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Frauenfussball

Wolfsburg verpasst zweites Triple

Die Grün-Weißen verpassten im Champions-League-Finale gegen Titelverteidiger Lyon das zweite Triple der Clubgeschichte.
Von Stefan Tabeling, dpa

Wolfsburgs Tessa Wullaert (l-r), Nilla Fischer, Anna Blässe, Isabel Kerschowski, Joelle Wedemeyer und Noëlle Maritz stehen auf dem Feld während des Spiels. Foto: Ina Fassbender/dpa
Wolfsburgs Tessa Wullaert (l-r), Nilla Fischer, Anna Blässe, Isabel Kerschowski, Joelle Wedemeyer und Noëlle Maritz stehen auf dem Feld während des Spiels. Foto: Ina Fassbender/dpa

Kiew.Für die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg ist der Traum vom zweiten Triple nach einem weiteren Kraftakt geplatzt. Fünf Tage nach dem DFB-Pokalsieg scheiterte der deutsche Meister im Champions-League-Finale erst in der Verlängerung an der französischen Übermannschaft Olympique Lyon.

Das Team von Trainer Stephan Lerch verlor am Donnerstagabend in Kiew nach umkämpften 120 Minuten mit 1:4 (0:0) gegen den Titelverteidiger, der damit zum dritten Mal in Serie die Königsklasse der Frauen gewann.

Ausverkauftes Stadion, spannendes Spiel

Vor 14 237 Zuschauern im vollbesetzten Walerij-Lobanowski-Stadion fiel die Entscheidung erst in der Verlängerung, als Amandine Henry (98.), Eugenie Le Sommer (99.) und Ada Hegerberg (102.) innerhalb weniger Minuten das Spiel drehten. Den Schlusspunkt setzte Camille Abily für Lyon (116.). Zuvor hatte die Dänin Pernille Harder Wolfsburg noch in Führung gebracht (93.).

Anna Blasse war nach der Niederlage in der Verlängerung enttäuscht. Foto: AFP PHOTO / FRANCK FIFE
Anna Blasse war nach der Niederlage in der Verlängerung enttäuscht. Foto: AFP PHOTO / FRANCK FIFE

Doch die Kräfte reichten nicht mehr aus. Erst am vergangenen Samstag hatte der VfL beim Pokal-Triumph gegen den FC Bayern in die Verlängerung und ins Elfmeterschießen gehen müssen. Damit machte Lyon einmal mehr die Hoffnungen der Grün-Weißen auf den dritten Champions-League-Sieg nach 2013 und 2014 zunichte. 2013 hatte Wolfsburg auch alle drei Titel der Saison abgeräumt.

Dzsenifer Marozsan darf jubeln

Eine Deutsche durfte aber doch jubeln. Dzsenifer Marozsan triumphierte wie im Vorjahr mit Lyon und krönte eine weitere perfekte Saison. Die Mittelfeldspielerin war gerade erst zur Fußballerin des Jahres in Frankreich gewählt worden.

„Es werden sich zwei Top-Mannschaften begegnen, die sich alles abverlangen werden“, hatte Wolfsburgs Trainer Stephan Lerch angekündigt. Und so kam es auch. Die beiden besten Frauen-Teams Europas kämpften um jeden Meter, beide Abwehrreihen agierten hochkonzentriert und ließen kaum Chancen zu.

Wolfsburgs Alexandra Popp (l) gegen Lyons Amandine Henry in Aktion. Foto: Ina Fassbender/dpa
Wolfsburgs Alexandra Popp (l) gegen Lyons Amandine Henry in Aktion. Foto: Ina Fassbender/dpa

Lyon - in der gesamten Saison noch ohne Niederlage - zeigte die reifere Spielanlage.

Wolfsburg hielt mit Leidenschaft dagegen, insbesondere Abwehrchefin Nilla Fischer zeigte eine starke Leistung. Dabei kam den Wolfsburgerinnen auch die Rückkehr von Alexandra Popp zugute, die drei Wochen nach ihrem Muskelfaserriss rechtzeitig fit geworden war.

Im zweiten Durchgang nahm das Spiel an Fahrt auf

So blieben die großen Torchancen in der ersten Halbzeit aus. Erst im zweiten Durchgang, als Lyon den Druck erhöhte, ergaben sich vor allem für die Französinnen Gelegenheiten. Erschwerend kam für den VfL das verletzungsbedingte Aus der Isländerin Sara Björk Gunnarsdottir hinzu (56.). Ohne Fremdeinwirkung war die Mittelfeldspielerin im Rasen hängen geblieben.

Das Spiel verlagerte sich immer mehr in die Wolfsburger Hälfte. Dabei hatte Eugenie Le Sommer zwei Riesenchancen zur Führung. Erst kratzte Noelle Maritz einen Kopfball von der Linie (69.), dann parierte Almuth Schult aus kurzer Entfernung (83.).

In der Verlängerung überschlugen sich die Ereignisse. Harder nutzte einen Konter zur überraschenden VfL-Führung. Der Titelverteidiger antwortete mit wütenden Angriffen und Toren. Konnte Schult zunächst noch gegen Shanice van de Sanden parieren (96.), war danach gegen den Dauerdruck der Französinnen kein Halten mehr.

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