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Fußball

Kovac sieht Bayern bereit für Liverpool

Nach dem Pokalsieg gibt es viel Lob für Gnabry und Ribery. Doch die Aussetzer in der Defensive geben den Münchnern zu Denken.
Von Jens Mende und Thomas Wolfer

Ribery und Gnabry waren die beiden Matchwinner. Foto: Kay Nietfeld/dpa
Ribery und Gnabry waren die beiden Matchwinner. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Berlin.„Ja!“ Trotz einer Verlängerung, trotz fehlerbedingter Gegentore ließ Niko Kovac keine Zweifel zu. Ob sein Team in der gegenwärtigen Verfassung in knapp zwei Wochen im Champions-League-Duell mit dem FC Liverpool dem Jürgen-Klopp-Team gewachsen sei, wurde der Trainer des FC Bayern nach 120 Pokal-Minuten in Berlin gefragt. Seine Antwort bestand aus einem Wort. Die Begründung für sein „Ja“ hatte der gebürtige Berliner schon zuvor geliefert: „Wir haben über weite Strecken dominiert.“

In der Tat zeigten sich die Bayern im Achtelfinale des DFB-Pokals bei Hertha BSC weitaus überlegener, als es das 3:2 (2:2, 1:1) n.V. ausdrückt. Doch die kurzen Aussetzer in der Defensive geben weiter zu Denken. „Wir müssen unsere Fehler einfach abstellen. Wir dürfen solche einfachen Tore nicht herschenken“, erklärte dann auch Kovac. Besonders der Patzer von Mats Hummels, dem eine Kopfball-Rückgabe völlig verunglückte und der damit Herthas zwischenzeitlichen Ausgleich von Davie Selke zum 2:2 provozierte, schmerzte sehr.

Hummels erklärt seinen Patzer

„Wenn mir das Ding nicht passiert, gehen wir schon früher und souveräner als Sieger vom Platz“, gestand Nationalspieler Hummels: „Da muss man nicht drumherumreden. Ich bin sehr froh, dass wir trotzdem weitergekommen sind.“ Ihm seien bei der Aktion „drei Gedanken“ durch den Kopf gegangen: „Ich habe das Mittelding gewählt. Das ist im Fußball meistens komplett falsch.“ Kovac hakte es schnell ab: „Wir müssen nicht alles über Mats ausschütten“, sagte der Coach: „Es ist nichts passiert. Man muss positiv nach vorne schauen.“

Jetzt geht es Schlag auf Schlag

Schalke am Samstag, Augsburg am 15. Februar und Liverpool am 19. Februar heißen die nächsten Aufgaben. Die Münchner können aus Berlin neben dem Viertelfinal-Einzug weitere positive Dinge mitnehmen. Serge Gnabry hat nach längerer Verletzungspause in seinem ersten Startelf-Spiel 2019 nicht nur durch den Tore-Doppelpack gleich nachgewiesen, dass er eine wichtige Option sein kann. „Wir haben ihn Schritt für Schritt aufgebaut. Er kann Druck von Außen entfachen. Er hat es richtig gut gemacht“, lobte Kovac.

Fragezeichen über Manuel Neuer

  • Daumen:

    Nach dem Sieg des FC Bayern München gegen Hertha BSC bleiben die Fragen um Kapitän Manuel Neuer, der wegen seiner Daumenblessur auch im Pokal fehlte.

  • Zukunft:

    Torwart-Stellvertreter Sven Ulreich berichtete: „Es war eine kurzfristige Entscheidung. Er ist auf Nummer sicher gegangen. Wie es weitergeht, weiß ich auch nicht.“

Kingsley Coman köpfte vor 74 667 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion das entscheidende Tor. Und der genesene Franck Ribery zeigte nach seiner Einwechslung 30 Minuten, dass er noch das Spiel beleben kann. „Ich glaube, Ribery war der Matchwinner. Wir haben Lewandowski und Co. lange im Griff gehabt. Ribery hat uns dann immer wieder Schwierigkeiten gemacht“, bemerkte Hertha-Coach Pal Dardai.

Hummels verabschiedete sich trotz seines Fehlers optimistisch aus Berlin. Sein Team blieb auch nach der Pause viel aggressiver als bei der Niederlage in Leverkusen. „Mit dem Ball den Gegner dominieren, ist eine Sache, die uns in der Saison nicht immer gelungen ist. Diesmal war es besser“, bemerkte der 30-Jährige, warnte aber zugleich: „Jeder weiß, dass es wenig bedeutet, wenn wir im nächsten Spiel schlecht sind.“ Das Pokal-Aus von Dortmund wollte er nicht kommentieren.

Das übernahm Robert Lewandowski: „Es kann eine kleine Rolle spielen“ meinte der Pole zur Tatsache, dass sich der BVB nun ganz auf das Meisterschaftsrennen konzentrieren kann. Andererseits sei es „wichtig für das Selbstbewusstsein, dass wir in der nächsten Pokalrunde spielen“.

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