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Leichtathletik

Miriam Dattke holt vier Titel

Die Regensburgerin ist der Star bei den deutschen Meisterschaften. Auch die Langstreckler der LG Telis überzeugen.

Miriam Dattke von der LG Telis Finanz Regensburg war bei der deutschen Meisterschaft über zehn Kilometer nicht zu stoppen. Foto: Markus Gützlaff
Miriam Dattke von der LG Telis Finanz Regensburg war bei der deutschen Meisterschaft über zehn Kilometer nicht zu stoppen. Foto: Markus Gützlaff

Siegburg.„Es ist nicht unsere Art, vor Meisterschaften große Sprüche zu klopfen. Das können gerne andere tun. Die Athleten sollen erst im Rennen ihren Kampfgeist und ihre schnellen Beine sprechen lassen“, kommentierte Telis-Teamchef Kurt Ring die Diskrepanz zwischen der eher zurückhaltenden Prognose hinsichtlich der deutschen Meisterschaft über zehn Kilometer und dem tatsächlichen Ergebnis bei den Meisterschaften in Siegburg.

Wie schon bei den deutschen Halbmarathonmeisterschaften im April dominierten die Regensburger das Geschehen – mit insgesamt fünf Titelgewinnen und neun Medaillen. Selbst der haushoch favorisierte 27,53-Läufer Amanal Petros, vom TV Wattenscheid 01 musste bis zum Zielstrich hart kämpfen, um die Telis-Läufer Simon Boch und Dominik Notz mit einem winzigen Vorsprung von zwei und vier Sekunden in Schach zu halten.

Neuer deutscher Teamrekord

Boch blieb dabei mit 28:56 Minuten zum dritten Mal in diesem Jahr unter der Schallmauer von 29 Minuten, Notz gelang dies zum ersten Mal überhaupt mit 28:58 Minuten. Der Star der Veranstaltung war allerdings Geheimfavoritin Miriam Dattke (LG Telis Finanz Regensburg), die nicht nur – wie schon beim Halbmarathon – vier Titel abholte (Frauen- und U23-Einzel, plus beide Teamwertungen), sondern bei ihrem weitgehend souveränen Sieg mit ihren 32:43 Minuten auf der Straße erstmals deutlich unter 33 Minuten blieb.

Dabei verbesserte sie den bayerischen Frauenrekord von Andrea Holzschuh (LAC Quelle Fürth/1860 München) aus dem Jahr 1997 um 15 Sekunden und legte auch den Grundstock für einen neuen deutschen Teamrekord in 1:41:01 Stunden, zusammen mit der ebenfalls Bestzeit laufenden Meisterschaftsdritten Anja Scherl (33:06 Minuten) sowie Domenika Mayer (9./35:13 Minuten). Beim Frauenrennen setzte Miriam Dattke sofort auf die Tempokarte und konnte so das namhafte Verfolgerfeld mit der Zweiten Katarina Heinig-Steinruck (32:47 Minuten), der Marathon-EM-Neunten Fabienne Königstein-Amrhein (5./33:20 Minuten), ihrer Teamkollegin Anja Scherl und der stark verbesserten Berlinerin Deborah Schöneborn (4./33:15 Minuten) immer sicher, wenn am Ende auch ein wenig knapp, in Schach halten.

Boch und Notz blieben dran

Beim Männerrennen bildete sich sofort nach dem Start eine 15-köpfige Spitzengruppe mit allen Favoriten, darunter gleich sieben Telis-Läufer. Bereits bei Streckenhälfte musste jedoch das Gros der Athleten beim ständig auf’s Tempo drückenden Amanal Petros abreißen lassen. Am Ende blieben nur noch die Regensburger Boch und Notz zäh an seinen Fersen kleben. „Wenn man bedenkt, dass die Vorbereitung schon ein wenig dem Winter mit den Crossläufen geschuldet war, kann sich die Leistung von mir durchaus sehen lassen“, meinte Simon Boch, der nächste Woche noch eine DM-Medaille im ungewohnten Metier Berglauf holen will, um dann sein erstes großes Ziel, die erneute Teilnahme bei den Cross-Europameisterschaften in Lissabon am 8. Dezember, anzusteuern.

Sein Teamkamerad Dominik Notz ist derzeit in der Vorbereitung für seinen ersten Marathon in Frankfurt am 27. Oktober und war rundum zufrieden, dass er „sein Trauma der noch nicht erreichten 28er-Zeit“ ablegen konnte. Vater Dieter Notz, 1980 als Ski-Langläufer Olympia-Vierter mit der deutschen Staffel, bemerkte so nebenbei: „Es ist jetzt an der Zeit, dass die Jungs verinnerlichen, dass man so Überläufer wie Petros durchaus auch schon mal unterwegs angreifen darf.“

Team zwei auf Platz zwei

In das erneut siegreiche Männerteam lief sich am Ende noch als Sieber mit seiner ersten 29er-Zeit (29:36) Hindernismann Konstantin Wedel. Die drei Telis-Asse blieben mit 1:27:30 Stunde erneut nur neun Sekunden über dem deutschen Teamrekord.

Team zwei mit Florian Orth (8./29:41), Kevin Key (10./20:50) und Tim Ramdane Cherif (11./29:50) war am Ende ein ebenso überzeugender Silbermedaillengewinner wie im vergangenen Jahr, und auch Team drei mit Moritz Beinlich (30:41), Fabian Lutz (31:08) und Fabian Laukamp (32:51) werkelte sich als Achter noch unter die ersten Zehn. (orv)

Ein Schmankerl

  • Medaille:

    Kleines Schmankerl am Ende der Meisterschaften: Miriam Dattke bekam ihre Gold-Medaille von der U20-EM 2017 nachgereicht. Als Europameisterin darf sie sich schon länger bezeichnen. (orv)

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