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Fussball

Köllner ist für den Club ein Glücksfall

Vor einem Jahr steckte der 1. FC Nürnberg im Niemandsland der Tabelle. Mit dem Oberpfälzer ging es steil bergauf.
Von Martin Moravec, dpa

Club-Trainer Michael Köllner hat aus einem verunsicherten Team einen Aufstiegsanwärter geformt. Foto: Nicolas Armer/dpa
Club-Trainer Michael Köllner hat aus einem verunsicherten Team einen Aufstiegsanwärter geformt. Foto: Nicolas Armer/dpa

Nürnberg.Michael Köllner hat selbst nie höherklassig Fußball gespielt. Bis der Oberpfälzer vor einem Jahr die Nachfolge von Alois Schwartz als Trainer des damals enttäuschenden fränkischen Traditionsvereins 1. FC Nürnberg übernahm, hatte er auch keine Profimannschaft trainiert. Und dann trat Köllner nach seiner Beförderung noch forsch und selbstbewusst auf. Das sorgte für reichlich Skepsis im Umfeld des Fußball-Zweitligisten.

„Wenn jemand kommt, der selbst nicht über Profierfahrung verfügt, dann werden auch mal Klischees bedient und der Außenwelt erscheint das vielleicht auch suspekt“, sagte Sportvorstand Andreas Bornemann vor Köllners Jahrestag am heutigen Mittwoch. „Das kann ich nachempfinden, ist aber nur die Außenwahrnehmung und stimmt nicht unbedingt mit der Realität überein.“ Vor der Wirklichkeit müssen die Nürnberger die Augen nicht verschließen. Innerhalb eines Jahres hat Köllner aus einem verunsicherten Team einen Aufstiegsanwärter geformt. Trotz der Niederlage im Franken-Derby gegen Fürth liegt der FCN als Zweiter weiter auf einem direkten Aufstiegsplatz und hat fünf Punkte Vorsprung auf Relegationsplatz drei.

Ungewöhnliche Ansätze

Wirklich nicht schlecht für einen Coach aus Fuchsmühl im Kreis Tirschenreuth, der mitunter unkonventionell ist. Köllner lud seine Spieler schon mal im Trainingslager zu einer Klosterbesichtigung ein oder schenkte ihnen ein Buch zwecks Horizonterweiterung.

Lesen Sie hier ein Interview mit FCN-Coach Köllner.

„Er verschließt sich einem inhaltlichen Austausch nicht und zeigt auch großes Interesse für den Menschen an sich. Es ist schön, mit jemandem diskutieren zu können, der über den Tellerrand hinausblickt“, lobt Bornemann. „Er verfolgt Ideen konsequent, ohne zu dogmatisch zu sein.“

Köllner hat seiner Mannschaft um Kapitän Hanno Behrens eine hohe taktische Flexibilität eingetrichtert und sogar die Stammplätze abgeschafft, um den Konkurrenzkampf im Team zu erhöhen. Der 48-Jährige arbeitet extrem lösungsorientiert und hält sich selbst – wie zuletzt im Winter – mit ökonomisch bedingten Abgängen von Talenten wie Cedric Teuchert (FC Schalke 04) oder Patrick Kammerbauer (SC Freiburg) nicht auf. „Man muss entscheidungsfreudig sein“, sagte Köllner einmal.

Der Aufstieg ist das Ziel

Verstellen will sich der Autor von Fußball-Fachliteratur („Dein Weg zum Fußballprofi – Ein Ratgeber für junge Talente, Eltern und Trainer“) auch weiter nicht. Der sportliche Erfolg gibt dem früheren Leiter des Nachwuchsleistungszentrums der Nürnberger und ehemaligen U21-Trainer des Club ohnehin recht. „Wenn ihn jemand als Glücksfall bezeichnet, würde ich nicht widersprechen“, sagt Sportvorstand Bornemann.

Das 0:2 gegen die Fürther soll nur ein Ausrutscher sein. „Unsere Ausgangslage ist ja immer noch sehr gut. Jetzt geht es darum, dass wir in Bielefeld wieder punkten“, sagt Köllner vor der nächsten Aufgabe, die vor zwölf Monaten seine erste als Cheftrainer war. Im März 2017 gewann der FCN zuhause gegen die Arminia mit 1:0.

Vor seiner Zeit beim Club war Michael Köllner als DFB-Jugendkoordinator für Ostbayern in der Region aktiv. Foto: Lex
Vor seiner Zeit beim Club war Michael Köllner als DFB-Jugendkoordinator für Ostbayern in der Region aktiv. Foto: Lex

„Spätestens jetzt weiß wieder jeder, dass es nicht von alleine geht. Ich bin mir sicher, dass wir schon am Freitag in Bielefeld eine Reaktion zeigen werden“, sagt Innenverteidiger Georg Margreitter. Köllner erwartet natürlich genau das. Damit am Saisonende der achte Aufstieg der Franken in die Bundesliga perfekt wird.

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Zuschauer in der 2. Liga

  • Platz zwei:

    Mit 28 299 Besuchern pro Heimspiel liegt der 1. FC Nürnberg in der Zuschauertabelle auf Platz zwei. Nur der FC St. Pauli hat einen besseren Schnitt (29 330).

  • SSV Jahn:

    Die Regensburger empfingen bisher im Schnitt 10 334 Besucher pro Spiel in der Continental Arena, das bedeutet Platz 14 in der Zuschauertabelle der 2. Liga. (dpa)

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