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Schalke-Boss Tönnies freut sich über Last-Minute-Sieg

Lange sieht es nicht nach Schalkes drittem Saison-Heimsieg aus. So ist die Freude über das späte 2:1 gegen den starken Favoritenschreck Union Berlin besonders groß. Auch bei einem prominenten Rückkehrer.
Von Ulli Brünger, dpa

Schalke-Boss Clemens Tönnies freute sich in der Veltins Arena über den Sieg seiner Mannschaft. Foto: Bernd Thissen/dpa
Schalke-Boss Clemens Tönnies freute sich in der Veltins Arena über den Sieg seiner Mannschaft. Foto: Bernd Thissen/dpa

Gelsenkirchen.Clemens Tönnies ist beim FC Schalke 04 auf die Kommando-Brücke zurückgekehrt.

Nach dem ersten Heimspiel-Besuch seit dem Beginn seiner dreimonatigen Auszeit Anfang August gab der Clubchef gleich wieder die Richtung vor: „Komm Salif, feiern!“ - Quasi im Vorbeigehen gab der Aufsichtsratschef des Revierclubs dem nach einer Operation noch an Krücken humpelnden Abwehrspieler Salif Sané einen freundschaftlichen Klaps auf die Schulter und forderte den senegalesischen Fußball-Profi auf, ihm in die Kabine zu folgen. Um dem Team zum schwer erkämpften 2:1 (1:1)-Bundesligasieg gegen den wackeren Aufsteiger 1. FC Union Berlin zu gratulieren.

Glückwünsche zahlreicher Fans hatte Tönnies nach seinem „Comeback“ in der Arena schon direkt nach dem Abpfiff mit sichtlicher Erleichterung entgegengenommen und mit einer rhetorischen Frage kommentiert: „Was meint ihr, wer sich heute am meisten freut?“

Nach umstrittenen Äußerungen über Afrikaner, die zahlreiche Beobachter als rassistisch kritisiert hatten, und der folgenden Entscheidung des Schalker Ehrenrats am 6. August hatte Tönnies sein Amt als Aufsichtsratsboss des Fußball-Bundesligisten für drei Monate ruhen lassen. So war es das erste Saison-Heimspiel überhaupt, das der 63-Jährige vor Ort verfolgte - am Ende mit großem Vergnügen.

Zunächst dürfte Tönnies der Auftritt gegen die zuletzt dreimal in der Liga siegreichen Eisernen gar nicht gefallen haben. Denn das Team von Urs Fischer bestimmte die Partie in der kompletten erste Hälfte. Die glückliche Schalke-Führung durch den satten Schuss von der Strafraumgrenze des erneut starken Benito Raman in der 23. Minute („Den Ball habe ich perfekt getroffen“) täuschte über die Kräfteverhältnisse hinweg. Der Ausgleich durch einen von Marcus Ingvartsen verwandelten Foulelfmeter (36.) war mehr als verdient, auch wenn der Pfiff von Daniel Schlager sehr umstritten war. „Das war kein Elfmeter“, monierte nicht nur Schalkes Trainer David Wagner, der aber auch einräumte: „Union war in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft mit den klareren Torchancen.“

Im zweiten Durchgang bot sich den 61.837 Zuschauers ein völlig anderes Bild mit vielen guten Aktionen und Chancen der Schalker. Doch die Anspannung bei Tönnies und den Fans löste sich erst in der 86. Minute, als Suat Serdar eine gelungene Kombination nach toller Vorarbeit von Amine Harit mit dem Siegtreffer abschloss. Fischer haderte zwar mit der Niederlage, lobte sein Team aber für die insgesamt starke Vorstellung. „Am Ende hat Schalke viel Druck erzeugt und wir haben zu viele Fehler gemacht.“

Der erste Heimerfolg seit dem 20. September gegen Mainz - es folgten drei Remis gegen Köln, Dortmund und Düsseldorf - und der Sprung vorerst auf Platz zwei zum Auftakt des 13. Spieltags mit 25 Punkten verleitet die Königsblauen nicht zu großer Euphorie. „Nach 13 Spieltagen ist die Tabelle total irrelevant, erst nach dem 34. zählt sie“, sagte Wagner. Genauso sehen es seine Spieler. „Die Tabelle ist eine schöne Momentaufnahme, aber mehr auch nicht“, betonte Bastian Oczipka. Und Siegtorschütze Serdar meinte: „Es ergibt keinen Sinn, jetzt irgendeine Saisonprognose abzugeben. Dafür ist es definitiv zu früh. Aber wenn wir so weiterspielen, wird es eine gute Saison werden.“

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