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Fussball

„Kicker“: Labbadia bleibt Trainer beim VfL Wolfsburg

Der VfL Wolfsburg setzt weiter auf Bruno Labbadia. Und auch der Retter hat nach wie vor Lust auf den zuletzt als Chaos-Club auftretenden Verein. Auf alle Beteiligten wartet nun noch jede Menge Arbeit.
Von Lars Reinefeld, dpa

Trainer Bruno Labbadia bleibt wohl in Wolfsburg. Foto: Frank Molter
Trainer Bruno Labbadia bleibt wohl in Wolfsburg. Foto: Frank Molter

Wolfsburg.Der VfL Wolfsburg setzt beim dringend notwendigen Neuaufbau auf das erfahrene Duo Jörg Schmadtke und Bruno Labbadia.

Nachdem der VW-Club einen Tag nach der erfolgreichen Relegation gegen den Zweitliga-Dritten Holstein Kiel bereits die Verpflichtung von Schmadtke als neuem Geschäftsführer Sport bekanntgegeben hatte, steht nach „Kicker“-Informationen nun auch der Verbleib von Labbadia fest. Der 52 Jahre alte Retter soll zusammen mit Schmadtke ein neues Team formen, das nach zwei katastrophalen Jahren mit der Vermeidung des Abstiegs jeweils erst in der Relegation wieder erfolgreichen und attraktiven Fußball spielt.

„Wir haben intern nie in Zweifel gezogen, dass Bruno Labbadia unser Trainer bleibt“, sagte VfL-Geschäftsführer Wolfgang Hotze der Deutschen Presse-Agentur. „Da wird viel Wirbel um nichts gemacht.“ Labbadias Vertrag in Wolfsburg läuft bis 2019, der Verein hätte diesen per Klausel jedoch beenden können. Doch dazu kommt es nun nicht.

In zahlreichen Gesprächen in der abgelaufenen Woche zurrten Labbadia und die VfL-Bosse nun die weitere Zusammenarbeit fest. Labbadia hatte bereits nach der Relegation erklärt, dass er weitermachen wolle. „Ich habe mir den Kram nicht angetan, um dann zu sagen, ich überlasse es einem anderen.“ Allerdings tat der Coach danach intern deutlich seine Vorstellungen für den Neuaufbau kund. Zu viel sei seit seiner Amtsübernahme im Februar falsch gelaufen. Labbadias Wünsche wurden nun offenbar weitgehend erfüllt.

Nach Informationen der „Wolfsburger Allgemeinen Zeitung“ soll sich Labbadia unter anderem mit dem neuen Sport-Geschäftsführer Schmadtke getroffen gaben. Der 54-Jährige darf offiziell erst ab dem 1. Juli seinen Aufgaben in Wolfsburg nachgehen, weil er nach seiner Vertragsauflösung beim 1. FC Köln eine Abfindung kassiert hat. Beginnt Schmadtke früher beim VfL, müsste er Teile davon zurückzahlen. Doch hinter den Kulissen zieht der ehemalige Torwart längst die Fäden.

Mit der Trainerfrage hat Schmadtke, zuvor bereits in Köln, Hannover und Aachen tätig, die wichtigste Personalie nun geklärt. Jetzt geht es darum, den Kader ein weiteres Mal umzubauen. Schon nach der Saison 2016/17, in der erst in der Relegation gegen Eintracht Braunschweig der Klassenverbleib gelang, hatte es große Veränderungen gegeben. Doch erwiesen sich die Entscheidungen des damaligen Trainers Andries Jonker und des inzwischen ebenfalls freigestellten Sportdirektors Olaf Rebbe als kolossale Fehlschläge. Anstatt das Mindestziel einstelliger Tabellenplatz zu erreichen, musste der VfL trotz der üppigen Zuwendungen von VW erneut in die Saison-Verlängerung.

Nun soll es Labbadia besser machen. Der Ex-Profi bekommt damit die Chance, sein Retter-Image loszuwerden. In der Vergangenheit hatte er bereits den VfB Stuttgart und den Hamburger SV vor dem Abstieg bewahrt. Den Nachweis, eine Mannschaft formen und dauerhaft besser machen zu können, hat er bislang aber noch nicht angetreten. Nun versucht er es mit den VW-Millionen erneut.

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