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München unangefochtene Sporthauptstadt

Das gab es in der Bundesrepublik noch nie: München stellt gleich drei Meister in den wichtigsten Mannschaftssportarten.
Von Manuel Schwarz, dpa

Münchens Basketballspieler feiern den Gewinn der deutschen Meisterschaft. Foto: M. Balk
Münchens Basketballspieler feiern den Gewinn der deutschen Meisterschaft. Foto: M. Balk

München.Marko Pesic weiß nur zu gut, in welchem Umfeld er mit seinen Basketballern in München ist. Dass sein FC Bayern natürlich in erster Linie ein Fußball-Verein ist und dadurch definiert wird, das betont der Ex-Profi selbst.

Zuletzt schickte sich auch der EHC Red Bull im Eishockey an, eine Dauerregentschaft wie die Bayern-Kicker in Deutschland zu starten. Dass nach drei Jahren ohne Titel nun auch die Basketballer wieder die Nummer eins hierzulande sind, erfüllte Pesic mit besonderem Stolz. „Wir sind glücklich, dass wir die Sportstadt München so gut vertreten haben“, sagte er nach dem Double-Triumph.

Neidvoller Blick nach München

Tatsächlich sorgten die Korbjäger des FC Bayern mit ihrem Erfolg für ein Novum in der Sporthistorie der Bundesrepublik. Zum ersten Mal stellt eine Stadt gleichzeitig drei Champions aus den wichtigsten Mannschaftsdisziplinen Fußball, Basketball, Eishockey und Handball. Laut Oberbürgermeister Dieter Reiter ist das „ein herausragender Erfolg“. Die SG Flensburg-Handewitt komplettiert das Sieger-Quartett in dieser Saison; München hat keinen Handball-Bundesligisten.

„Wir sind glücklich, dass wir die Sportstadt München so gut vertreten haben.“

Marko Pesic

Andere Städte dürften neidvoll in Richtung Bayern blicken, von den vier Millionenmetropolen hierzulande kam nur Berlin dank seiner Eishockey-Cracks zu Titelehren in den vergangen sechs Jahren. Der HSV Hamburg holte 2011 die Handball-Meisterschaft in die Hansestadt, aber das war der einzige Titel in dreieinhalb Jahrzehnten. Inzwischen ist Hamburg sehr weit entfernt von Meister-Ehrungen - seit dem Abstieg des HSV aus der Fußball-Bundesliga hat die Stadt überhaupt keinen Erstligisten mehr in den vier großen Teamsportarten.

In Hamburg waren es oft wirtschaftliche Gründe und Rückzüge von Sponsoren, die die Vereine aus den Top-Ligen beförderten. Immerhin dürfte sich der Abstieg des HSV in puncto Tages- und Übernachtungsgäste nicht eklatant auswirken, meinte Tourismus-Chef Michael Otremba. Er weiß aber auch: „Ein Fußballligist, der dauerhaft in der Champions League spielt, ist unbezahlbar für eine Stadt.“

Wirtschaftlich bestens aufgestellt

Wirtschaftliche Sorgen kennen die drei Münchner Meister nicht. Der FC Bayern schwebt als Weltmarke ohnehin über der deutschen Fußball-Konkurrenz und auch die Basketballer werden dank der Strahlkraft des Vereins samt großen Sponsoren-Möglichkeiten künftig zum Krösus ihrer Liga. Der EHC gehört seit 2013 dem österreichischen Brause-Riesen Red Bull - und der macht auch noch mit dem FC Bayern gemeinsame Sache: Im Olympiapark baut Red Bull bald eine neue Multifunktionsarena, in die dann die Basketballer und Eishockeyspieler ziehen sollen.

Die Halle soll 10 000 Zuschauern Platz bieten, das ist der Plan von Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz und Bayern-Präsident Uli Hoeneß. An die Größe der Arenen in Berlin, Hamburg und Köln kommt der Bau nicht heran - aber das ist für die Sportstädte nur ein ganz kleiner Trost.

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