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Freiburgs Streich mit Frust: „Jede Woche das Gleiche“

Der SC Freiburg steckt immer tiefer im Abstiegskampf. Das 0:1 beim HSV ist bereits die fünfte Niederlage in Serie. Mehr als die Leistung seines Teams stört Trainer Streich aber ein anderes Thema. Der Frust über die aktuelle Situation entläd sich aber auch bei den Spielern.
Von Nils Bastek und Claas Hennig, dpa

Der Freiburger Trainer Christian Streich war erneut aufgebracht. Foto: Patrick Seeger
Der Freiburger Trainer Christian Streich war erneut aufgebracht. Foto: Patrick Seeger

Hamburg.Christian Streich kommt der Verzweiflung im Moment ganz oft sehr nah. Sein größtes Ärgernis scheint nicht mal die Negativserie seines SC Freiburg zu sein, sondern: die Schiedsrichter. Auch nach dem 0:1 beim Hamburger SV haderte der Trainer mit der Ungerechtigkeit der Fußball-Welt.

„Es ist fast jede Woche das Gleiche“, ärgerte sich der 52-Jährige nach der fünften Pleite nacheinander. Diesmal meinte er die Gelb-Rote Karte für seinen Abwehrspieler Caglar Söyüncü. Einige Tage zuvor war es der Videobeweis-Elfmeter beim 0:2 in Mainz. Und noch weiter davor der kuriose Platzverweis für Nils Petersen beim 0:2 auf Schalke.

„Aber ich bin daran gewöhnt. Ich gewöhne mich daran Woche für Woche, weil ich nichts anderes machen kann. Das einzige, was man machen kann, ist ruhig zu bleiben“, sagte Streich. Das fällt dem impulsiven Coach derzeit aber ganz besonders schwer. Und auch bei einigen seiner Spieler liegen die Nerven blank. Aus Frust über die Niederlage sollen sie ihre Kabinentür im Hamburger Volksparkstadion demoliert haben. „Das wurde bereits unter den Vereinen geregelt. Wir übernehmen die Rechnung. Sowas sollte nicht passieren“, bestätigte SC-Sporvorstand Jochen Saier der „Bild“, die auch ein Foto der Tür postete.

Die aktuelle Bilanz des Sport-Clubs liest sich wie die eines Absteigers. Seit acht Spielen ist Freiburg ohne Sieg, fünf Niederlagen am Stück, davon vier Mal in Serie ohne eigenes Tor. Hoffnung dürfte dem Sport-Club lediglich das vergleichsweise leichte Restprogramm machen. Am kommenden Samstag (15.30 Uhr) kommt der Tabellenletzte 1. FC Köln ins Schwarzwald-Stadion.

Danach geht es nach Mönchengladbach, und am letzten Spieltag wartet ein weiteres Heimspiel gegen den FC Augsburg. „Wenn wir unsere Heimspiele gewinnen, bin ich zuversichtlich, direkt in der Liga zu bleiben“, sagte Mittelfeldspieler Mike Frantz. Angesichts der zuletzt dürftigen Auftritte wird sich aber nicht nur Streich fragen, wie das gelingen soll. Vom eigenen Anspruch, Fußball zu spielen, ist der SC derzeit weit entfernt. Die Gründe dafür sind vielschichtig: Verletzungspech, schwache Neuzugänge und der immer noch schwerwiegende Verlust der ehemaligen Topscorer Maximilian Philipp (Dortmund) und Vincenzo Grifo (Mönchengladbach).

„Wir sind nicht ganz unvorbereitet, dass so etwas passieren kann in Freiburg“, sagte Streich - und meinte den Abstieg. Wie er das verhindern will? „Wir müssen versuchen, dass wir Qualität erzeugen in den 90 Minuten. Dass wir so eine gute Qualität haben, egal was mit uns gemacht wird, egal was mit uns passiert.“ Denn auch gegen Köln könnte es wieder strittige Schiedsrichter-Entscheidungen geben.

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