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Zurück in der läuferischen Normalität

Simon Boch von der LG Telis Finanz belegt bei den Schweizer Meisterschaften Rang zwei. Wedel gewinnt Hindernisrennen.

Simon Boch steigt mit famosen 28:31,94 Minuten in die Mini-Sommersaison ein.
Simon Boch steigt mit famosen 28:31,94 Minuten in die Mini-Sommersaison ein. Foto: Bruessel-Foto/Christian Brüssel

Uster.Plötzlich war sie wieder da, die Freiheit der Läufer, dass zu tun, was sie am liebsten tun, nämlich schnell zu laufen. Für Simon Boch kamen die Schweizer Meisterschaften über die Hindernisse und die 10 000 Meter am vergangenen Freitag in Uster gerade recht, um mit 28:31,94 Minuten auf den 25 Bahnrunden dort anzuknüpfen, wo er Anfang März als deutscher Crossmeister aufgehört hatte.

Um etwas mehr als eine Sekunde hinter dem Welt-Jahresbestzeit laufenden österreichischen Spitzenläufer Andreas Vojta erreichte der Athlet der LG Telis Finanz Regensburg als Zweiter das Ziel. „Ich war heute noch etwas müde von den ersten Bahneinheiten der zurückliegenden drei Wochen, für eine verspäten Auftakt in die Sommersaison bin ich sehr zufrieden“, äußerte sich der Regensburger nach dem Rennen.

Auch sein derzeitiges weibliches Äquivalent Meni Mayer überzeugte erneut. Die amtierende deutsche Crossmeisterin steigerte sich auf den 10 Kilometern erneut um zwanzig Sekunden auf nunmehr 33:31,31 Minuten. Beide werden fünfzehn Tage später beim Mittsommerlauf auf der heimischen Kunststoffbahn am Regensburger Oberen Wöhrd versuchen, ihrem Traum einer 27er- bzw. 32er-Zeit wieder ein Stückchen näher zu kommen.

Ring mit den Auftritten zufrieden

Teamkollege Konstantin Wedel gewann das 3-000-m-Hindernisrennen in Uster von der Spitze weg mit ordentlichen 8:52,44 Minuten.

„Wir sind wieder zurück in der läuferischen Normalität. Bis auf ein paar sinnvolle Hygiene- und Abstandsmaßnahmen war fast kein Unterschied zu einem Meeting vor der Corona-Pandemie festzustellen. Zudem verhielten sich die beteiligten Athletinnen und Athleten, wie auch alle Leichtathletikfans absolut diszipliniert. Jetzt kann’s auch bei uns in Deutschland mit unserer 3000-m-Challenge am Samstag in Regensburg so weitergehen. Dafür, dass unserer Läuferinnen und Läufer gerade aus einem zusätzlichen Grundlagenausdauerblock kommen und nur wenige spezielle Tempolaufserien auf der Bahn bisher in den Beinen hatten, bin ich mit dem Auftritt meiner drei Schützlinge mehr als zufrieden. Alles andere wäre Jammern auf verdammt hohem Niveau“, fasste Telis-Teamchef Kurt Ring den Schweizer Auftakt zusammen. Am Rande sei erwähnt, dass Boch auch Philipp Pfliegers Oberpfalzrekord aus dem Jahr 2016 um fast fünfzehn Sekunden verbessert hat. Für die drei Regensburger Spitzenläufer ist das freilich nur ein schwacher Trost.

Kein Hadern trotz EM-Ausfall

Das Trio hatte bereits die Qualifikationsnormen für die nun ausgefallenen Leichtathletik-Europameisterschaften, die am 25. bis 30. August in Paris hätten stattfinden sollen, in der Tasche. Simon Boch hadert da aber nicht lange. „Der Blick geht nach vorne. 2021 ist ein wichtiges Jahr für meine Karriere. Ich weiß nun, dass ich hohes läuferisches Niveau auch innerhalb einer noch immer hohen Trainingsbelastung konstant abrufen kann.“

Auch die immer freundliche Mutter von zwei kleinen Mädchen, Meni Mayer, hatte zwar am Morgen nach dem Rennen bleischwere Beine, was sie aber nicht hinderte nach anstrengender sechsstündiger Rückfahrt aus Zürich unmittelbar nach Ankunft in Amberg eine Stunde lang noch auszulaufen.

Hindernismann Konstantin Wedel will indessen in den verbleibenden vier Wochen intensiv an seiner Hindernistechnik feilen, „um vielleicht doch noch am 8./9. August bei den deutschen Meisterschaften 3000 Meter Hindernis in Bestform laufen zu können. Was in Regensburg vierzehn Tage vorher bei der Sparkassen Gala möglich ist, sollte doch dann auch bei der deutschen Meisterschaft umsetzbar sein“. (orv)

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