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Tennis-Bundesliga

Klare Sache für den Meister Regensburg

Gegner Karlsruhe hat beim 2:7 gegen die Eckert-Damen mit zwei 14-Jährigen keine Chance. Am 3. Juni geht’s weiter.
Von Claus-Dieter Wotruba

Kirsten Flipkens und Lara Arruabarrena hatten im Doppel ihren Spaß – und machten das 7:2 der Eckert-Damen gegen Karlsruhe perfekt. Foto: Brüssel
Kirsten Flipkens und Lara Arruabarrena hatten im Doppel ihren Spaß – und machten das 7:2 der Eckert-Damen gegen Karlsruhe perfekt. Foto: Brüssel

Regensburg. Der Meister bleibt im Meisterrennen: Mit einem deutlichen 7:2 (4:2) schickten das Eckert-Tennis-Team mit dem TC Karlsruhe-Rüppurr die bis dato einzig ungeschlagene Mannschaft der Damen-Bundesliga nach rund fünfeinhalb Stunden Spielzeit für die neun Partien nach Hause und wahrte so vor rund 500 Zuschauern seine Ambitionen auf den Titel-Hattrick. Es bleibt damit auch dabei, dass in der Bundesliga-Historie jenes 4:5 vom 14. Mai 2015 aus der Saison nach dem Aufstieg die erste, einzige und bisher letzte Heimniederlage auf der Anlage des TC Rot-Blau an der Dürerstraße bleibt. Weiter geht es erst am 3. Juni (11 Uhr), wenn der stark abstiegsbedrohte Club an der Alster aus Hamburg kommt, der bisher alle seine drei Spiele verloren hat.

„Die Mannschaft ist richtig, richtig heiß“, hatte Klub-Chef Dr. Markus Witt schon bei der Begrüßung angekündigt und an die Zuschauer adressiert: „Sie dürfen sich auf etwas richtig Großes freuen.“ Dabei war das Karlsruher Team mit einem Handicap angereist: Mit der Französin Louise Baudouin und Liana Cammilleri brachten die Gäste zwei 14-Jährige zum Einsatz, die den Regensburgerinnen drei sichere Punkte garantierten: zwei im Einzel und einen im Doppel. Cammilleri spielte gegen Lesley Kerkhove gerade 37 Minuten, Baudouin wehrte sich immerhin genau eine Stunde.

Positionen fünf und sechs: Klar war – diese Punkte gehen an Regensburg. Karlsruhe schickte die mit Liane Cammilleri und der Französin Lou Baudouin zwei 14-Jährige ins Rennen, die gegen Lesley Kerkhove (6:0, 6:1) und Antonia Lottner (6:1, 6:2, Foto: Brüssel) keine Chance hatten.
Positionen fünf und sechs: Klar war – diese Punkte gehen an Regensburg. Karlsruhe schickte die mit Liane Cammilleri und der Französin Lou Baudouin zwei 14-Jährige ins Rennen, die gegen Lesley Kerkhove (6:0, 6:1) und Antonia Lottner (6:1, 6:2, Foto: Brüssel) keine Chance hatten.

„An einem 6. Mai, wenn das Turnier in Madrid läuft und Regensburg mit den letzten sechs seiner Aufstellung spielt, hätte ich vielleicht etwas probieren können, aber an einem 18. Mai hast du gegen ein Regensburg in dieser Aufstellung keine Chance“, sagte Karlsruhes Teamchef Markus Schur und redete die eigenen Ansprüche trotz der 6:0-Startpunkte seiner Mannschaft klein: „Die deutsche Meisterschaft war nie unser Ziel“, sagte er und glaubte obendrein, „dass Regensburg in die Karten spielt, dass das Turnier in Nürnberg vor der Haustür steht.“

Görges schaut nur zu

Julia Görges war zwar auf der Anlage (hier mit Klub-Chef Dr. Markus Witt), konnte aber nur zuschauen. Foto: Brüssel
Julia Görges war zwar auf der Anlage (hier mit Klub-Chef Dr. Markus Witt), konnte aber nur zuschauen. Foto: Brüssel

Allerdings: In Bestbesetzung waren die Regensburgerinnen keineswegs. Geserer-Schützling Julia Görges drückte zwar bis zum Anschluss der sechs Einzel live auf der Anlage die Daumen. Selbst eingreifen aber konnte die Weltranglisten-Elfte, die in Regensburg zuhause ist, aus gesundheitlichen Gründen nach wie vor nicht. Auch Barbora Krejcikova, die schon in der Regionalliga für den TC Rot-Blau aufschlug, war da, aber angeschlegen und stand deswegen nicht auf dem Platz. Und an Nummer eins holte sich Tatjana Maria nach ihrer Verletzungspause Matchpraxis, hatte aber als Regensburger Nummer eins gegen die Luxemburgerin Mandy Minelle, die auf Weltranglistenposition 210 die bestplatzierte Karlruherin aus dem Team war, keine Chance.

