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Promi-Tipps: So klappt es gegen Schweden

Der erste Auftritt der DFB-Elf ging ordentlich in die Hose. Was muss passieren, damit es gegen die Skandinavier gut ausgeht?

Bundestrainer Joachim Löw will es mit seinem Team gegen Schweden besser machen.Foto: dpa
Bundestrainer Joachim Löw will es mit seinem Team gegen Schweden besser machen.Foto: dpa

Marco Grüttner sagt: „Mehr zusammen arbeiten“

Marco Grüttner Foto: Nickl
Marco Grüttner Foto: Nickl

Der Kapitän des SSV Jahn Regensburg sieht vor allem zwei Punkte, in denen sich die deutsche Mannschaft verbessern sollte: „Man muss wieder zusammen auf dem Platz arbeiten und insgesamt schneller zum Abschluss kommen.“ Grund zur Panik besteht Grüttner zufolge allerdings nicht. Er geht nicht davon aus, dass die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw frühzeitig ausscheiden wird: „Ich mache mir da keinen großen Kopf, denn das Potenzial ist bei der Mannschaft schließlich absolut da. Die haben jetzt gegen Mexiko eben mal ein schlechtes Spiel gemacht. Ich bin mir aber sicher, dass es am Samstag gegen Schweden wieder besser wird.“ Personell würde Grüttner eigentlich gar nicht viel verändern, nur einen Wunsch hätte er: „Ich würde den Marco Reus von Anfang an spielen lassen.“ Reus habe bereits im Spiel gegen Mexiko nach seiner Einwechslung gezeigt, dass er das Spiel der deutschen Mannschaft belebt, findet Grüttner. Auch gegen Schweden würde er „richtig Schwung reinbringen“, ist sich der Jahn-Profi sicher.

Wolfgang Weigert: „Es braucht ein neues Miteinander“

Wolfgang Weigert
Wolfgang Weigert

Der Präsident des Deutschen Karateverbands, sieht den grundsätzlichen Mannschaftsgeist als entscheidenden Faktor an. Der sei im ersten Spiel der deutschen Mannschaft gegen Mexiko seiner Meinung nach „nicht zu 100 Prozent“ intakt gewesen. Der Sportfunktionär aus Donaustauf mahnt an, dass die Truppe von Bundestrainer Joachim Löw gegen Schweden nun wirklich gemeinsam spielen müsse: „Das heißt, dass jeder für den anderen da ist und wenn nötig auch mal die Fehler des anderen ausbügelt.“ Personelle Konsequenzen bei der Startelf müsse der Fehlstart nicht unbedingt haben, findet Weigert. Es sei ein probates Mittel, dieselbe Mannschaft noch einmal aufs Feld zu schicken, „damit sich diese rehabilitieren kann“. Grundsätzlich würde es natürlich Optionen geben, personell umzustellen: „Diese personellen Veränderungen würden aber natürlich auch in gewisser Weise das Spielsystem verändern.“ Löw müsse da jetzt einfach die richtige Entscheidung treffen.

Philipp Pflieger: „Die Jungs werden sich durchmogeln“

Philipp Pflieger Foto: dpa
Philipp Pflieger Foto: dpa

Das vermaledeite Mexiko-Spiel sah der 30-Jährige Olympia-Marathonläufer, der auch für die EM in Berlin im August qualifiziert ist, nicht, sondern hörte es nur. „Ich war auf dem Rückweg von einem Wettkampf in Tübingen und habe es im Radio verfolgt. Das war erfrischend old-school“, sagt Pflieger und hat eine Theorie, warum es nicht rund läuft: „Für ein paar der Granden wie Schweinsteiger oder Mertesacker, die möglicherweise den Ton angegeben und für die Motivation gesorgt haben, gibt es vielleicht nicht unmittelbar jemanden, der ihren Platz eingenommen hat.“ Ans Weiterkommen glaubt Pflieger dennoch. „Das Team und insbesondere ein Jogi Löw sind sich der Tragweite bewusst. Sonst wehen die Flaggen ja auf Halbmast“, sagt der Läufer der LG Telis Finanz Regensburg. „Es wird wohl kein schönes Spiel werden, aber die Jungs werden sich durchmogeln.“ Außerdem habe das Team unter der Woche ja auch „die eine oder andere Ansprache bekommen“.

Otto Kneitinger: „Es braucht mehr Leidenschaft“

Otto Kneitinger Foto: mar
Otto Kneitinger Foto: mar

Der Ehrenabteilungsleiter der Judoka des TSV Abensberg ist großer Fußballfan und verfolgt natürlich auch die Spiele der deutschen Mannschaft bei der Weltmeisterschaft in Russland ganz genau. Von der Leistung gegen Mexiko war er enttäuscht: „Das war für mich leidenschaftslos. Irgendwie hat man das Gefühl gehabt, dass die Spieler noch gar nicht richtig wach sind.“ Er glaubt aber, dass sich das gegen Schweden ändern wird. „Das Potenzial ist ja fraglos da und sie können es auch. Dafür müssen sie aber mehr Leidenschaft und mehr Lust zeigen.“ Personell würde er sich Veränderungen in der Startelf wünschen. Er hofft, dass Marco Reus von Anfang an spielen wird, zudem würde er Ilkay Gündogan bringen. Und wer muss dafür raus? Hier würde Kneitinger auf Mesut Özil verzichten: „Der wirkt auf mich einfach so, als ob er gar keine große Lust hat, deswegen würde ich ihn auf die Bank setzen.“

Martin Ancicka: „Sie müssen mehr als Team auftreten“

Martin Ancicka Foto: Nickl
Martin Ancicka Foto: Nickl

Achteinhalb Jahre in drei Etappen für den EV Regensburg sowie 48 Länderspiele für Deutschland stehen für den 43-Jährigen in der Vita, der 2013 aufhörte und jetzt als Spielerberater im Eishockey unterwegs ist – und noch nicht ganz so tief im Geschehen der Fußball-WM steckt. „Ich verfolge die deutsche Mannschaft schon und drücke die Daumen, aber als Fußballfan reizt mich die WM erst so richtig nach der Gruppenphase.“ Ob die DFB-Elf dann noch dabei ist? „Ich hoffe es. Genug Qualität hat sie“, sagt Ancicka und sieht als „einzige Antwort“ darauf, was besser werden muss: „Sie müssen mehr als Team auftreten, haben gegen Mexiko komplett die Defensive vernachlässigt und unaggressiv agiert.“

Ancicka verwundert der öffentliche Umgang mit den Stars. „Vor kurzem waren sie die Helden der Nation – und nach einem Spiel im Turnier und einer kurzen Schwächephase davor sind sie die Deppen, die von früh bis spät auf allen Kanälen verarscht werden. Das finde ich traurig. Es gehört zwar zum Sport, aber ist extremer geworden“, sagt Ancicka, der auch andere Fußballentwicklungen mit Argwohn beobachtet. „Irgendwie verkommt alles mehr und mehr zur Show“, sagt der Regensburger, der „ein Riesenfan eines Baggio, Maradona oder auch Messi“ war und ist.

Infos zur Fußball-WM in Russland:

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