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Leichtathletik

Manuel Ziegler gelingt goldener Sprung

Auch Maren Kock holt einen Titel für die LG Telis Finanz nach Regensburg. Thea Heim beschenkt sich wie Philipp Pflieger mit Bronze selbst.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

Ulm.Von wegen titellos: Schon früh am ersten Tag tat Manuel Ziegler das, was den Regensburger Leichtathleten in den vergangenen Jahren stets gelang. Auch der Dreispringer der LG Telis Finanz bestieg bei der deutschen Meisterschaft in Ulm das oberste Treppchen. Als Nummer fünf des Jahresklassements war er zwar ein Medaillenkandidat: Aber Platz eins, noch dazu mit einer persönlichen Bestweite von 16,54 Metern, überraschte. Im sonntäglichen Schlussspurt legte Maren Kock Gold über 1500 Meter (4:20,85) nach, zeitlich eingerahmt von den Bronzemedaillen von Thea Heim über 800 Meter (2:03,50) und Philipp Pflieger über 5000 Meter (13:54,45). „Das hätte ich so nie erwartet“, freute sich Teamchef Kurt Ring.

Und doch wusste Ring: „Einen trifft es immer.“ Diesmal war es seine „Medaillenbank“: Florian Orth war im Bummelrennen über 1500 Meter als Vierter der Gelackmeierte und bedurfte des partnerschaftlichen Trosts seiner Freundin Maren Kock, die im Rennen vorher im Stile der verletzt fehlenden Corinna Harrer die Sujew-Zwillinge auf der Gegengeraden stehenließ und im Ziel noch einmal auf den Stachel der Enttäuschung verwies, den die Nichtberücksichtigung für die Team-EM in Braunschweig hinterlassen hatte. „Das war ein Fingerzeig, dass ich auch diese Strecke laufen kann.“

Manuel Ziegler hatte sich nicht beirren lassen, nicht einmal von muskulären Problemen. Auch mit seinem zweitbesten, im zweiten Durchgang gesprungenen 16,49 Metern hätte er gewonnen. „Ich habe geliebäugelt, sogar noch weiter zu springen“, sagte Ziegler, der die internationale EM-Norm um einen, die zweite DLV-Norm um elf Zentimeter verpasste. „Die Serie war gut. Ich hatte zwei Sprünge über Bestleistung.“ Die nächsten Ziele hat er sich gesteckt: „Wahrscheinlich werde ich die Saison jetzt beenden und mich auf das nächste Jahr vorbereiten, um vielleicht etwas näher an die Normen für die internationalen Wettkämpfe heranzukommen.“

Auch Michelle Weitzel vom SWC 46 Regensburg war als Fünfte der Rangliste im Frauen-Weitsprung angereist – und fuhr nach 6,43 Metern im besten ihrer drei gültigen Versuche mit exakt dieser Platzierung auch nach Hause. „6,50 bis 6,60 hatten wir uns schon vorgenommen“, war Trainerin Steffi Pietsch nicht ganz zufrieden. Der Wettkampf war schon deswegen schwer, weil eine Regenpause den Rhythmus störte. Und er war Ausdruck der momentanen Dichte im Frauen-Weitsprung Deutschlands: Melanie Bauschke sicherte sich gegen die weitengleiche Sosthene Mogunenara (6,66 Meter, Weitzels Bestleistung) aufgrund der besseren zweitbesten Weite den Titel. Bauschke dürfte damit Lena Malkus, die hinter Weitzel Sechste wurde, trotz deren 6,88-Sprung aus dem EM-Team verdrängt haben.

Für Thea Heim hatte sich ausgezahlt, dass sie den 800 Metern den Vorzug vor den 1500 gegeben hatte. Nebenbei beschenkte sich Heim, die am Samstag 22 Jahre alt geworden war, im Rahmen der Bestzeit selbst zum Geburtstag und erfüllte sich einen Jugendtraum. „2010 bin ich bei den deutschen Jugendmeisterschaften im Vorlauf ausgeschieden, bin danach ins Münster und habe mir geschworen, irgendwann komme ich zurück und mache das wieder gut.“ Es klappte.

„Ob ich in Zukunft noch so oft auf den 800 zu sehen sein werde, glaube ich nicht“, sagt Heim, die ihre Zukunft eher auf den 1500 oder 5000 Metern sieht. „Ich will das Coco-like machen“, sagt Heim, die über 10 000 Meter heuer im Frühjahr auch schon deutsche U-23-Meisterin wurde. „Ich will Corinna Harrer nacheifern. Ein bisschen bin ich hier auch für sie gelaufen.“

Teamgeist lebte auch das Telis-Quartett über die 5000 Meter vor: Moritz Steininger, Valentin Unterholzner, der am Samstag über die 3000 Meter Hindernis schon Fünfter geworden war, und Jonas Koller arbeiteten allesamt so sehr für Philipp Pfliegers letzte EM-Chance, dass sie sogar Meister Richard Ringer lobte und sich das Team hinterher selbst zelebrierte. „Wir sind ein Superteam. Ein Dankeschön an die Jungs“, sagte Pflieger, der eine harte Woche hinter sich hatte. „Ich war im Training richtig demotiviert – und das kommt bei mir selten vor.“ Ob der dritte DM-Platz eine Woche nach dem unter einem unglücklichen Stern stehenden Belgien-Ausflug vielleicht doch für Zürich reichte, konnten weder Pflieger noch Ring beantworten.

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