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Motorsport

Verstappen schnappt sich die Pole

Nicht mal Formel-1-Spitzenreiter Hamilton kommt mit dem rasenden Niederländer mit. Vettel reagiert bedröpelt.
Von Jens Marx, dpa

Max Verstappen hat sich zum ersten Mal in seiner Formel-1-Karriere die Pole Position gesichert. Foto: Laszlo Balogh/AP
Max Verstappen hat sich zum ersten Mal in seiner Formel-1-Karriere die Pole Position gesichert. Foto: Laszlo Balogh/AP

Budapest.Er ist im Moment kaum aufzuhalten. Max Verstappen sichert sich erstmals die Pole. In Ungarn sorgt er für die nötige Würze. Nicht mal Spitzenreiter Hamilton kommt da mit, er wird Dritter. Vettel gar nur Fünfter.

Max Verstappen mischt die Formel 1 weiter auf und avanciert zum Überflieger vor der Sommerpause. Der 21 Jahre alte Niederländer raste auf dem Hungaroring zur ersten Pole Position seiner Karriere.

„Das hat noch gefehlt“, sagte der Red-Bull-Star und Sieger von zwei der drei vergangenen Formel-1-Rennen nach seiner Galavorstellung. „Das Auto ist geflogen, es war unglaublich.“

Verstappen verwies vor erneut auch vielen niederländischen Fans Valtteri Bottas im Mercedes um 18 Tausendstelsekunden auf den zweiten Platz. WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton wurde Dritter. Der Silberpfeil-Superstar verpasste damit auch die Einstellung des Polerekords von Michael Schumacher in der Puszta, Hamilton bleibt bei sechs Poles beim Großen Preis von Ungarn. „Max hat einen großartigen Job gemacht, Valtteri auch“, lobte Hamilton. „Wir sind aber in einer guten Position für das Rennen.“

Sebastian Vettel bedröpelt

Sein deutscher Dauerrivale Sebastian Vettel kam nicht über Platz fünf hinaus, vor den 32 Jahre alten viermaligen Weltmeister schob sich auch noch dessen Ferrari-Teamkollege Charles Leclerc. Mit skeptischer Miene ging er an den Autos der Rivalen vorbei. Das Fazit klang ernüchternd: „Wir waren nicht schnell genug, wir hatten zu wenig. „Was die reine Pace betrifft, stehen wir sicher da, wo wir es verdienen, ein bisschen hinter Red Bull und Mercedes.“

Eine packende Entscheidung um die 34. Pole von Ungarn hatte sich zuvor schon im Training angedeutet. Nach der Tagesbestzeit zum Auftakt des Grand-Prix-Wochenendes hatte sich Hamilton mit 15 Tausendstelsekunden auch im 3. Freien Training an die Spitze gesetzt. Anders als noch am Freitag blieb es am Nachmittag des Samstags trocken. Die Blicke gingen gebannt, aber umsonst gen Himmel.

Von den ersten Runden der dreigeteilten Qualifikation an drückten die PS-Protagonisten mächtig aus Tempo. Verstappen unterbot als erster Fahrer 1:16 Minuten, Streckenrekord im 18-minütigen sogenannten Q1 für den Niederländer. Auf Rang zwei lag zunächst Leclerc, ebenfalls 21 Jahre alt. Der Monegasse leistete sich aber früh einen Fahrfehler und krachte mit dem Heck in die Reifenstapel - Zusatzarbeit für seine Crew in der Box.

Sein Team schaffte es aber, den Wagen schnell zu reparieren, Leclerc konnte in der zweiten K.o.-Runde auch auf die nur 4,318 Kilometer langen Kurs, der lediglich im ersten Sektor der Motorenstärke von Ferrari gelegen kam. Diesmal setzte sich Hamilton an die Spitze, Verstappen lag aber nur 25 Tausendstelsekunden dahinter. Vettel fehlten über drei Zehntelsekunden auf Hamilton.

Pole-Hatz war eröffnet

Es ging noch mal raus auf die Strecke, Hamilton musste dabei abrupt dem Haas-Wagen von Kevin Magnussen in der Boxengasse ausweichen, der sich noch vor in bei der Ausfahrt schob. Für Nico Hülkenberg war nach dem zweiten Zeitabschnitt das Tagwerk im Renault verrichtet: Um 47 Tausendstelsekunden verpasste der 31 Jahre alte gebürtige Emmericher die entscheidenden zwölf Minuten um die Top Ten.

Als die anbrachen, fuhren Hamilton und auch Bottas sofort raus. Verstappen folgte mit etwas Verzögerung, dann steuerte auch Vettel seinen SF19 auf die Strecke.

Die Pole-Hatz war eröffnet und Verstappen setzte mit seiner Runde unter 1:15 Minuten ein gehöriges Ausrufezeichen. Die Fans in Orange jubelten. Bottas war zunächst Zweiter, Hamilton Dritter, Vettel Vierter, Leclerc Fünfter.

Doch sie kamen alle noch mal raus zum zweiten Versuch - Höchstspannung. Und ein Verstappen weiter in Höchstform. „Was für ein gigantisches Qualifying“, kommentierte Ex-Weltmeister und RTL-Experte Nico Rosberg: Die Pole für Verstappen sei total verdient. „Er ist gigantisch gefahren.“ (dpa)

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