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EM

Schweiz folgt Frankreich in K.o.-Phase

Die Eidgenossen trotzen dem Gastgeber in einem spannenden Spiel ein 0:0 ab. Albanien schafft gegen Rumänien Historisches.

Gastgeber Frankreich die perfekte Bilanz zerstört und selbst Historisches geschafft: Die Schweiz steht mit ihren Bundesliga-Legionären zum ersten Mal in der K.o.-Runde der Fußball-EM und könnte dort Gegner der deutschen Nationalmannschaft sein. Die Eidgenossen rangen Frankreich am Sonntag in Lille zum Abschluss der Gruppenphase ein 0:0 ab, das der Équipe Tricolore dennoch zum Spitzenplatz in der Gruppe A reichte.

Außenseiter Albanien darf nach dem ersten EM-Sieg seiner Geschichte überraschend auf den Einzug ins Achtelfinale hoffen. Der Endrunden-Debütant gewann gegen Rumänien mit 1:0 (1:0) und kann mit drei Punkten als einer der vier besten Gruppendritten in die nächste Runde vorstoßen. In einem packenden Vorrundenfinale gewann der Turnier-Neuling mit dem Kölner Bundesligaprofi Mergim Mavraj am Sonntag vor 49 752 Zuschauern in Lyon durch den historischen Treffer von Mittelstürmer Armando Sadiku in der 43. Minute. Die albanischen Fans feierten den Erfolg wie einen Turniersieg. Für Rumänien ist die EM als Gruppenvierter mit nur einem Punkt beendet.

Schweiz-Frankreich: Packendes Spiel in Lille

Die Schweizer um den Noch-Gladbacher Granit Xhaka zogen als Zweiter der Gruppe A in die nächste Runde ein, in der am Samstag in St. Etienne die DFB-Auswahl der Gegner wäre, wenn der Weltmeister nach dem Spiel am Dienstag gegen Nordirland nur auf Platz zwei seiner Gruppe steht. Frankreich spielt am Sonntag in Lyon gegen einen Gruppendritten um den Einzug ins Viertelfinale.

Trotz der Nullnummer boten beide Mannschaften vor 45 616 Zuschauern im Stade Pierre-Mauroy ein packendes Spiel. Vor allem die in den ersten beiden Partien noch spielerisch enttäuschenden Franzosen konnten angeführt von Paul Pogba einige Male ihr Offensiv-Können zeigen. Ein Treffer gelang den Last-Minute-Spezialisten aber nicht.

Trainer Didier Deschamps blieb unbeeindruckt von allen Debatten um seine Startformation. Auf fünf Positionen änderte er diesmal sein Team: Wieder zurück in die Anfangsformation waren die gegen Albanien unter viel Getöse erstmal aussortierten Pogba und Antoine Griezmann.

Doppeltorschütze Dimitri Payet bekam bis zur 63. Minute eine Pause. Bei seiner Einwechslung für Bayern Münchens Kingsley Coman wurde er gefeiert. Torwart Hugo Lloris wurde nicht rausrotiert. Er stellte den Kapitänsrekord von Deschamps mit seinem 54. Spiel als Anführer der Équipe Tricolore ein.

Bei der Schweiz gab Breel Embolo sein EM-Startelfdebüt. Er spielte erstmal anstelle von Eintracht Frankfurts Haris Seferovic, der erst in der 74. Minute eingewechselt wurde, als die Schweizer Offensivbemühungen nur noch sehr verhalten ausfielen.

Die Schweiz war aber erstmal der Gegner, den Frankreich wollte. Die Eidgenossen spielten nämlich durchaus mit. So boten sich Räume, die vor allem der energische Pogba immer wieder nutzte. Der zum Turnierstart gescholtene Turiner machte Gladbachs Yann Sommer im Schweizer Tor mit einem satten Schuss Probleme (12.). Fünf Minuten später krachte ein Pogba-Hammer aus vollem Lauf an die Latte.

