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Miriam Dattke trotz Sieg unzufrieden

Weil zwischendrin Tempo fehlt, verfehlt die U-23-EM-Starterin die gewünschte Bestzeit. „Plakatmann“ Orth muss improvisieren.
Von Claus-Dieter Wotruba

Nach ihrem Alleingang war Miriam Dattke mit dem Testlauf für die U-23-EM in Schweden nicht ganz zufrieden. Foto: Christian Brüssel
Nach ihrem Alleingang war Miriam Dattke mit dem Testlauf für die U-23-EM in Schweden nicht ganz zufrieden. Foto: Christian Brüssel

Regensburg.Dieses Gefühl kennt Benedikt Huber noch nicht. Üblicherweise herrscht im Juli höchste Alarmstufe, wenn die Zeit nicht stimmt und die Norm nicht da ist. Der deutsche Meister der vergangenen drei Jahre über 800 Meter ist kein Einzelfall: Deutsche Läufer, die die Norm für die Weltmeisterschaften in Katar Ende September, Anfang Oktober schon abgehakt haben, sind kaum da. Wäre es eine „normale“ Saison wie in den vergangenen, wäre das Kopfschütteln des Oberbayern im Oberpfälzer Trikot noch viel heftiger ausgefallen, als er nach seinem Lauf in 1:49,67 Minuten lediglich als Sechster von der Bahn ging, obwohl es hatte Richtung WM-Norm von unter 1:46 gehen sollen. Satz mit x, nichts passte.

„Dabei passt das Training“, sagt Huber, wusste nicht, woran’s lag und will nun mit Trainer Kurt Ring abstimmen, wie das Programm nach Regensburg aussieht. „Bis zur Deutschen in Berlin haben wir ja noch einen Monat.“ So recht glücklich wirkte auch Miriam Dattke nicht, als sie nach ihrem Sieg über 1500 Meter von der Bahn stapfte. Bestzeit, also unter 4:16,59 hatte sie laufen wollen, eine 4:17,67 stand da nach einem längeren Alleingang auf der Anzeigetafel.

„Selber in die Hand nehmen“

„Ich habe mich geärgert, dass das Tempo zwischendrin mal so verschleppt wurde“, grantelte die Jura-Studentin. „Eine 4:15 kann ich laufen. Beim nächsten Mal muss ich das Ganze eben noch eher selber in die Hand nehmen. Da war ich nicht selbstbewusst genug.“ Trotzdem: Der Auftritt zeigte Dattke, dass „ich in Form bin“. Denn am Dienstag reist die Hoffnungsträgerin der LG Telis Finanz ab nach Schweden, wo die Europameisterschaften der U 23 anstehen und Dattke über 5000 wie 10 000 Meter an den Start gehen kann. Ob es wirklich doppelt werden wird, ist die Frage und hängt auch davon ob, wie es am Samstag auf der zunächst längeren Distanz läuft und wie kraftraubend es ist. „Ich will ja im Nationaltrikot nicht joggen“, sagt Dattke und ist durchaus ein wenig müde. „Ganz ehrlich: Auf die Pause freue ich mich genauso wie auf Gävle.“

Mittelstreckenmann Benedikt Huber, der für die letzten beiden Europameisterschaften die Qualifikation geschafft hatte und sonst mit fulminanten Zielspurts glänzt, war „voll eingegangen.“ Nach 600 Metern rauschte der Brite Joe Reid an Huber vorbei und danach Konkurrenz aus Dresden, Albanien, Cottbus und Groß-Gerau. Foto: Brüssel
Mittelstreckenmann Benedikt Huber, der für die letzten beiden Europameisterschaften die Qualifikation geschafft hatte und sonst mit fulminanten Zielspurts glänzt, war „voll eingegangen.“ Nach 600 Metern rauschte der Brite Joe Reid an Huber vorbei und danach Konkurrenz aus Dresden, Albanien, Cottbus und Groß-Gerau. Foto: Brüssel

Und dann war da auch noch Florian Orth, der Routinier, der seit 2012 dauerhaft bei internationalen Großmeisterschaften dabei war, schon für Olympia 2016 die 5000 Meter entdeckt hatte, in Regensburg aber wieder einmal auf seiner ehemaligen Lieblingsdistanz 1500 Meter ran wollte. Der Routinier, der am 24. Juli 30 wird, haderte ein wenig mit seiner 3:48,09: „Ich war zwar schneller als im vergangenen Jahr, aber nicht so schnell, wie ich sein wollte.“

Riesenfeld macht Probleme

Das üppige Feld von 20 Läufern sorgte für Schwierigkeiten, die Tempomacher-Zeit von „2:34, 2:35 nach 1000 Metern war vier, fünf Sekunden zu langsam“. Und so erntete der vielfache dänische Meister und Rennsieger Nick Jensen (3:46,52) einen fast ungläubigen Orth-Blick, als er an dem Mann im blauen Regensburger Trikot im D-Zug-Tempo vorbeizog. Motivation aber hatte Florian Orth genug. „Schließlich wurde mir nach zehn Jahren zum ersten Mal die Ehre, dass ich auf dem Plakat der Gala sein durfte“, sagte Orth. „Und dann war ich am Anfang gefühlt am Ende des Feldes.“

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Florian Orth zog an, kämpfte gegen den Wind, ging als Zweiter in die Schlussrunde und hatte 3200 Meter als Tempomacher beim insgesamt missratenen 5000-Meter-Lauf der Laufnacht am Samstag um 22 Uhr in den Beinen. „Das hat auch Körner gekostet.“ Platz drei wurde es trotzdem noch.

Ein Florian Orth muss wieder einmal improvisieren. Der Unwetter-Ausfall von Tübingen raubte zuletzt eine fest eingeplante gute Renngelegenheit, jetzt ist alles auf den 5000-Meter-Auftritt am 20. Juli in Heusden fixiert.

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