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Lehmann hat es geschafft

Der ehemalige Nationaltorhüter hat die ersten fünf Tage als Aufsichtsrat bei Hertha BSC ohne Skandal hinter sich gebracht.
Von Jürgen Scharf

Regensburg.Die Fünf ist für Torhüter im Fußball eine magische Zahl. Es gibt den Fünfmeterraum, fünf Finger an der Hand, fünf Schützen beim Elfmeterschießen und noch mindestens fünf weitere Beispiele dafür, die alle zu nennen, den Rahmen hier aber sprengen würde.

Deswegen zur Sache. Der ehemalige Weltklasse-Torhüter Jens Lehmann hat die ersten fünf Tage – und die sind bekanntlich entscheidend – als neuer Aufsichtsrat bei Hertha BSC hinter sich gebracht. Und er hat dies, das muss man so sagen, meisterhaft getan. Fünf Tage, das sind zusammengerechnet 120 Stunden, in denen er irgendetwas tun oder sagen hätten können, das für Ärger sorgt. Doch er hat es nicht getan.

Lehmann, das nur zur Erinnerung, hat früher auf dem Platz und später dann daneben eigentlich nichts ausgelassen. Er hat sich bei Bedarf mit jedem angelegt und immer und jederzeit auch öffentlich alles gesagt, was er sagen wollte (aber eigentlich nicht sollte).

Nun tritt er als verlängerter Arm des Hertha-Investors Lars Windhorst in die Fußstapfen von Jürgen Klinsmann. Das ist einerseits eine dankbare Aufgabe, weil es eigentlich unmöglich ist, Klinsmanns Gesamtauftritt bei Hertha (Blitz-Abschied, öffentliches Tagebuch) noch zu unterbieten, andererseits sind die Nerven bei den Berlinern spätestens seit dem jüngsten Skandal um ein Kabinen-Video von Spieler Salomon Kalou derart angegriffen, dass jeder weitere kleine Eklat, egal welcher Art, sofort die tiefrote Alarmstufe hervorrufen würde.

Doch Lehmann hat es gepackt, keiner kann das Gegenteil behaupten. Er hat fünf Tage souverän, fast schon staatsmännisch vor sich hingearbeitet, ist in kein einziges Fettnäpfchen getreten, hat sich nicht provozieren lassen, hat auch niemanden provoziert und ist vor allem nicht wie sein Vorgänger eines Morgens aufgestanden und hat sich plötzlich gedacht, dass es doch eine lustige Idee wäre, jetzt einfach innerhalb der nächsten fünf Minuten zurückzutreten. Das ist doch schon was.

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