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Profivereine diskutieren über 50+1

Entscheidung über den Videobeweis, Gespräche über die umstrittene Regel: Bei der DFL-Versammlung werden Weichen gestellt.
Von Eric Dobias, dpa

Viele Fans, wie hier in Freiburg, fürchten, im Zuge der fortschreitenden Kommerzialisierung des Fußballs auf der Strecke zu bleiben. Foto: Patrick Seeger/dpa
Viele Fans, wie hier in Freiburg, fürchten, im Zuge der fortschreitenden Kommerzialisierung des Fußballs auf der Strecke zu bleiben. Foto: Patrick Seeger/dpa

Frankfurt.Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge plädiert für eine Freigabe, Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke für den Erhalt und Eintracht Frankfurts Vorstand Axel Hellmann für eine Reform. Im deutschen Profifußball gehen die Meinungen über die umstrittene 50+1-Regel, die eine Übernahme der Erst- und Zweitligisten durch externe Investoren verhindert, weit auseinander. Wenn sich die Vertreter der 36 Profivereine heute in einem Hotel am Frankfurter Flughafen treffen, fällt zwar noch keine Entscheidung. Die Diskussion über die künftige Ausgestaltung der Regel dürfte aber kontrovers verlaufen.

Ein weiteres Topthema bei der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga ist die reguläre Einführung des Videobeweises, der sich momentan noch in der Testphase befindet, zur kommenden Saison. Zudem soll darüber abgestimmt werden, ob das technische Hilfsmittel in der Spielzeit 2018/19 „offline“, also ohne Auswirkungen auf den Spielbetrieb, in der 2. Bundesliga getestet wird.

Die Fans laufen Sturm

In der Bundesliga hat sich die Aufregung um den Videobeweis, der am 3. März ins offizielle Regelwerk des Weltverbandes FIFA aufgenommen worden war und im Sommer erstmals auch bei der WM zum Einsatz kommen wird, mittlerweile etwas gelegt. Doch beim Thema 50+1 schlagen die Wellen immer noch hoch. Vor allem die Fans laufen Sturm gegen eine Aufweichung oder gar Abschaffung der Regel, die den Stammvereinen die Stimmenmehrheit in den Fußball-Kapitalgesellschaften garantiert. „Bundesweit wird ein Sturm heraufziehen, sollten die Verantwortlichen bei DFB und DFL nicht schleunigst ein Machtwort für den Erhalt von 50+1 in seiner jetzigen Form sprechen: Die angestrebte Diskussion um 50+1 ist eben nicht nur eine Schönheitsdiskussion um irgendwelche Vereins- und Unternehmensstrukturen, sondern definitiv der sportpolitisch wichtigste Kampf in der nahen Zukunft für alle Fans“, verkündete das überregionale Bündnis ProFans.

Das Thema 50+1 entzweit auch die MZ-Sportredaktion – Lesen Sie hier zwei Meinungen!

SSV Jahn ist für 50+1

Fast 3000 Fangruppen haben sich mittlerweile der Initiative „#50plus1bleibt“ angeschlossen. Sie fürchten, im Zuge der fortschreitenden Kommerzialisierung des Fußballs auf der Strecke zu bleiben. Als mahnendes Beispiel wird die Premier League angeführt, wo die Fankultur in den vergangenen Jahren einen schleichenden Tod erfuhr. BVB-Geschäftsführer Watzke kündigte vor einigen Wochen an: „Wir werden weiter für 50+1 kämpfen. So lange mir keiner der Gegner schlüssig erklären kann, warum man 50+1 abschaffen soll, obwohl Real Madrid und Barcelona als Vereine mit 50+1 die erfolgreichsten Klubs der Welt sind, kämpfe ich für den Bestand dieser Regel.“

Auch der SSV Jahn Regensburg hat sich klar für den Erhalt ausgesprochen. „Eine Abschaffung der 50+1-Regelung dürfte dazu führen, dass sich der Profifußball noch weiter von seiner Basis entfernt, wodurch er auch an gesellschaftlicher Kraft einbüßen würde“, schrieb der Zweitligist gestern auf seiner Internetseite.

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