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Auszeichnung

Simone Laudehrs märchenhafte Karriere

Die Regensburgerin hat im Frauenfußball Maßstäbe gesetzt. Der Lohn ist der Ehrenpreis der Mittelbayerischen Zeitung.
Von Heinz Gläser

Kraftvoll und dynamisch: Simone Laudehr (r.) hat den deutschen Frauenfußball geprägt.  Foto: Eibner-Pressefoto/Bohla
Kraftvoll und dynamisch: Simone Laudehr (r.) hat den deutschen Frauenfußball geprägt. Foto: Eibner-Pressefoto/Bohla

Regensburg.Mit dem scharfen Blick des erfahrenen Fußball-Jugendtrainers erkannte Heribert Dengler früh: Dieses Talent wird seinen Weg machen. „Sie war das einzige Mädchen in der Mannschaft. Da haben die Jungs ganz schön g’schaut!“, blickt Heribert Dengler zurück auf die Kindheitstage von Simone Laudehr. Schon damals sei der unbändige Ehrgeiz der gebürtigen Regensburgerin unübersehbar gewesen, sagt Laudehrs ehemaliger Coach beim FC Tegernheim. In welche Höhen und zu welchen Triumphen dieser Ehrgeiz seinen Schützling später tragen würde, hat aber auch Dengler nicht geahnt.

Sponsor Christian Volkmer mit Ben Rückerl, Lisa Schöppl und Heribert Dengler (von links) Foto: Lex
Sponsor Christian Volkmer mit Ben Rückerl, Lisa Schöppl und Heribert Dengler (von links) Foto: Lex

Sie ist Olympiasiegerin, Weltmeisterin, Europameisterin, Champions-League-Siegerin: Und das ist nur ein kleiner Ausriss der Erfolge und Triumphe, die Laudehr in ihrer märchenhaften Karriere eingeheimst hat. Die Liste ist ellenlang. Um diesen Superlativ kommt man nicht herum: Simone Laudehr ist die erfolgreichste Sportlerin, die Regensburg je hervorgebracht hat.

„Da haben die Jungs ganz schön g’schaut!“

Heribert Dengler

Die Auszeichnung mit dem Ehrenpreis der Mittelbayerischen Zeitung für besondere Verdienste im Sport ist die logische Konsequenz dieser außergewöhnlichen Leistungen. Aus zwingenden privaten Gründen hatte Simone Laudehr ihre Teilnahme an der Gala „Ostbayerns Sportler des Jahres“ kurzfristig absagen müssen. „Sie wäre wahnsinnig gerne hier gewesen“, sagte Ben Rückerl vom „Team Bananenflanke“, der stellvertretend auf der Bühne die Trophäe in Empfang nahm.

Siebte Preisträgerin

  • Auszeichnung:

    Ben Rückerl vom Team Bananenflanke nahm stellvertretend für Simone Laudehr den Preis in Empfang. Sponsor Christian Volkmer (Projekt 29.) gratulierte. Die Laudatio hielt Juniorennationalspielerin Lisa Schöppl. Laudehrs Jugendtrainer beim FC Tegernheim, Heribert Dengler, erinnerte an die Anfänge einer grandiosen Laufbahn.

  • Prominenz:

    Träger des Ehrenpreises der Mittelbayerischen Zeitung sind zudem Eishockey-Ikone Martin Ancicka, Star-Physiotherapeut Klaus Eder, Fußball-Weltenbummler Lutz Pfannenstiel, Sportmoderator Armin Wolf, Abensbergs Judo-Boss Otto Kneitinger und Dr. Clemens Prokop, der langjährige Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes.

Im Juli 1986 erblickte Laudehr das Licht der Welt und entdeckte sehr früh ihre Leidenschaft für den Fußball. Sie kickte bei ihrem Heimatverein FC Tegernheim, wechselte mit zehn Jahren zum SC Regensburg und mit 15 nach München. Für den FC Bayern spielt sie auch aktuell wieder. Dazwischen lagen die Stationen FCR Duisburg und FFC Frankfurt: wie der FC Bayern erste Adressen im deutschen Frauenfußball.

Fussball

Bayern verlängert Vertrag mit Laudehr

Die frühere Fußball-Nationalspielerin Simone Laudehr hat ihren Vertrag beim FC Bayern München bis 2021 verlängert.

Ihr Debüt in der deutschen Nationalmannschaft feierte Laudehr kurz nach ihrem 21. Geburtstag. Weitere 102 Länderspiele sollten bis 2017 folgen. Das absolute Highlight war der Gewinn des Weltmeistertitels 2007 in China. Simone Laudehrs wuchtiger Kopfballtreffer zum 2:0 entschied das Finale gegen Brasilien und wurde von der ARD zum „Tor des Monats“ gekürt.

Impressionen von der Sport-Gala sehen Sie hier:

Das sind die Sportler des Jahres 2019

Als die DFB-Frauen 2016 bei den Spielen in Rio de Janeiro triumphierten, musste Laudehr zwar im Turnierverlauf verletzungsbedingt passen. Olympisches Gold war allerdings mehr als Trostpflaster.

Als physisch starke Allrounderin hat Simone Laudehr den deutschen Frauenfußball auf ein neues Level gehoben. Diesen Aspekt hob auch Lisa Schöppl in ihrer Laudatio auf die Teamkollegin beim FC Bayern hervor.

„Simone ist ein Vorbild – auf und außerhalb des Platzes!“

Lisa Schöppl

„Simone war und ist nicht nur spielerisch weltklasse, sondern hat auch in puncto Fitness und Physis neue Maßstäbe gesetzt“ sagte die Juniorennationalspielerin aus Regensburg, die im Jahr 2015 als Ostbayerns Nachwuchssportlerin des Jahres ausgezeichnet worden war. Lisa Schöppl fügte hinzu: „Für junge Fußballerinnen wie mich sind Teamkolleginnen wie Simone der Ansporn, das Beste aus sich herauszuholen, nie aufzugeben, immer hart an sich zu arbeiten. Wir spielen jetzt beide beim selben Klub, beim FC Bayern München. Doch es ist ein unendlich weiter Weg, einem Star wie Simone nachzueifern. Sie ist ein Vorbild – auf und außerhalb des Platzes!“

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