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Freitag, 21. September 2018 28° 3

Ausdauersport

Sebastian Neef macht Tempo

Der Lokalmatador feiert auf der Mitteldistanz beim Regensburger Triathlon den Sieg. Viele Zuschauer waren an der Strecke.
Von Dieter Krelle

Glücklicher Sieger: Sebastian Neef gewinnt die Mitteldistanz. Foto: Brüssel
Glücklicher Sieger: Sebastian Neef gewinnt die Mitteldistanz. Foto: Brüssel

Regensburg.Fünfmal hatte sich Sebastian Neef schon in die Siegerliste des Regensburger Triathlons auf der olympischen Distanz eingetragen. Gestern feierte nun der Profi aus Lappersdorf am Regensburger Protzenweiher eine erfolgreiche Premiere auf der erstmals ausgetragenen Mitteldistanz. „Der hat sogar den Schelmengraben mit einem Lächeln genommen“, versetzte Neef die am Streckenrand fachsimpelnden Fans in Erstaunen. „Der Neef kam daher wie ein Express“, lobte auch einer der Starter auf der olympischen Distanz die Rad-Performance des Regensburger Lokalmatadors auf der Mittel-Distanz über 1,9 Kilometer Schwimmen, 83 Rad- und 20-Lauf-Kilometer.

Zahlreiche Zuschauer feuerten die Sportler an. Foto: Brüssel
Zahlreiche Zuschauer feuerten die Sportler an. Foto: Brüssel

Als Ersatz für das Liga-Rennen hatte der rührige Veranstalter dieses Jahr diesen Wettbewerb erstmals mit ins Programm aufgenommen. Insgesamt zum 29. Mal hatten die Veranstalter von Tristar Regensburg zum Triathlon gebeten.

„Jetzt überleg ich mir, ob Hawaii wirklich ein Ziel sein soll“

Sebastian Neef

„Du musst es halt ins Ziel bringen“, sagte Sebastian Neef nach seinem Sieg. „Jetzt überleg ich mir, ob Hawaii wirklich ein Ziel sein soll“, bilanzierte der von den Anstrengungen doch gezeichnete Ausdauer-Athlet, dessen Sehne am Ende schmerzte.

Zuvor hatte der deutsche Vizemeister auf der Langdistanz mit seinem Sieg in Schliersee einen Formanstieg zur rechten Zeit bewiesen. „Jetzt hoffe ich für meinen nächsten Start in Kopenhagen auf gemäßigtere Temperaturen. Denn dieses Rennen war schon äußerst fordernd“, sagte der 29-jährige Neef. 999 Starter erlebten dieses Zusatzprogramm mit Hawaii-Feeling pur bei Temperaturen von weit über 30 Grad.

Pollert glänzt beim Sprint

Bei der Hitze mussten selbst Rasensprenger als Dusche herhalten. Foto: Brüssel
Bei der Hitze mussten selbst Rasensprenger als Dusche herhalten. Foto: Brüssel

„Anstrengend, aber atmosphärisch eine Klasse für sich“, lobten die Teilnehmer der spannenden Sprint-Entscheidung ihren Wettbewerb. Im Sprint hatte es Sven Pollert seinem überzeugenden Fünf-Kilometer-Lauf zu verdanken, dass er den bis 1500 Meter vor dem Ziel führenden Manuel Lohr (Landshut) noch überholte. Für Pollert, der für den SC Prinz Eugen München am Start war, war sein erster Erfolg auf dieser Distanz etwas ganz Besonderes. „Ich habe in Regensburg studiert“, freute sich der Athlet nach 57:37 Minuten über seinen imponierenden, erfolgreichen Auftritt, der ihm für die noch ausstehenden Events Zuversicht verleiht: „Dass ich am Ende noch so viel drauf hatte, kann mich für den Rest der Saison nur beflügeln“, sagte er.

Souverän dagegen kam die Damen-Siegerin Hanne Krauß aus Bamberg ins Ziel. Krauß distanzierte ihre Oberpfälzer Verfolgerin Karin Schwabl (TV Vohenstrauß) um fast sechs Minuten und unterstrich damit ihre Topform für die letzten Triathlon-Zweitliga-Wettbewerbe.

Ein Überraschungssieger auf der olympischen Distanz

Im Ziel häufig entspannt lächelnd ankommend, boten also schon die Sprinterinnen und Sprinter den Zuschauern und Fans tollen Sport. Da wollten natürlich auch die Starter auf der olympischen Distanz (1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren, zehn Kilometer Laufen) nicht zurückstehen. Überraschungssieger wurde der Rothenburger Maximilian Nichterlein, der den Freilassinger Lukas Hufnagel in 2:08,18 Stunden um fast 70 Sekunden hinter sich ließ, angefeuert von den Zuschauern.

Viele Impressionen vom Regensburger Triathlon sehen Sie in unserer Bildergalerie:

Regensburg Triathlon 2018

Einen solchen Anschub hätte sicher auch ein Regensburger Lokalmatador auf dieser Distanz bekommen. Es gab leider keinen. Der im Vorfeld auf den Favoritenschild gehobene Triathlon-DM-Fünfte Marchalo Kunzelmann-Loza war nicht am Start.

Siegerin Bianca Steuerer (Mitte) Arm in Arm mit Tamara Zeltner (Amberg) und Anita Weber (Straubing) Foto: Brüssel
Siegerin Bianca Steuerer (Mitte) Arm in Arm mit Tamara Zeltner (Amberg) und Anita Weber (Straubing) Foto: Brüssel

Dafür wurden die wieder zahlreichen Zuschauer mit einer dramatischen Entscheidung bei den Damen entschädigt. Dort wechselte die Führung zwischen der späteren Siegerin Bianca Steuerer (Skinfin), Bianca Zellner (CIS Amberg) und Anita Weber (Straubing) auf der letzten Fünf-Kilometer-Laufrunde fast ständig.

