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Heldt und 96: Breitenreiter will „Strich drunter machen“

Hannover 96 spielt nach den vielen Schlagzeilen um Horst Heldt sehr ordentlich im Freitagabend-Spiel bei 1899 Hoffenheim, unterliegt aber dem Champions-League-Anwärter. Die Zukunft des Sportdirektors ist weiter ungeklärt.
Von Ulrike John, dpa

Wollen sich wieder auf das Sportliche konzentrieren: 96-Sportdirektor Horst Heldt (l) und Trainer André Breitenreiter. Foto: Uwe Anspach/dpa
Wollen sich wieder auf das Sportliche konzentrieren: 96-Sportdirektor Horst Heldt (l) und Trainer André Breitenreiter. Foto: Uwe Anspach/dpa

Sinsheim.Horst Heldt verschwand ohne einen öffentlichen Kommentar aus dem Stadion, bei den Protagonisten von Hannover 96 war der Wirbel um den Sportdirektor aber ein großes Thema.

Die Niedersachsen unterlagen in der Fußball-Bundesliga am Ende einer Wirbel-Woche mit 1:3 (1:1) und haben den letzten Schritt zum Klassenverbleib noch nicht gemacht. „Natürlich wird in der Mannschaft darüber gesprochen, aber nicht auf dem Platz. Es war schon die ganze Saison so, dass wir viele Themen ausblenden mussten. Deswegen haben wir das heute auch wieder gut geschafft“, sagte Torhüter und Kapitän Philipp Tschauner.

„Wir wollen unsere Saison nicht kaputt machen und noch unten reinrutschen“, sagte Mittelfeldspieler Pirmin Schwegler und ergänzte: „Die Gegentore waren unnötig. Wir sind da auch schon selbst Schuld dran.“ Mit einem Dreierpack (16., 50. und 86. Minute) hatte der kroatische Nationalspieler André Kramaric den Kraichgauern, die Bayer Leverkusen zumindest vorläufig von Platz vier verdrängten und sich vor den letzten beiden Spielen weiter große Hoffnungen auf eine Champions-League-Teilnahme machen, zum Sieg verholfen. Kenan Karaman (24.) hatte vor 26.452 Zuschauern in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena für das zwischenzeitliche 1:1 gesorgt.

In den Tagen vor dem Spiel hatte es Unruhe um einen möglichen Wechsel von Heldt zum abstiegsbedrohten VfL Wolfsburg gegeben. 96-Clubchef Martin Kind erteilte dem Wunsch am Donnerstag jedoch eine Absage. Ein Angebot für Heldt, der noch einen Vertrag bis 2020 besitzt, zur Beförderung zum Geschäftsführer in Hannover gelte jedoch weiter.

„Ich finde, wir sollten jetzt einen Strich drunter machen, weil die Entscheidungen ja auch getroffen sind“, sagte 96-Trainer André Breitenreiter. „Wenn man das Jahr von Hannover 96 Revue passieren lässt, war permanent Unruhe und das einzig Konstante war die Mannschaft.“ Tschauner hatte am Spieltag noch ein Gespräch mit Heldt geführt. „Das werde ich der Mannschaft weitertragen, das ist auch meine Verantwortung als Kapitän“, kündigte er an.

Nach neun Spielen ohne Niederlage sagte Hoffenheims Chefcoach Julian Nagelsmann dem TV-Sender Eurosport: „Aktuell bedeutet es noch nichts. Wenn wir uns für die Champions League qualifizieren, wäre das eine Sensation, auch die Europa League wäre ein Erfolg. Wir schauen, was möglich ist.“

Der Erfolg wurde freilich getrübt durch die Verletzungen der Nationalspieler Serge Gnabry und Kerem Demirbay. Für Gnabry ist die Saison beendet. „Ja, so sieht's aus“, bestätigte Nagelsmann. Der Angreifer musste nach seiner Vorarbeit zum 1:0 ausgewechselt werden und ging mit bandagiertem Oberschenkel in die Kabine. Damit dürfte auch das Thema Fußball-Weltmeisterschaft für den 22-jährigen Angreifer erledigt sein, zuletzt war er als Kandidat für Joachim Löw gehandelt worden. Er hatte in zuletzt sieben Spielen sieben Tore erzielt. Gnabry kehrt nach dieser Spielzeit zum FC Bayern München zurück, der ihn vergangene Saison von Werder Bremen verpflichtet, aber für ein Jahr an Hoffenheim ausgeliehen hat.

Auch Demirbay wird möglicherweise in den letzten Spielen der Hoffenheimer in Stuttgart und gegen Borussia Dortmund fehlen. Der Mittelfeldspieler, der im vergangenen Jahr mit der DFB-Auswahl den Confed-Cup gewann, musste mit einer Sprunggelenkverletzung ausgewechselt werden.

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