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Mayer und Co. gehen auf Medaillenjagd

Bei den Europameisterschaften am Sonntag in Lissabon sind drei Regensburger am Start. Miriam Dattke hat die besten Chancen.

Erst Nikolauslauf in Regensburg, jetzt Cross-EM in Lissabon: Domenika Mayer gehört zum Regensburger Startertrio in Portugal. Foto: Christian Brüssel
Erst Nikolauslauf in Regensburg, jetzt Cross-EM in Lissabon: Domenika Mayer gehört zum Regensburger Startertrio in Portugal. Foto: Christian Brüssel Foto: Christian Brüssel

Regensburg.Crosslauf hat bei der LG Telis Finanz in Regensburg Bedeutung und Tradition: Und so haben sich wieder einmal drei Athleten der LG Telis Finanz Regensburg für die Cross-Europameisterschaften qualifiziert, die am Sonntag in Lissabon stattfinden werden. Miriam Dattke wird in Portugal im deutschen U-23-Team stehen, Domenika Mayer ist im Frauen-Wettbewerb nominiert und Simon Boch läuft bei den Männern, wenn es im Parque da Bela Vista um die Medaillen geht. Am Freitag startete mittags in München der Flieger Richtung Portugal. Mit an Bord sind auch die Telis-Trainer Doris Scheck und Kurt Ring. In der Regensburger Läuferriege ist in Sachen Cross-EM kein Frischling: Boch und Mayer haben schon mehrere Einsätze hinter sich – und Dattke ist seit 2016 mehr oder weniger Serientäterin und hat die besten Aussichten.

Crosslauf

Dattke holt EM-Gold mit nur einem Schuh

Die Regensburger Läuferin kommt als Europameisterin mit dem Team aus Tilburg zurück. Florian Orth wird bester Deutscher.

„Ich möchte unter die besten Fünf in der U 23 kommen und damit die Basis für eine erneute Teammedaille legen“, zeigte sich Dattke schon vor acht Tagen nach dem Qualifikationsrennen in Darmstadt kämpferisch. Wenn man so will, reist sie sogar als Titelverteidigerin an. Das deutsche U 23 stand nämlich im vergangenen Jahr in Tilburg mit ihr auf dem obersten Treppchen. Ihr sechster Einzelplatz war auch nicht von schlechten Eltern, wenn man bedenkt, dass die Regensburgerin gut die Hälfte der Distanz nur noch mit einem Schuh lief.

Eine Dänin ist Favoritin

2017 holte Miriam Dattke, damals noch in der U 20 startend, sogar Einzel-Bronze. Den Ton über die 6225 Meter lange Distanz im Parque da Bela Vista wird in Dattkes Altersklasse sicher die Junioren-Europameisterin über 5000 und 3000 Meter Hindernis, Anna Emilie Moeller, angeben. Die Dänin ist Titelverteidigerin: An ihr sollte im Normalfall kein Weg vorbei führen. Dahinter aber ist vieles möglich, auch für das deutsche Team. Zusammen mit Miriam Dattke wollen Leah Hanle, Lea Meyer, Lisa Tertsch und Sarah Kistner erneut zur Siegerehrung.

Vor ziemlich genau einem Jahr waren auch die deutschen Frauen auf dem Podest, damals mit der Sechsten Elena Burkard auf dem Bronzerang. Die Schwäbin von der LG Nordschwarzwald steht diesmal in einem schwarz-rot-goldenen Mini-Team mit der Regensburgerin Domenika Mayer und der erst Mitte Oktober beim Köln-Marathon glänzend laufenden Deborah Schöneborn (LG Nord Berlin) an der Startlinie.

Zweifach-Mama ist optimistisch

Die Regensburgerin hakte die Qualifikation in Darmstadt als zweitbeste deutsche Frau hinter Burkhard souverän ab. Erwischen die Drei auf den 8255 Metern einen Glanztag, ist eine Wiederholung des Vorjahresergebnisses nicht ausgeschlossen. „Ich bin gut drauf und freu mich schon riesig auf meinen Einsatz im tiefen Geläuf“, zeigt sich die Regensburgerin, die erst im März ihr zweites Kind bekommen hat, sehr optimistisch, vielleicht eine zweite oder sogar dritte Medaille für die LG Telis Finanz mitzubringen.

Genauso souverän wie die Teamkolleginnen ist auch Simon Boch über die Darmstädter Hürde gesprungen. „Top 20, das wär schon schön und auch mit dem Team wollen wir diesmal weiter vorne landen sein als beim elften Platz im Vorjahr“, gibt er seine Vorstellungen für die 10,225 Kilometer bei den Männern zu Protokoll. Neben Boch steht noch der letztjährige U-23-Silbergewinner Samuel Fitwi (LG Vulkaneifel) und Johannes Motschmann (LG Nord Berlin) in der deutschen Männermannschaft, die auch mit der geringsten Besetzung von nur drei Athleten auskommen muss.

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hatte im Vorfeld der Cross-EM – aus welchen Gründen auch immer – nur jeweils drei Frauen und Männer nominiert, was bei den crossaffinen Vereinen durchaus auf Kritik stieß. Fällt eine oder einer aus, ist das Team geplatzt. „Das ist nicht unbedingt schön und in Sachen Frauenmannschaft nur schwer nachvollziehbar, aber eben Realität. Mal sehen, was so am Sonntag passiert“, sagt Telis-Teamchef Kurt Ring. (orv)

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