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Formel-1
Donnerstag, 26. April 2018 16° 3

Motorsport

Vettel siegt bei Formel 1-Auftakt

Sebastian Vettel feiert einen Auftakt nach Maß. Ein glücklicher Boxenstopp beschert Vettel seinen 48. Grand-Prix-Sieg.
Von Jens Marx, dpa

Zum Auftakt der Formel-1-Saison holt sich Sebastian Vettel mit Ferrari in Melbourne den Sieg. Foto: Asanka Brendon Ratnayake/AP

Melbourne.Sebastian Vettel ist nach einem Glücks-Boxenstopp mit einem Sieg in seine WM-Mission gestartet. Der 30 Jahre alte Ferrari-Pilot profitierte beim Großen Preis von Australien von einer virtuellen Safety-Car-Phase und verwies Titelverteidiger Lewis Hamilton auf den zweiten Platz.

Sebastian Vettel (r) bringt sich nach einem Boxenstopp in Führung und wird nun von Lewis Hamilton gejagt. Foto: Rick Rycroft

Für Vettel war es bei seiner 200. Grand-Prix-Teilnahme der 48. Sieg und der 100. Podiumsplatz. Viel wichtiger aber noch: Im Duell der viermaligen Weltmeister war es für Vettel ein perfekter Auftakt. „Das war echt schön, wir haben noch Hausaufgaben“, sagte er via Funk nach der Zieldurchfahrt.

Hülkenberg wird Siebter

Vettels finnischer Teamkollege Kimi Räikkönen raste als Dritter ebenfalls auf das Podest. Für Renault-Pilot Nico Hülkenberg reichte es im ersten von 21 Grand Prix vor Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas zu Rang sieben. Direkt vor Hülkenberg landete der als WM-Mitfavorit gehandelte Max Verstappen im Red Bull.

119 Tage nach dem Saisonfinale in Abu Dhabi erloschen die roten Ampeln zum ersten Mal im neuen Grand-Prix-Jahr. Vettel ging nur als Dritter hinter seinem Ferrari-Teamkollegen Räikkönen ins Rennen. Ganz vorne stand mal wieder Hamilton - bereits zum insgesamt siebten Mal in Melbourne. Seine Führung verteidigte der Brite auch nach dem Start, obwohl Räikkönen gleich Druck machte. Vettel blieb Dritter, dahinter verdrängte der Haas-Mann Kevin Magnussen den zunächst auf Rang vier positionierten Verstappen im Red Bull.

Bottas musste nach Getriebewechsel von Platz 15 starten

Nach dem Start führt Lewis Hamilton (r) das Feld an. Foto: Rick Rycroft/AP

Der neben Vettel letzte verbliebene deutsche Formel-1-Pilot, Hülkenberg, hatte Verstappens Teamkollegen Daniel Ricciardo im Nacken. In Runde fünf von insgesamt 58 zog der Australier an dem Rheinländer vorbei und schob sich auf Position sieben.

An der Spitze konnte sich Hamilton von seinen Verfolgern in Rot leicht absetzen und fuhr souverän vorneweg. „Obwohl wir von der Pole starten, stehen wir unter Druck“, hatte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff die Gefahr für seinen Weltmeister-Piloten vor der Scuderia beschrieben. Auf Unterstützung seines Silberpfeil-Teamkollegen Bottas konnte Hamilton nicht setzen, da sich der Finne nach einem Crash in der Qualifikation und anschließendem Getriebewechsel von Platz 15 nach vorne arbeiten musste.


Beide Haas-Piloten schieden nach Reifenwechsel aus

Die anfangs starken Haas-Piloten Kevin Magnussen und Romain Grosjean waren in Lauerstellung zu den Podestplätzen, Verstappen leistete sich indes einen unnötigen Dreher. „Stell sicher, dass du jetzt vernünftig bist“, lautete die Ansage von seiner Red-Bull-Box. Verstappen klagte hingegen, dass sich sein Auto nicht gut anfühle. Innerhalb von nur zwei Runden mussten dann Magnussen und Grosjean ihre Hoffnungen auf Punkte wegen Defekten an ihren Wagen begraben. Bitter!

Der amerikanische Haas-Rennstall muss nach den beiden Boxenstopp-Pannen beim Großen Preis von Australien insgesamt 10 000 Euro Strafe zahlen. Das entschieden die Rennkommissare des Formel-1-Auftakts in Melbourne. Die Autos von Kevin Magnussen und Romain Grosjean seien nach den jeweiligen Reifenwechseln nicht sicherheitsgemäß wieder auf die Strecke geschickt worden, hieß es.

Vettel zögerte aus dem Führungstrio seinen Boxenstopp am längsten hinaus und profitierte vom Virtual Safety Car nach Grosjeans Aus. Der Heppenheimer kam gerade noch vor Hamilton auf den Kurs zurück und behielt seine Spitzenposition. „Ist das mein Fehler?“, wunderte sich der Titelverteidiger, dass Vettel trotz eigentlich nicht üppigen Vorsprungs vor ihm auf die Strecke fuhr. „Lewis, wir dachten, wir wären sicher, aber ist offensichtlich etwas schief gegangen“, gab die Mercedes-Crew zurück.

Verbremser machte Hamiltons Chance zunichte

Lewis Hamilton konnte lange in Melbourne vorneweg fahren. Foto: Rick Rycroft/AP

Als die Strecke wieder freigegeben wurde, blieb Hamilton zwar an Vettel dran. Nah genug konnte er aber nicht aufschließen, um den Deutschen zu überholen. Die Veranstalter hatten extra eine dritte sogenannte DRS-Zone eingeführt, um das Überholen zu erleichtern. Viel war davon auf dem traditionell nicht besonders überholfreundlichen Kurs aber nicht zu sehen.

Hamilton attackierte, war am Ende deutlich schneller und kam sogar noch bis auf 0,6 Sekunden an Vettel ran. Nach einem Ausflug über den Bordstein sanken die Chancen des Briten auf eine erfolgreiche Aufholjagd aber wenige Runden vor dem Ende wieder. Zudem machten ihm die Hinterreifen zu schaffen, wodurch sogar Räikkönen näher kam. So konnte Vettel mit seinem auf den Namen Loria getauften Ferrari einen optimalen Start in seine WM-Mission bejubeln.

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