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Fussball

Wut und Enttäuschung beim 1. FC Köln

Die Kölner Fans sind wütend wie selten und beschimpfen Schiedsrichter Schmidt beim Gang in die Kabine massiv. FC-Trainer Ruthenbeck nimmt den Referee aus Stuttgart in Schutz: Der könne ja nichts dafür.
Von Dietmar Fuchs, dpa

Das späte Tor des Kölners Claudio Pizarro (l) zählte nicht. Foto: Rolf Vennenbernd
Das späte Tor des Kölners Claudio Pizarro (l) zählte nicht. Foto: Rolf Vennenbernd

Köln.Sie bejubelten das vermeintliche Last-Minute-Siegtor von Claudio Pizarro. Dann, nach dem nervigen Warten auf das Ergebnis des Videobeweises, waren die Kölner zutiefst enttäuscht und wütend.

„Ich weiß nicht, was die Mannschaft noch alles wegstecken soll“, kommentierte Torwart Timo Horn die Folgen des 1:1 (1:1) seines 1. FC Köln gegen Hannover 96. Die sind klar: Dem FC fehlen im verzweifelten Kampf gegen den sechsten Abstieg aus der Fußball-Bundesliga zwei zusätzliche Punkte - und insgesamt neun auf Platz 15. Auf sieben Zähler hätte sich der Rückstand verringert, wäre nicht der Einspruch gegen das 2:1 des Peruaners Pizarro in der vierten Minute der Nachspielzeit gewesen.

Über das Eingreifen von Videoassistent Marco Fritz regte sich nicht nur Horn mächtig auf: „Wenn man das nüchtern und sachlich analysiert, dann ist es einfach so, dass diese Entscheidungen ein Stück weit willkürlich getroffen werden. Es ist halt Wahnsinn. Mal ja, mal nein.“ Alles in allem sei das Ganze unfassbar, hielt der 24-Jährige fest.

„Fakt ist: Es war Abseits. Ganz klar.“ Mit diesen Worten befreite FC-Trainer Stefan Ruthenbeck den Unparteiischen Markus Schmidt von jeglicher Schuld. Was den Kölner Coach und seine deprimierten Spieler so aufregte, war die Unterschiedlichkeit der Bewertung solcher Situationen.

Bei der Konkurrenz habe es in den vergangenen Wochen Abseitstore gegeben, die dann nicht zurückgepfiffen worden seien, bemerkte der 45-jährige Ruthenbeck. „Da fehlt mir ein bisschen das Verhältnis. Da hätte der eine oder andere Mitkonkurrent ein paar Punkte weniger.“ Horn stellte klar: „Es heißt immer, dass es keine skalierbaren Linien gibt, um klar festzustellen, ob es Abseits ist. Deshalb soll der Videoassistent in diesen Situationen eigentlich nicht eingreifen.“

In Köln habe er es getan. „Mal ja, mal nein - das ist das, was mich und meine Mitspieler so aufgeregt hat“, sagte Horn. Doch auch er bekannte freimütig, dass die Entscheidung, Marcel Risse habe schon vor Pizarros Hechtkopfball im Abseits gestanden, richtig war.

Bei den Kölner Spielern blieb nach dem 1:0 durch Yuya Osako (30. Minute) und dem 1:1 durch Niclas Füllkrug (37.) Resignation, bei Ruthenbeck folgte die Kampfansage für die verbleibenden elf Begegnungen. „Wenn du nochmal 'ne Serie starten solltest, dann kannst du auch nochmal rankommen. Ich werde nicht aufgeben, und die Jungs werden's auch nicht“, versprach er. Niemand könne ihn trotz Platz 18 so provozieren, dass er sage: „Das war's.“

Klar ist indes auch: Je weniger Spiele bleiben, desto weniger Punkte sind zu holen. Horn: „Die Chance wird immer kleiner.“ Das ist eine korrekte Einordnung der prekären Lage der Rheinländer, die statt mit 16 mit nur 14 Zählern in die „Endspiele“ gehen, von denen der Coach zu reden pflegt.

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