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1. Fussball-Bundesliga
Donnerstag, 22. Februar 2018 2

Fussball

SC Freiburg überrascht selbst Trainer Streich

An einen Sieg gegen Leipzig hat selbst Trainer Christian Streich nicht geglaubt. Das 2:1 beschert Freiburg wertvolle Punkte für das Ziel Klassenverbleib. Geheimrezept sind die Ecken und die bewundernswerten Nehmer- und Comebackqualitäten.
Von Kristina Puck, dpa

Freiburg-Coach Christian Streich freut sich über den Sieg seiner Elf gegen RB Leipzig. Foto: Patrick Seeger

Freiburg.Selbst Christian Streich ist verblüfft. „Ich habe es für möglich gehalten, dass wir ein gutes Spiel machen“, sagte Freiburgs Trainer nach dem 2:1 gegen RB Leipzig.

„Ich habe es nicht für möglich gehalten, dass wir das Spiel gewinnen, wenn ich ehrlich sein soll.“ Die bemerkenswerte Serie hält seit sieben Spielen, kein anderer Bundesligist ist aktuell so lange ungeschlagen wie der SC. Streichs Elf steckt momentan erstaunlich viel weg, weder Abstiegs- noch Personalsorgen oder Rückstände scheint sie zu verunsichern. Der Charakter könnte im Abstiegskampf entscheidender Trumpf sein.

In Ekstase rannte der 52-jährige Streich nach dem Schlusspfiff auf den Rasen. Seine Spieler ließen sich minutenlang feiern. „Es gibt halt einmal so einen Tag, wo du auch mal Leipzig schlagen kannst“, sagte der Coach und spielte auf Klein gegen Groß an. „Ich bin so richtig froh, dass wir gewonnen haben. Es wird ein Ritt auf der Rasierklinge bis zum letzten Spieltag, dass wir in der Liga bleiben.“

Als Tabellen-12. wird Freiburg jetzt die nächste Herausforderung bei Borussia Dortmund angehen, hat Mut und Vertrauen für die kniffligen Wochen gewonnen. Am Sonntag werde er sich noch nicht so viel mit Dortmund beschäftigen, kündigte Streich an. „Aber dann durchgehend, außer ich schlafe.“ Auf den BVB folgt Leverkusen als drittes Topteam nacheinander, schnell könnten die Abstiegssorgen wieder zunehmen.

15 Punkte hat der Sport-Club in den vergangenen sieben Spielen geholt, viermal gewonnen und dreimal unentschieden gespielt. Seit dem 18. November ist die Elf nicht mehr als Verlierer vom Platz gegangen. Damals ein sicherer Abstiegskandidat entfernten sich die Badener inzwischen bis auf acht Punkte von Tabellenplatz 17. 

Drei Zähler gegen Leipzig waren nicht eingeplant, mehr als die klare Rollenverteilung in der Fußball-Bundesliga hatte gegen Freiburg gesprochen. Ein gutes halbes Dutzend Stammkräfte fehlte. Schon in der ersten halben Stunde sorgte Stammtorhüter Alexander Schwolow für einen „kleinen Schock“ (Janik Haberer), als er angeschlagen durch den Bundesliga-Debütanten Rafal Gikiewicz ersetzt werden musste.

1:4, 0:4, 1:4 hießen die vorherigen Bundesliga-Ergebnisse gegen RB. Dann gingen die Gäste durch eine Klasse-Aktion von Nationalstürmer Timo Werner (66. Minute) auch in Führung. Doch der SC steckte nicht auf und bewies einmal mehr seine Nehmer- und Comeback-Qualitäten. „Die Moral ist unglaublich. Was wir geleistet haben, ist top“, sagte Haberer nach seinem Ausgleich. Siegtorschütze Robin Koch schwärmte: „Es ist immer etwas Besonderes, wenn du die Großen ärgern kannst.“

Mit ihrer Standardstärke nutzten die Breisgauer am Samstag die Schwäche der Gäste bei ruhenden Bällen aus: Zwei Ecken des starken Christian Günter reichten. Einmal drosch Haberer den Ball ins Tor (72.), einmal köpfte Defensivspieler Koch eine Woche nach seinem Bundesliga-Premierentor ein (76.).

Spielerisch hat Freiburg allerdings Probleme, die Abgänge der Leistungsträger Maximilian Philipp und Vincenzo Grifo vom Sommer wegzustecken. „Wir schießen gerade leider keine Tore aus dem Spiel heraus, qualitativ kriegen wir das nicht hin“, räumte Streich ein. Acht der vergangenen zehn Tore hat Freiburg nach Standards erzielt. Noch so ein Trumpf im Abstiegskampf.

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