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WM-Absage in der Nacht: Kein Ironman auf Hawaii im Februar

Nun doch nicht. Nun doch nur eine Ironman-WM auf Hawaii im kommenden Jahr - wenn zumindest das klappt. Das auf Februar verschobene Rennen wurde wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Wann es für Jan Frodeno, Sebastian Kienle und Anne Haug wieder los geht, ist nicht absehbar.
Von Jens Marx und Maximilian Haupt, dpa

Der zweimalige Ironman-Sieger Patrick Lange muss auf den Hawaii-Triathlon verzichten. Foto: Ronit Fahl/Zuma Press/dpa
Der zweimalige Ironman-Sieger Patrick Lange muss auf den Hawaii-Triathlon verzichten. Foto: Ronit Fahl/Zuma Press/dpa

Kailua-Kona.Die Nachricht von der schmerzvollen Absage des legendären Ironman im Februar auf Hawaii erreichte die deutschen Champions zu nachtschlafender Zeit. Unerwartet kam sie nicht.

„Ich bin natürlich sehr traurig darüber“, sagte Titelverteidigerin Anne Haug der Deutschen Presse-Agentur, „aber die Entscheidung ist in Anbetracht der aktuellen Situation mehr als nachvollziehbar.“

Ähnlich äußerte sich der dreimalige Champion Jan Frodeno. „Eine Weltmeisterschaft ist momentan nicht durchführbar mit Athleten aus allen Kontinenten, wir müssen einfach weiterhin noch regionaler denken und handeln“, sagte der 38-Jährige. „Wir überlegen schon länger über Alternativen und werden es nun konkreter angehen.“ Für 2014-Weltmeister Sebastian Kienle kam die Absage ebenfalls nicht überraschend. Er verwies auf die dramatische Corona-Entwicklung in den USA. „Das Reisen ist kaum möglich“, sagte der 36-Jährige.

Zeitgleich mit der Pressemitteilung war per persönlicher Mail in der Nacht auf Mittwoch die Absage wegen der Coronavirus-Pandemie in den Postfächern der Athletinnen und Athleten gelandet. Das böse Erwachen kam am Morgen. „Wir waren hoffnungsvoll, dass wir unsere Athleten, deren Familien und Fans für diese Veranstaltungen willkommen heißen können, aber der andauernde Einfluss der Pandemie macht das unmöglich“, sagte Ironman-Chef Andrew Messick.

Nach einer Verschiebung war das Kultrennen über 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen vom 10. Oktober für den 6. Februar 2021 neu angesetzt worden. „Mit schwerem Herzen“ wurde nun die Absage mitgeteilt. Seit der Premiere des Rennens auf Hawaii 1978 ist es das erste Mal. Auch die WM 2020 über die halbe Ironman-Distanz wird nicht stattfinden. „Es ist hart, diese Entscheidung im Juli zu treffen, aber das bringt die notwendige Klarheit für Athleten, Gastgeber und Partner“, betonte Messick.

Titelverteidiger Jan Frodeno hatte sich bereits bei der Verschiebung im Mai kritisch geäußert und eine Absage nahegelegt. „Das macht es irgendwann ein bisschen albern, einen Februar-Weltmeister und einen Oktober-Weltmeister zu haben“, hatte er betont.

Ein Problem waren auch die Qualifikationskriterien, obwohl sie die Organisatoren in der Folge anpassten. Durch die globale Ausbreitung des Coronavirus fanden in diesem Jahr noch keine Ironman-Rennen statt, zuletzt wurde auch der zunächst in den September verschobene Ironman Hamburg abgesagt, die EM in Frankfurt gab und gibt es in diesem Jahr auch nicht. „Man weiß gar nicht, wer bei der WM hätte starten sollen“, sagte Kienle der dpa.

Dennoch hatten Frodeno & Co die Trainingspläne bereits nachjustiert und mit der Vorbereitung auf den Höhepunkt und Klassiker im Triathlon Anfang kommenden Jahres begonnen. Kienle stürzte dabei neulich allerdings mit dem Rennrad und zog sich einen Schlüsselbeinbruch zu. Mittlerweile trainiert er wieder.

In den vergangenen Jahren war der Triathlon-Klassiker auf Hawaii eine deutsche Angelegenheit. Kienle begründete mit seinem Triumph 2014 eine Ära. 2015 und 2016 holte sich Frodeno den WM-Titel, ehe Patrick Lange (33) zweimal nacheinander gewann. Im Oktober 2019 kehrte Frodeno auf den Thron zurück. Anne Haug (37) sorgte für den ersten Sieg einer deutschen Frau. Sie hofft zumindest noch auf kleinere Wettkämpfe in diesem Jahr in Deutschland.

Kienle rechnet vorerst nicht damit, dass angesichts der Corona-Gefahren schon bald große Triathlon-Wettkämpfe möglich sind. „Unser Sport ist ein Mitmachsport, eine Massenveranstaltung“, sagte er. „Wir werden die Letzten sein.“

Allen Athletinnen und Athleten bleibt letztlich nichts anderes übrig, als auf die WM im Oktober 2021 zu hoffen. „Wir werden es aushalten und freuen uns auf den Tag, wenn die größten Profis und Altersklassen-Triathleten zur Krönung der Weltmeister zusammenkommen“, versprach Ironman-Boss Messick.

© dpa-infocom, dpa:200722-99-877997/5

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