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Leichtathletik

Viel zu schnell für Florian Orth

Über 5000 Meter ist der Regensburger auf Rang 17 bester Deutscher. Corinna Schwab kommt in der Staffel nicht zum Einsatz.
Von Claus-Dieter Wotruba

 Florian Orth (und Marcel Fehr hatten über 5000 Meter keine Chance.. Foto: Michael Kappeler/dpa
Florian Orth (und Marcel Fehr hatten über 5000 Meter keine Chance.. Foto: Michael Kappeler/dpa

Berlin. Schnell, viel zu schnell war das 5000-Meter-Rennen der Leichtathletik-Europameisterschaften für Florian Orth. Im Vorfeld hatte der 29-Jährige von der LG Telis Finanz Regensburg noch gehofft, ein taktisches Rennen zu erleben und seine Chance suchen zu können. Stattdessen zog ein 16er-Pulk nach über der Hälfte der Distanz auf und davon: Am Ende blieben elf Läufer unter 13:26 Minuten. Und obwohl Florian Orth in 13:37,46 Minuten im Rahmen seiner Möglichkeiten auftrat – qualifiziert hatte er sich mit einer 13:34,03 auf den letzten Drücker in Belgien – war nicht mehr als Rang 17 unter den 24 Startern drin, von denen 22 in die Wertung kamen. „Es ist schon pervers, wie das Niveau hier ist“, kommentierte Orth die Ergebnisse.

Die deutsche Hoffnung Richard Ringer hatte nach dem Ausstieg über 10 000 Meter kurzfristig den Startverzicht erklärt. In neuem U-20-Europarekord von 13:17,06 Minuten gewann der erst 17-jährige Jakob Ingebrigtsen aus Norwegen, der schon über 1500 Meter Gold geholt hatte, mit 1,69 Sekunden Vorsprung vor seinem zehn Jahre älteren Bruder Henrik.

Unmittelbar hinter Florian Orth kam Marcel Fehr mit zwei Zehnteln Rückstand ins Ziel. „Als er 300 Meter vor dem Ziel neben mir aufgetaucht ist, habe ich angezogen. Ich musste doch die alte Rangfolge bewahren“, sagte Orth. „Es war ein undankbares Rennen für uns, aber wir können beide erhobenen Hauptes rausgehen.“ Fehr – wie Orth auch aus dem deutschen Kader aussortiert – war überwältigt von der Stimmung, die die 60 500 Zuschauer machten: „So etwas habe ich noch nie erlebt. Jetzt weiß ich, wie sich die Gladiatoren früher gefühlt haben müssen. Ich bin wahnsinnig berauscht.“

„Von meinen vier Europameisterschaften war das jetzt der schlechteste Platz“, sagte Orth. „Darüber bin ich einerseits enttäuscht, andererseits bin ich auch kein Profi wie die anderen“, sagt der Regensburger, der in der elterlichen Praxis als Zahnarzt arbeitet. „Irgendwie muss ich mir den Spaß finanzieren. Jetzt ist die Frage, wie der Verband damit umgeht. Ich sage immer, wer nichts fördert, kann nichts fordern“, sagte Orth kritisch. „Marcel und ich sind zwei Aussortierte. Ohne uns wäre die Strecke unbesetzt geblieben.“

Ebenfalls unglücklich verlief der Samstag für Corinna Schwab: Die 19-jährige vom TV Amberg 1861, die im Vorlauf noch zum deutschen Quartett gehört hatte, wurde im Finale von Laura Müller ersetzt und kam nicht zum Einsatz. „Natürlich ist man im ersten Moment enttäuscht. Ich musste mich als Ersatzläuferin auch komplett warmmachen. Und danach waren wir im Stadion und haben angefeuert“, sagte Schwab. Das deutsche Team kam beim Sieg der Polinnen (3:26,59) in 3:30,33 Minuten als Sechste in Ziel.

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