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197 Millionen Euro: Spielerberater kassieren immer mehr

Im millionenschweren Profifußball kassieren die Spielervermittler mehr denn je. Wieviel jeder einzelne Bundesligist ausgibt, wird seit dem vergangenen Jahr allerdings nicht mehr veröffentlicht.
Von Ulrike John und Sebastian Stiekel, dpa

Die Fußball-Bundesliga boomt - auch für Spielervermittler. Foto: Thorsten Wagner
Die Fußball-Bundesliga boomt - auch für Spielervermittler. Foto: Thorsten Wagner

Frankfurt.In der Fußball-Bundesliga sind in den vergangenen Monaten fast 200 Millionen Euro an Spielervermittler geflossen. Das ist noch einmal fast ein Viertel mehr als die bisherige Rekordsumme des vergangenen Jahres.

Dies teilten die Deutsche Fußball Liga (DFL) und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit. In der 1. Liga wurden demnach in der Zeit vom 15. März 2017 bis 15. März 2018 rund 197,75 Millionen Euro an Beraterhonoraren ausgegeben, in der 2. Liga waren es 14,14 Millionen Euro.

Die hohen Ausgaben für Spielervermittler sorgen schon länger für Diskussionen im Profigeschäft. Erst im vergangenen Jahr hatten das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ und die Enthüllungsplattform „Football Leaks“ viele schmutzige Details, aberwitzige Summen und den wachsenden Einfluss der Berater im Transfergeschäft offen gelegt. Demnach sollen sich die Ausgaben für Spielervermittler im europäischen Fußball in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt haben.

Die Zahlen der DFL und des DFB beinhalten konkret sowohl Provisionszahlungen von Clubs an Vermittler bei Abschluss oder bei Verlängerung eines Arbeitsvertrages mit einem Spieler als auch Zahlungen im Zusammenhang mit Transfers. Vor einem Jahr wurden im Oberhaus noch 146,78 Millionen Euro an Berater überwiesen und in der 2. Liga 18,65 Millionen Euro.

Im Jahr 2016 veröffentlichte die DFL noch im Detail, wieviel Geld jeder Proficlub in der vorangegangenen Saison an Beraterhonoraren gezahlt hatte. Dagegen wehrten sich aber die Vereine. Auch DFL-Chef Christian Seifert verwies später darauf, dass dies in den Spitzenligen Englands, Italiens und Spaniens nicht üblich sei.

Der Umgang mit den Spielerberatern spielt auch eine Rolle bei der geplanten Verschärfung des sogenannten „Financial Fair Plays“ (FFP) durch die Europäische Fußball-Union UEFA und die Club-Vereinigung ECA. Beide Organisationen wollen die Clubs in Zukunft dazu verpflichten, ihre Finanzberichte und auch ihre Zahlungen an die Agenten zu veröffentlichen. Einige Vereine sehen auch nicht ein, dass sie die Berater ihrer Profis bezahlen sollen.

Die Berater selbst haben sich in Deutschland schon 2007 zur Deutschen Fußballspieler-Vermittler Vereinigung (DFVV) zusammengeschlossen. Beim DFB sind in der laufenden Saison 341 Spielervermittler registriert. Diese sind nicht nur in der 1. oder 2. Liga tätig: Selbst in der 3. Liga sind nahezu 3 Millionen Euro an die Spielerberater geflossen, in der Frauen-Bundesliga 238 932 Euro.

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