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Debüt

Fitnesstraining in Dirndl und Lederhose

In München hat ein Fitnesstrainer das Training in Tracht zum Sport gemacht. Jetzt exportiert er die Idee nach Regensburg.
Von Heinz Klein, MZ

  • Die Lederhose ist eigentlich kein Sportdress. Für Fitnesstrainer Klaus Reithmeier aber schon. Foto: dpa-Archiv
  • Sogar surfen kann man in Lederhose und Dirndl. Simon (l-r), Tanja und Kathi demonstrierten es in München auf der Welle im Eisbach für den Kinofilm„Keep Surfing“. Foto: dpa-Archiv

Regensburg.Am Samstag erlebt Regensburg um 16 Uhr sein erstes Lederhosentraining. „Es ist ein Probetraining“, sagt Klaus Reithmeier. Der gebürtige Berchtesgadener und studierte Sport- und Deutschlehrer entwirft als Fitnesstrainer individuelle Trainingsprogramme für gut betuchte Kundschaft. Dazu gehört es auch, mal schnell nach San Francisco zu fliegen, um mit einem bewegungshungrigen Manager die neuesten Übungen zu checken.

Bei so viel Individualsport brauchte es wohl den Gegensatz. Und so begann der Fitness-Coach in München mit einem kostenlosen Training für alle. Die geplante Massenertüchtigung im Englischen Garten kam zunächst ohne Massen aus. „Am Anfang war es fast peinlich mit fünf, sechs Leuten“, erzählt Reithmeier. Im zweiten Jahr waren es anfangs 30, später 100 und nun im fünften Jahr sporteln jeden Montag bei schönem Wetter bis zu 500 Teilnehmer mit. Was anfangs als „Bavarian Bootcamp“ lief, erlebte nach seiner Bajuwarisierung unter dem neuen Titel „Lederhosentraining“ einen glanzvollen Aufschwung.

Fitness mit Augenzwinkern

Die Hinwendung zur Lederhose kam auch mit der Zusammenarbeit mit Ralf Henning. Der deutsche Fitness-Experte, der Bill Clinton in seiner Zeit als US-Präsident trainiert hat, drehte mit Klaus Reithmeier gemeinsam ein Lederhosen-Fitness-Video in den Bergen.

Beim völlig ebenerdigen Fitnesstraining am Westende des Regensburger Donauparks muss natürlich keiner in Lederhosen oder Dirndl antreten. Der Fitnesstrainer kommt allerdings schon so, und beim Training in München tun es ihm etwa fünf bis zehn Prozent der Teilnehmer gleich. Einmal im Jahr bittet Reithmeier dann aber doch möglichst alle zum sportiven Einsatz in Tracht und spendiert eine Live-Blasmusik dazu. Die Leute sollen ruhig schwitzen und sich plagen, aber ganz bierernst soll die Sache nicht sein. Fitness mit Augenzwinkern und ein bisserl Witz und Eventcharakter nennt der Personal-Trainer sein Konzept.

Was der Berchtesgadener kostenlos anbietet, ist ein durchaus professionelles Fitnessprogramm, das – zweimal in der Woche je eine Stunde betrieben – den Grundfitnessbedarf decken soll. Das Training komme ohne Geräte aus und sei für jedermann unabhängig vom Trainingszustand machbar, sagt der Coach. Im Englischen Garten sind beim Lederhosentraining Junge und Alte, Dicke und Dünne vertreten. Es kommen viele Studenten, aber auch Senioren und Familien. „Jeder kann die Intensität der Übungen für sich steuern“, beruhigt Reithmeier, gesteht aber auch: Wenn man zwei oder drei Tage danach einen ordentlichen Muskelkater hat, dann sei das schon in Ordnung so. Münchner Journalisten haben diese Art of „Bavarian Fitness“ schon getestet.

Und so sah das Training in München aus:

Nun will Reithmeier mit seinem Lederhosentraining bayernweit expandieren. Erste Stationen sollten Augsburg und Regensburg sein. Augsburg habe gemauert und mit Grünflächen gegeizt, in Regensburg sei man offen für die Idee gewesen. Und das, obwohl das Sportamt mit der SBK-Krankenkasse die kostenlose Fitnessreihe „Regensburg goes FIT“ anbietet.

Ab April zweimal Fitness die Woche

So besteht also am Samstag, 24. Oktober, die Gelegenheit, die nach den üblichen Einsätzen auf Dult und Oktoberfest womöglich schon für die Winterpause eingemotteten Lederhosen und Dirndl noch einmal aus dem Kleiderschrank zu holen. Mit dem Lederhosentraining um 16 Uhr am Bolzplatz am Westende des Donauparks (Zugang Killermannstraße, Buslinie 1) will der Berchtesgadener das Interesse der Regensburger erkunden. „Wenn etwa hundert Teilnehmer kämen, wäre das toll“, hofft er.

Ab April 2016 soll es das bajuwarisierte Fitnesstraining dann jeweils montags und donnerstags um 19 Uhr geben, verspricht der Personal Trainer. Es soll ein professionell angeleitetes Training für den ganzen Körper sein und somit einen Beitrag zur Bewegungsförderung in der Bevölkerung leisten.

Kommentar

Omeiomei

Ist eine Lederhose respektive ein Dirndl ein Sportdress? Das bisherige Nein auf diese Frage ist dank Klaus Reithmeier am Bröckeln, ebenso wie das Erscheinungsbild...

Was für die Benutzer kostenlos ist, muss aber irgendwie von anderer Seite finanziert werden. Reithmeier hofft deshalb auf Sponsoren, die die ganze Sache mittragen. Den nächsten Sommer über will er mit seiner Veranstaltung sozusagen in Vorleistung gehen und für Sponsoring-Partner werben. Damit das Lederhosentraining nicht in die Lederhose geht, müsste er bis zum Ende des Jahres die nötige finanzielle Rückendeckung gefunden haben.

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