besser ging es fast nicht“, sagte Karsch und strahlte über das ganze Gesicht nach ihrem zweiten Sieg bei der Publikumswahl. „Ich bin ein bisschen baff“, meinte sie auf der Bühne gegenüber Moderator Armin Wolf und ergänzte später in Feierlaune am Büffett: „Ich wohne jetzt zehn Jahre in Regensburg. Und ich glaube, jetzt bin ich bei den Leuten angekommen.“

Hier sehen Sie die Gewinner der Sportgala. Video: MZ

Über die Jahre hat sich bei Monika Karsch Vieles stetig aufwärts entwickelt. TVA-Sportmann Christian Sauerer besuchte für das Gala-Filmchen über die Gewinnerin Florian Markl, den Teamchef der Bundesliga-Mannschaft des SV Kelheim-Gmünd, mit dem Karsch gerade deutscher Vizemeister geworden ist. Markl kennt Karsch seit zwei Jahrzehnten und erzählte vom einem ehemals „flippigen Mädchen mit roten Haaren“. Lustig blieb die „Sportlerin des Jahres“, inzwischen aber hat die zweifache Mama und Berufssoldatin Monika Karsch, die auf das Gehirntraining von Life Kinetik schwört, mit aller Konsequenz ein System entwickelt, um erfolgreich zu sein. Was Hoffnung für die Olympischen Spiele macht, die in Karschs Kopf die Hauptrolle spielen, für die sie sich aber erst noch qualifizieren muss.

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Der Torjäger, der den SSV Jahn ärgerte

An Manfred Gröber, Ostbayerns Amateurfußballer des Jahres 2019, erinnert man sich bei den Regensburgern nicht gerne.

Die Kombination von Qual und Spaß

„Möge sie ihr persönlicher Weg nach Tokio mitten ins Schwarze führen“, wünschte Caroline Rauscher, die mit Hawaii-Siegerin Anne Haug oder dem nordischen Superkombinierer Eric Frenzel sehr bekannte Sportgesichter in Sachen Ernährung unterstützt, deswegen auch in ihren würdigenden Worten, die bei Monika Karsch Anklang fanden: „Eine sehr schöne Laudatio.“ Rauscher hatte auf den „Mittelpunkt Mensch“ hingewiesen und auch auf die „nötige Bereitschaft, sich über alle Maßen quälen zu können“. Qual und Spaß zu kombinieren, ist längst eine der großen Karsch-Qualitäten geworden.

Wie sich Monika Karsch Freiheit kaufte

„Preise hat man immer erst hinterher auf dem Schirm“, meinte Monika Karsch mit Blick auf das vergangene , nach der sie in ihrem Heimatort Rott schon eine Straße benannt haben, und schätzte die Wertschätzung durch die Wahl sehr. „Vor allem für uns Schützen ist das schon etwas Besonderes.“ Und durch den neuerlichen Titel ist 2019 für die „Sportlerin des Jahres“ ganz persönlich auch das größte Jahr der Wertschätzung geworden. Schon, dass sie im Herbst in den Status einer Berufssoldatin befördert worden war, hatte sie genau in derselben Kategorie eingeordnet. „Das ist eine tolle Auszeichnung und es gibt vielleicht mal einen tollen Job für mich, den ich gut machen kann“, sagte Karsch, die sich obendrein im vergangenen Jahr mit dem Abschluss der Trainerausbildung und dem Abschluss eines Studiums zusätzliche Türen für die Zukunft aufmachte. „Ich kaufe mir damit Freiheit“, sagte sie schon im Vorfeld.

Das sind die Sportler des Jahres 2019

Momentan laufen die Schützenplanungen der Monika Karsch, die für die ab 28. Februar drei Tage lang die Luftdruck-EM ansteht, bis Tokio. Schon vor vier Jahren hatte sie sich nach Rio erst einmal eine sechsmonatige Pause gegönnt, um neue Motivation zu suchen und letztlich auch zu finden. Offen ist also derzeit, wielange es für die 37-Jährige im Spitzensport weitergeht – und wenn, dann denkt eine Sportlerin einer olympischen Sportart selbstverständlich in der Kategorie einer Olympiade, also eines Abschnitts von vier Jahren bis Paris 2024. Die, die mit ihr zu tun haben, hoffen, dass es so kommt. Florian Markl formulierte es aus Kelheim-Gmünder Sicht stellvertretend für alle: „Moni ist ein Aushängeschild und ein Zugpferd. Das brauchen wir.“

Auszeichnung

Viel Glanz bei der großen Sport-Gala

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