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Leichtathletik

Miriam Dattke feiert EM-Silber

Über 10 000 Meter gelingt der Regensburgerin mit Alina Reh ein Doppelerfolg. Corinna Schwab holt Staffel-Bronzemedaille.
Von Claus-Dieter Wotruba

Miriam Dattke (l.) und Alina Reh gewannen mit Sololäufen über 10 000 Meter U-23-EM-Gold und Silber. Foto: Iris Hensel
Miriam Dattke (l.) und Alina Reh gewannen mit Sololäufen über 10 000 Meter U-23-EM-Gold und Silber. Foto: Iris Hensel

Gävle.Jubel bei der Regensburgerin Miriam Dattke bei den U-23-Europameisterschaften im schwedischen Gävle: Über 10 000 Meter gelingt der Langstreckenläuferin der LG Telis Finanz, die irgendwann einmal auf die Marathonstrecke wechseln will, schon am Freitagabend gemeinsam mit Alina Reh über 10 000 Meter ein deutscher Doppelerfolg. Zwei Tage später schaffte die 20-Jährige über die Hälfte der Distanz eine weitere persönliche Bestzeit und kam in 15:40,61 Minuten hinter der dänischen Siegerin Anna Emilia Möller (15:07,70), Reh (15:11,25) und der Spanierin Celia Anton (15:28,66) als Vierte ins Ziel.

Im der die Europameisterschaften beschließenden 4 x 400-Meter-Staffel gab es noch ein zweites Mal Edelmetall für eine Regensburgerin. Corinna Schwab war an Position zwei Teil des deutschen Quartetts mit Startläuferin Nelly Schmidt, Alica Schmidt und Schlussläuferin Luna Bulmann, das hinter den Polinnen (3:32,56), Großbritannien (3:32,91) in 3:33,83 Minuten im Zielspurt gegen die Ukraine (3:34,33) auf das Treppchen stürmte. Für Schwab war es nach einer bislang schwierigen Saison ein Happyend.

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Nach dem ersten Rennen hatte Miriam Dattke schnell beschlossen, den zuvor nicht sicheren Doppelstart zu wagen. „Ich wollte zwar noch eine Nacht drüberschlafen, hatte mich aber eigentlich schon während des 10 000-Meter-Rennens dafür entschieden“, sagte die fröhliche Regensburgerin nach dem souverän erreichten EM-Medaillenziel. „Ich habe mich sehr darüber gefreut. Auch mein Rücken hat gut gehalten.“

Sowohl die Siegerin Alina Reh als auch Dattke liefen über die 10 000 Meter ein einsames und ihr eigenes Rennen. Reh lag in 31:39,34 mit Meisterschaftsrekord 50 Sekunden vor Dattke (32:29,45), die ihrerseits mit mehr als 66 Sekunden noch ein bisschen mehr Vorsprung auf die drittplatzierte Niederländerin Jasmijn Lau aufwies. „Ich hätte beim besten Willen nicht gedacht, dass so ein Abstand zustande kommt“, berichtete Dattke. „Und ich gönne es Alina von ganzem Herzen. Ist doch schön, wenn wir gleich zwei Medaillen für Deutschland in einem Rennen holen können.“

20 Medaillen, neun EM-Siege

  • Nummer eins:

    Mit 20 Medaillen war die deutsche U-23-Mannschaft bei den U-23-Europameisterschaften sowohl nach der Gesamtzahl der Medaillen als auch mit ihren neun Goldmedaillen das erfolgreichste Team. Hinter Deutschland landeten Polen (6/3/2), Frankreich (5/6/6), Großbritannien (3/8/3) und die Schweiz (3/0/1) auf den nächsten Plätzen.

  • Sieger:

    Unter den deutschen Erfolgen waren neben Alina Reh die beiden Sprintstaffeln sowie die 4 x 400 der Männer. Dazu kamen Zehnkämpfer Niklas Kaul, der mit 8572 Punkten sogar die Olympia-Norm schaffte, 3000-Meter-Hindernisläufer Frederik Ruppert, Speerwerferin Annika Fuchs, Kugelstoßerin Alina Kenzel und Stabhochspringer Bo Kanda Lita Baehre.

Wie klar die Angelegenheit war, hatte Dattke zunächst gar nicht mitbekommen. „Ich habe immer auf das Display geschaut, aber nie den Abstand von mir zum Hauptfeld gesehen“, erzählt Dattke, erst auf Zuruf von Trainer Kurt Ring erkannte, dass die Konkurrenz unmittelbar vor ihr lag. „Als ich auflief, wusste ich, dass ich das Ding nur sauber zu Ende laufen muss. Das war schon ein cooles Gefühl.“

Dass es über 5000 Meter „ein ganz anderes Rennen“ werden würde, wusste die Vierte der Meldeliste nach den Jaresbestzeiten genau und peilte einen Platz in den „Top sechs, besser Top fünf“ an. Reh übernahm wieder die Führung, behielt diese auch bis 200 Meter vor dem Ziel und wurde dann von der Dänin überspurtet. Auch bei Miriam Dattke war schnell und früh klar, dass sie und die Spanierin Celia Anton Bronze unter sich ausmachen würden. Erst im letzten Renndrittel war die Kontrahentin nicht zu halten. Kurt Ring fand hinterher aber nicht den Hauch von einem Ansatz zur Kritik. „Auch das war ein wunderbares Rennen von ihr“, sagte der Trainer. „Und wenn die Spanierin eine 15:28 hinlegt, dann gibt es nichts zu schimpfen. Miriam muss man richtig loben – auch für ihren Mut.“

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