Derweil zählte Karlsruhes Teamchef Markus Schur bei den Regensburgerinnen durch. „Vier Top-100-Spielerinnen – ich zähle Richel Hogenkamp mal dazu – und sechs Top-Hundert-Spielerinnen im Doppel: Bis auf Regensburg ist die Liga ausgeglichen“, lässt Schur die Favoritenrolle weiter in der Oberpfalz. „Mich würde es auch nach dem Ausrutscher in Hannover nach wie vor überraschen, wenn Regensburg nicht Meister würde“, sagt Markus Schur und blickt in die Zukunft. „Und solange die finanziellen Möglichkeiten so sind, wie sie zu sein scheinen, gibt es auch niemanden, der Regensburg gefährlich werden kann.“

Die Mitte: Die Niederländerin Richel gewann Satz eins 6:3 und machte in Durchgang zwei gegen Eleonara Molinaro (Luxemburg) aus einem 2:4 ein 6:4. Auch Rot-Blau- Debütantin Lara Arruabarrena (Foto: Brüssel/rechts) hatte beim 6:1 und 7:5 gegen Anne Schäfer im zweiten Satz zu kämpfen.
Die Mitte: Die Niederländerin Richel gewann Satz eins 6:3 und machte in Durchgang zwei gegen Eleonara Molinaro (Luxemburg) aus einem 2:4 ein 6:4. Auch Rot-Blau- Debütantin Lara Arruabarrena (Foto: Brüssel/rechts) hatte beim 6:1 und 7:5 gegen Anne Schäfer im zweiten Satz zu kämpfen.

Die Verbindungen von Michael Geserer und Julia Görges auf der Tennis-Tour zahlen sich derweil aus. Das Team hatte sich am Donnerstagabend gebührend auf der Sommerdult eingestimmt – und die Damen selbstverständlich Dirndl getragen. So manche Spielerin bietet ihre Dienste selbst an: Richel Hogenkamp war zunächst gar nicht vorgesehen. Die Niederländerin hatte sich aber nach dem Aus beim ITF-Turnier in Frankreich angeboten – und erfuhr nach den Erkenntnissen der Rot-Blau-Physios 45 Minuten vor dem Beginn, dass sie tatsächlich im Einzel an Position vier antreten sollte.

Zweimal mit Kampfgeist

Die Spitzeneinzel: Kirsten Flipkens kämpfte sich nach schwachem Auftakt (1:6) per 6:4-Satzgewinn gegen die Tschechin Karolina Mucova zum Ausgleich, verlor aber den Match-Tiebreak 5:10. Tatjana Maria verlor gegen die Luxemburgerin Mandy Minella glatt 1:6 und 1:6. Foto: Brüssel
Die Spitzeneinzel: Kirsten Flipkens kämpfte sich nach schwachem Auftakt (1:6) per 6:4-Satzgewinn gegen die Tschechin Karolina Mucova zum Ausgleich, verlor aber den Match-Tiebreak 5:10. Tatjana Maria verlor gegen die Luxemburgerin Mandy Minella glatt 1:6 und 1:6. Foto: Brüssel

Ein bisschen Müdigkeit war der Niederländerin in ihrem Duell mit Eleonora Molinaro aus Luxemburg prompt anzumerken, aber am Ende wurde nach dem 6:3 im ersten Durchgang auch im zweiten Satz aus einem 2:4-Rückstand nach 92 Minuten ein 6:4. Auch Lara Arruabarrena, Nummer 94 der Tenniswelt, plagte sich nach einem lockeren 6:1 im ersten Durchgang im zweiten Satz eine Stunde lang, um aus einem 2:4 noch ein 7:5-Erfolgserlebnis zu machen. Die Spanierin beschloss die Einzelrunde. Die letzte halbe Stunde konzentrierte sich alle Aufmerksamkeit der Zuschauer auf Platz zwei.

Die Doppel: Teamchef Geserer (Foto: Brüssel) war zufrieden: Alle Punkte gingen durch Flipkens/Arruabarren (7:5, 6:2 gegen Minella/Mucova), Hogenkamp/Kerkhove (6:2, 6:4 gegen Schäfer/Molinaro) und Lottner/Natela Dzalamidze (6:1, 6:0 gegen Baudouin/Cammilleri) an Regensburg.
Die Doppel: Teamchef Geserer (Foto: Brüssel) war zufrieden: Alle Punkte gingen durch Flipkens/Arruabarren (7:5, 6:2 gegen Minella/Mucova), Hogenkamp/Kerkhove (6:2, 6:4 gegen Schäfer/Molinaro) und Lottner/Natela Dzalamidze (6:1, 6:0 gegen Baudouin/Cammilleri) an Regensburg.

Im Doppel war die Angelegenheit klar – alle drei Siege gingen an Regensburg. „Wir kennen uns gut. Manche spielen auch auf der Tour miteinander Doppel“, erklärte Tatjana Maria, die selbst nicht mehr spielte. Und so beschlossen die 79 Doppelminuten von Arruabarrena mit Spezialistin Kirsten Flipkens, die im Einzel mit 96 Minuten das längste und einzige Dreisatzmatch verlor, die Partie. Da hatten alle schon ein Lächeln im Gesicht: Exemplarisch war jene Szene, als Flipkens zur Erheiterung von Spielpartnerin und Publikum der Versuch eines Schlages durch die eigenen Beine missglückt war. Der Tennistag war gelungen.

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