Die Höhepunkte massierten sich im Lauf der ohne Zwischenfälle verlaufenden Veranstaltung, in der die Moderatoren Guido Lengfellner und Markus Dolles angesichts vieler lokaler Geschichten um Tristar-Dauergäste geradezu im Lokalkolorit einer Veranstaltung schwelgten, die mit dem Experiment Mittel-Triathlon einen besonderen Schwerpunkt gesetzt hat.

Bauer halbe Stunde zurück

Dass ausgerechnet auf der 20-km-Laufstrecke die Wasser-Versorgung ein Schwachpunkt war, erschwerte die Vorstellung der Athleten hinter dem einsam seine Kreise ziehenden Sebastian Neef, der dem Zweitplatzierten Ex-Regensburger Lucas Bauer immerhin über 30 Minuten abnahm. Dass im Damen-Feld Maria Elisabeth Haas (München) 4:31,40 Stunden, Nicole Bretting (Pfaffenhofen) 4:34,12 Stunden und Annika Thimm (Bamberg) 4:35,20 Stunden einen imponierenden Auftritt hinlegten, lässt auf das angeblich schwache Geschlecht hoffen, das am Rhein-Main-Donaukanal eine vielversprechende Vorstellung hinlegte.

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Ob das neue Veranstaltungs-Konzept rund um den Tristar-Triathlon die wünschenswerte Zukunft haben kann, wird noch manche Überlegung erfordern. Für die zahlreichen ehrenamtlichen Unterstützer jedenfalls, die in der Hitze einen tollen Job erfüllten, wäre das auch ein Stück Anerkennung ihres Einsatzes.

Die Ergebnisse

  • Sprint (500 m/20 km/5 km), Herren:

    1. Sven Pollert (SC Prinz Eugen München) 57:37, 2. Manuel Lohr (Team Baier Landshut) 58:38,32, 3. Pascal Niklas (LV Deggendorf) 59:31,50, 4. Armin Reif (TV Zwiesel), 5. Robert Lämmchen (Nonstop Bamberg), 6. Valentin Kammerloher (Jahn Freising), 7. Christoph Arthofer (Karlsfeld), 8. Michael Dorn (Forchheim), 9. David Zwickl, 10. Jonas Storch
    1. Hanna Krauß (Bamberg) 1:03:32,18, 2. Katrin Schwabl (TV Vohenstrauß) 1:09:20, 3. Sophia Wasserer 1:10:21, 16, 4. Franziska Niebergall (LLC Marathon), 5. Julia Thaller (Pfaffenhofen), 6. Ulrike Schön (Kallmünz)
    1. Team Jägermeister, 2. Continental Regensburg, 3. Osram Sprint 1, 4. Osram Sprint 2

  • Olympische Distanz (1,5/40/10), Herren:

    1. Maximilian Nichterlein (Rothenburg) 2:08,18, 2. Lukas Hufnagel (Freilassing) 2:09,41, 3. Andi Gesellmann (Tri Merino), 4. Oliver Rau (Landshut), 5. Thomas Hildebrandt-Strobl (USC München), 6. Fabian Dworschak (Roth), 7. Leonhard Mandl (Buchendorf), 8. Dennis Eiken (1860 Rosenheim), 9. Thomas Haibel (TSV Moosbch), 10. Benedikt Eckl (CIS Amberg)
    1. Bianca Steuerer (Skinfit) 2:12,33, 2. Tamara Zeltner (CIS Amberg) 2:23,32; 3. Anita Weber (Straubing), 4. Julia Merk (Laface Weiden), 5. Kerstin Hagerer (CIS Amberg), 6. Theresa Graßkamp (Grünwald), 7. Veda Erös (FC Mintraching), 8. Astrid Islinger (Armin Wolf Laufteam), 9. Barbara Vivier-Müller (Puissance 3 Cournon), 10. Julia Bader (Kamilo TriTeam)
    1. Team Cham, 2. Osram Regensburg, 3. SV Dachau, 4. Stiftung Wadentest

  • Mitteldistanz (1,9 km, 83, 20), Herren:

    1. Sebastian Neef (Tristar) 3:42,37, 2. Luca Bauer (4:12,37), 3. Dr. Anselm Groda (LLC Marathon) 4:14,17, 4. Klaus Haberkorn (Waldsassen), 5. Thomas Korak (TV Styria), 6. Roland Ziegaus (TV Velburg), 7. Jörg Kaiser (Rednitzhembach), 8. Benno Beckstein (run & bike Kelheim), 9. Bendikt Feuerecker (München), 10. Lucasz Przemyslaw (München)
    1. Maria Elisabeth Haas (MRRC München) 4:31,49, 2. Nicole Bretting (Pfaffenhofen) 4:34,42, 3. Annika Timm (Bamberg) 4:35,20, 4. Maren Martens (Landshut), 5. Judit Andrassy, 6. Daniela Unger (Gundelfingen), 7. Julia Coenen (Freising), 8. Rebecca Schmauch (Post Nürnberg), 9. Birgit Bachmann-G. (Schongau), 10. Daniela Hecker (Remax Regensburg/TSV Nittenau)
    1. Peppex Sport Team 3:58,03, 2. Team Michael Krell Coaching 4:05,11, 3. Velosoph Freising 4:09,05

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