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Fußball

Mehr Elfmeter wegen Superzeitlupen

Felix Brych erklärt die Handspiel-Regel und das Thema Elfmeter aus der Perspektive von Schiedsrichtern.

Deutschlands Topschiedsrichter: Felix Brych. Foto: Marijan Murat
Deutschlands Topschiedsrichter: Felix Brych. Foto: Marijan Murat

München.Der deutsche WM-Schiedsrichter Felix Brych sieht keine große Lösung für die Bewertung von Handspielen in der Fußball-Bundesliga. „Es wird da keine abschließende Meinung geben“, sagte der 43 Jahre alte Münchner in einem Interview des Magazins „11 Freunde“. „Wir reagieren dabei sogar auf den Zeitgeist. In meiner Karriere ist bestimmt fünf Mal die Auslegung verändert worden, was Handspiel ist.“ In der Hinrunde war es öfter zu umstrittenen Entscheidungen und hitzigen Debatten bei diesem Thema gekommen.

Der Spitzenreferee des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) macht dafür auch den Einfluss des Fernsehens verantwortlich. „Dazu haben die Superzeitlupen im Fernsehen beigetragen, übrigens auch beim Foulspiel. Weil uns auf diese Weise immer mehr Kontakte im Strafraum herausgefiltert und unter die Nase gerieben wurden, gibt es mehr Elfmeter als vor zehn oder 20 Jahren“, sagte Brych.

Lernen, mit dem Druck umzugehen

Anzeigetafel nach Videobeweis. Foto: Torsten Silz/dpa
Anzeigetafel nach Videobeweis. Foto: Torsten Silz/dpa

Erschrocken sei Brych bei der Einführung des Videobeweises zum Saisonbeginn gewesen. „Nach dem ersten Bundesligaspieltag dachte ich auch: Oh Gott, da haben wir aber noch einiges vor uns!“, sagte er. Inzwischen sei er aber zufrieden mit der Entwicklung: „Ich weiß, dass viele Fans ihn nicht so mögen, aber der Video-Assist wird in Zukunft das Maß der Dinge sein.“

Brych beschreibt in dem Interview auch den Druck, der auf den Erstliga-Unparteiischen laste. „Wir gehen jede Woche das extreme Risiko ein, unter den Augen von Zehntausenden im Stadion und Millionen am Fernseher in aller Öffentlichkeit zu scheitern. Das ist einerseits unglaublich faszinierend, aber daraus ergibt sich auch ein gewaltiger Druck“, sagte der WM-Referee von 2014 und 2018. Für ihn sei das aber kein Problem: „Ich brauche diesen Druck, je größer er ist, umso besser.“ Allerdings müsse man lernen, damit umzugehen, damit das Privatleben nicht leide.

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