Die Schweiz wirkte beeindruckt. Dabei hatten sie die erste Chance gehabt. Nach einem Kopfball vom Hoffenheimer Fabian Schär auf den langen Pfosten blockte Johan Djourou (8.) im Zweikampf mit Pogba unfreiwillig selbst den Ball vor der Linie ab. An Einsatz mangelte es beiden Teams nicht. Offensichtlicher wie kurioser Beweis: Die Trikots der Schweizer Admir Mehmedi, Granit Xhaka insgesamt gleich zweimal und Embolo hielten einem Reißtest nicht Stand.

Und es ging auch nach der Pause kurios weiter. Bei einem Zweikampf von Griezmann mit Valon Behrami ging der Ball kaputt. Mit dem neuen Spielgerät zeigte wieder Pogba seine Klasse, setzte sich energisch durch und bereitete eine gute Chance für Griezman vor, die Sommer parierete (57.). Nach verhaltenem Beginn war Frankreich wieder im Spiel. Der eingewechselte Payet (75.) sorgte mit einem Volleykracher unter die Querlatte noch einmal für ein Highlight.

Albanien gegen Rumänien: Historischer Sieg

Das albanische Team des italienischen Trainers Gianni De Biasi muss nun in den kommenden Tagen die letzten Spiele der anderen Staffeln abwarten, um Gewissheit über einen möglichen Einzug in die Runde der letzten 16 Teams zu bekommen.

Die Rumänen, die zuletzt bei der EM 2000 die Gruppenphase überstanden, unterstrichen zunächst ihre Favoritenrolle und setzten den EM-Debütanten von Beginn an unter Druck. Trainer Anghel Iordanescu, der sein Team auf gleich fünf Positionen veränderte, hatte sich zuvor noch über die Verlegung des Abschlusstrainings außerhalb des Stade Lyons beschwert. „Das hat uns in Schwierigkeiten gebracht“, sagte der Coach.

Seinem Team war das in der Anfangsphase nicht anzumerken. Die Mannschaft trat sehr aggressiv und mit großer Laufbereitschaft an. Der zuvor mit jeweils einem Treffer in den Gruppenspielen erfolgreiche Bogdan Stancu hatte mit einem Volleyschuss (8.) die erste große Chance, Denis Alibec versuchte es ebenfalls aus der Distanz (14.) und scheiterte.

Die Albaner, die zunächst überraschend auf ihren etatmäßigen und erst spät eingewechselten Kapitän Lorik Cana verzichteten, kamen erst allmählich in Schwung. Ermir Lenjani auf der linken Seite und der Freiburger Amir Abrashi in der Zentrale sorgten für Gefahr und erste Torgelegenheiten.

Kurz vor der Pause krönte Mittelstürmer Sadiku mit einem sehenswerten Kopfball nach Flanke von Ledian Memushaj die Bemühungen des Außenseiters mit dem Führungstor. Schon zuvor hatte die Mannschaft ihre Offensivstärke angedeutet.

Der erste Treffer bei einer EM-Endrunde löste große Jubelstürmer auf dem Rasen und auch im Fanblock aus. Die große Anhängerschar der Albaner zündete dabei auch Feuerwerkskörper.

Nach dem Rückstand erhöhten die Rumänen zwar den Druck, die besseren Chancen erarbeitete sich aber zuvor der Außenseiter. Torschütze Sadiku vom FC Vaduz aus Liechtenstein verdribbelte sich bei einem Konter am rumänischen Strafraum (50.). Memushaj vergab in der 70. Minute noch eine gute Möglichkeit. In der Schlussphase retteten die Albaner mit viel Glück und Einsatz gegen anrennende Rumänen den Sieg. Florin Andone traf mit einem Rechtsschuss nur die Querlatte (76.).

Die wichtigsten Momente des Abends zum Nachlesen im Liveticker:

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