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Sonntag, 19. August 2018 32° 2

Tour de France

Radsport: Alaphilippe gewinnt Bergetappe

Greg Van Avermaet hat den Favoriten der Tour de France die Show gestohlen und seine Gesamtführung souverän verteidigt.
Von Manuel Schwarz und Andreas Zellmer

Greg Van Avermaet (M) im Gelben Trikot fährt beim Aufstieg auf den Col de la Croix Fry Bergpass hinter Julian Alaphilippe (r). Foto: Peter Dejong/AP
Greg Van Avermaet (M) im Gelben Trikot fährt beim Aufstieg auf den Col de la Croix Fry Bergpass hinter Julian Alaphilippe (r). Foto: Peter Dejong/AP

Le Grand-Bornand.Kurz vor dem Ziel küsste Julian Alaphilippe noch etwas ungläubig seinen Talisman an der Halskette, nach dem ersten Tour-Erfolg seiner Karriere flossen dann die Tränen. Der aufstrebende Radprofi hat bei der 105. Frankreich-Rundfahrt für den umjubelten ersten Heimsieg gesorgt und einen rundum gelungenen Auftakttag in den Alpen mit der Eroberung der gepunkteten Bergtrikots versüßt. „Da fehlen mir etwas die Worte. Ich bin glücklich, das hat richtig Spaß gemacht“, sagte der Quick-Step-Kapitän am Dienstag, an dem vor allem der deutsche Sprinter Marcel Kittel heftig um das Zeitlimit und damit seine Weiterfahrt bei der Tour bangen musste.

„Da fehlen mir etwas die Worte. Ich bin glücklich, das hat richtig Spaß gemacht.“

Julian Alaphilippe

Während Kittel Viertletzter wurde, war neben Alaphilippe der Belgier Greg Van Avermaet der große Gewinner. Er konnte wegen der Zurückhaltung der Favoriten seine Gesamtführung ausbauen.

Greg Van Avermaet siehlt den Stars die Show

Der Klassikerspezialist stahl den Stars um Titelverteidiger Chris Froome auf der ersten Bergetappe dieses Jahres die Show, weil er sich in einer Ausreißergruppe früh auf und davon machte, das Hauptfeld auf eine Verfolgung verzichtete und die Klassementfahrer auf den gesamten 158,5 Kilometern von Annecy nach Le Grand-Bornand nicht attackieren wollten. „Ich bin nach einem Ruhetag immer stark, habe genau den richtigen Moment abgepasst für einen Angriff und gemerkt, dass das heute mein Tag ist“, sagte Van Avermaet. „Das war die zweite Attacke in Gelb nach der Roubaix-Etappe, das ist etwas Außergewöhnliches.“

Der Belgier vergrößerte als Etappenvierter seinen Vorsprung auf Geraint Thomas aus dem Sky-Team auf 2:22 Minuten, der drittplatzierte Spanier Alejandro Valverde ist 3:10 Minuten zurück. Seriensieger Froome hat als Gesamt-Sechster einen Rückstand von 3:21 Minuten.

Dass Olympiasieger Van Avermaet seinen Coup auch am Mittwoch auf dem 11. Teilstück wiederholen wird, ist unwahrscheinlich. Denn auf der Etappe mit der Bergankunft in der Skistation La Rosière dürften sich Froome und Co. nicht mehr derartig zurückhalten. „Da gibt es bei den Favoriten ein Feuerwerk“, prognostizierte der Franzose Pierre Latour, der Träger des Weißen Trikots als bester Nachwuchsfahrer.

Ein deutscher Sprinter zittert

Davor zittern die Sprinter wie Kittel. Der 2018 noch schwächelnde Thüringer kam am Dienstag im Gruppetto der langsamsten Fahrer 34:02 Minuten hinter Alaphilippe und nur knapp innerhalb des Zeitlimits ins Ziel. Er sowie zehn andere Profis, darunter Ex-Seriensieger Mark Cavendish und der zweimalige Etappengewinner Dylan Groenewegen vermieden damit gerade noch den vorzeitigen Ausschluss. Am Mittwoch stehen die Sprinter bei drei knüppelharten Bergwertungen über eine Mini-Distanz vor der nächsten schweren Aufgabe.

Im Kampf um die vorderen Plätze spielten die Deutschen zwei Tage nach dem Etappensieg von John Degenkolb in Roubaix keine Rolle. Nach dem ersten Ruhetag verschwendete das Feld zum Auftakt keine Zeit für Sightseeing am malerischen Lac d’Annecy. Kurz nach dem ersten kurzen Anstieg schaffte es eine größere Spitzengruppe von 21 Fahrern, sich abzusetzen. Zu den Ausreißern gehörten bekannte Namen wie Peter Sagan – der sich als Favorit auf das Grüne Trikot die volle Punktzahl beim Zwischensprint sicherte – vor allem aber Van Avermaet.

Auf der ersten Alpenetappe hielt sich der 33-Jährige beeindruckend vorne und gehörte auch auf dem Montée du plateau des Gliéres, dem ersten Anstieg der höchsten Kategorie bei dieser Tour, zu den ersten Überquerern. Auf einer folgenden kurzen Passage auf Schotterpiste hatte Froome im Hauptfeld einen Platten, fiel deswegen aber nicht weit zurück und konnte den kleinen Rückstand schnell aufholen.

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