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Erzgebirge Aue bejubelt Bertram - und sich selbst

Partyzeit im Erzgebirge: Nach dem erlösenden Ligaverbleib feiert der FCE mit seinen Fans. Torschütze Sören Bertram kann sich an den Jubel nicht mehr erinnern.
Von Fabian Held, dpa

Der FC Erzgebirge Aue bleibt auch dank Sören Bertram (2.v.l.) in der 2. Liga. Foto: Sebastian Kahnert
Der FC Erzgebirge Aue bleibt auch dank Sören Bertram (2.v.l.) in der 2. Liga. Foto: Sebastian Kahnert

Aue.Nach dem Abpfiff startete die lila-weiße Party im Erzgebirge. Die Fans, die Spieler und die Verantwortlichen des FC Erzgebirge Aue feierten den Verbleib in der 2. Fußball-Bundesliga.

Mit lauten „Wismut Aue“-Rufen bekam Trainer Hannes Drews bei der Pressekonferenz die obligatorische Bierdusche. „Unbeschreiblich“, meinte Innenverteidiger Nicolai Rapp. Nur einer konnte sich gar nicht mehr recht dran erinnern: Mit dicken Verbänden um die Waden stand Matchwinner Sören Bertram in den Katakomben des Stadions und war einfach nur erleichtert.

Ausführlich hatte er mit den Fans seine drei Treffer für den 3:1-Sieg gegen den Karlsruher SC gefeiert. „Wir haben ein sehr wichtiges Spiel hochverdient gewonnen. Die letzten fünf Spiele war ein enormer Druck“, erklärten Bertram.

DER SPIELERTRAUBE UNVERLETZT ENTKOMMEN - „ICH WAR AM ENDE“

Nach seinem dritten Treffer - der Vorentscheidung - war die Mannschaft samt Ersatz- und ausgewechselter Spieler auf Bertram gestürmt. Sie alle begruben den Torschützen unter sich. Der hatte zuvor bereits angedeutet, dass er vom Platz musste. „Ich habe nicht viel mitbekommen, ich hatte überall Krämpfe und habe nur versucht, meinen Kopf zu schützen“, erzählte Bertram mit einem breiten Grinsen. „Ich war froh, dass ich da rausgekommen bin, weil ich echt am Ende war.“

DIE (LEIDENS)-GESCHISCHTE DES TORSCHÜTZEN

Es ist die Comeback-Story im Erzgebirge. Im Sommer 2016 war Bertram aus Halle nach Aue gekommen – trotz Kreuzbandriss mit Knorpelschaden. Erst Ende der ersten Saison kam Bertram zu kurzen Einsätzen. Zu Beginn der neuen Spielzeit deutete er seine Qualität an, schoss bis zum neunten Spieltag vier Treffer. Dann verlor er mit Nasenbeinbruch seinen Stammplatz. Als sich Bertram zurück gekämpft hatte, riss ihm eine Sehne. Wieder fehlte er wochenlang, kehrte erst am 31. Spieltag zurück.

DER DANK AN DEN TORSCHÜTZEN UND EIN BIERDECKEL

„Er hat alles zurückgezahlt“, sagte ein ebenfalls überglücklicher Präsident Helge Leonhardt. „Er hat sich das im Training erzwungen“, meinte Trainer Drews. Dem jungen Coach war die Erleichterung ebenfalls deutlich anzumerken. „Es wurden ein paar Freudentränchen verdrückt“, sagte er.

„Ich hoffe, dass der Bürgermeister heute den Kneipen in Aue länger erlaubt, offen zu bleiben“, meinte der 36-jährige Drews. Und äußerte noch einen verwegenen Plan: Für Relegations-Held Bertram könnte nun ja ein Vertrag auf Lebenszeit ausgehandelt werden. „Dafür reicht ja manchmal ein Bierdeckel“, sagte Drews mit einem Augenzwinkern.

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