MyMz

EM-Qualifikation

Deutschland gewinnt mit viel Mühe

Die DFB-Auswahl siegt gegen Nordirland mit 2:0. Damit ist das Team wieder Spitzenreiter in der Gruppe.
Von Klaus Bergmann, Arne Richter und Jan Mies

Serge Gnabry (r) aus Deutschland erzielte das Tor zum 0:2 gegen Torwart Bailey Peacock-Farrell (2.v.r.) aus Nordirland. Foto: Christian Charisius/dpa
Serge Gnabry (r) aus Deutschland erzielte das Tor zum 0:2 gegen Torwart Bailey Peacock-Farrell (2.v.r.) aus Nordirland. Foto: Christian Charisius/dpa

Belfast.Nach Fußball-Schwerstarbeit in Belfast ist die deutsche Nationalmannschaft wieder auf Kurs Richtung EM 2020. Drei Tage nach dem 2:4 gegen die Niederlande erfüllte das junge DFB-Team beim 2:0 (0:0) gegen Nordirland den Drei-Punkte-Auftrag von Bundestrainer Joachim Löw aber nur mit größter Mühe und einem prächtigen Volleytor von Marcel Halstenberg (48. Minute). Für die späte Entscheidung sorgte Serge Gnabry (90.+3). Nach dem vierten Sieg im fünften Qualifikationsspiel übernahm die DFB-Auswahl die Tabellenführung in Gruppe C von den punktgleichen Nordiren. Vor 18 326 Zuschauern im stimmungsvollen Windsor Park wackelte die deutsche Mannschaft mehrmals bedenklich. Manuel Neuer war als Rückhalt im Tor oft gefordert.

Löw hatte nach der Oranje-Niederlage wie erwartet auf eine Viererkette umgestellt und ließ deutlich offensiver spielen. Für den am Freitag glücklosen Jonathan Tah und den verletzt fehlenden Nico Schulz kamen Julian Brandt und Halstenberg in die Mannschaft. „Wir brauchen nur zwei Innenverteidiger“, sagte Löw vor dem Anpfiff bei RTL und forderte einen „Mentalitätswechsel“ von seinen Spielern: „Heute ist gefragt, dass wir unser Spiel machen.“

Nordirland machte früh Druck

Kai Havertz (r) kommt für den torlos gebliebenen Timo Werner (2.v.r.) aufs Spielfeld. Foto: Christian Charisius
Kai Havertz (r) kommt für den torlos gebliebenen Timo Werner (2.v.r.) aufs Spielfeld. Foto: Christian Charisius

Nach einer von vielen Unsicherheiten und Fehlpässen geprägten ersten Halbzeit erwies sich die Umstellung im zweiten Durchgang als richtige Entscheidung. Halstenberg war nicht nur durch sein Führungstor ein Gewinn im DFB-Spiel, das nur langsam auf Touren kam. Brandt unterliefen zwar einige Fehler, der Neu-Dortmunder hatte aber viele Ballkontakte und versuchte immer wieder, für Überraschungsmomente zu sorgen.

Die Partie begann allerdings überhaupt nicht so, wie sich das der Bundestrainer vorgestellt hatte. Die Nordiren pressten angetrieben von ihren lautstarken Fans aggressiv schon am deutschen Strafraum und kamen gegen ein zunächst fahrig auftretendes DFB-Team früh zu Chancen.

Viele unerklärliche Fehlpässe

Jonathan Tah (r) im Duell um den Ball gegen Shayne Lavery (l) aus Nordirland. Foto: Christian Charisius
Jonathan Tah (r) im Duell um den Ball gegen Shayne Lavery (l) aus Nordirland. Foto: Christian Charisius

Das fehlende Selbstvertrauen der vergangenen zwei Tage war den jungen Nationalspielern teilweise deutlich anzumerken. In der eigentlich breiter aufgestellten Offensive, in der neben Gnabry, Marco Reus und Timo Werner auch noch Brandt für Gefahr sorgen sollten, leistete sich die deutsche Elf unerklärliche Fehlpässe, die einige sich bietende Gelegenheiten zunichte machten. In der Verteidigung hatte Deutschland große Mühe, die Bedingungen gegen die nach vier Siegen in vier Qualifikationsspielen mit großer Motivation und Leidenschaft kämpfenden Nordiren anzunehmen.

Serge Gnabry (r) aus Deutschland erzielte das Tor zum 0:2 gegen Torwart Bailey Peacock-Farrell (2.v.r.) aus Nordirland. Foto: Christian Charisius/dpa
Serge Gnabry (r) aus Deutschland erzielte das Tor zum 0:2 gegen Torwart Bailey Peacock-Farrell (2.v.r.) aus Nordirland. Foto: Christian Charisius/dpa

In der Kabine schien Löw aber dann die richtigen Worte gefunden zu haben. Erst verpasste Lukas Klostermann nach Vorlage seines Leipziger Teamkollegen Halstenberg die Führung (47.), ehe es dieser eine Minute später mit einem starken Volley-Schuss zu seinem ersten Länderspieltor besser machte. Den sich nun bietenden Raum nutzte die DFB-Auswahl immer wieder für schnelle Angriffe. Einen Freistoß von Reus parierte der immer stärker geforderte Peacock-Farrell (56.), der sein Team mit seinen Paraden im Spiel hielt.

In der Abwehr blieben aber die Probleme bestehen. Stuart Dallas vergab eine Riesenchance in der 63. Minute. Gnabry traf zu seinem neunten Länderspieltor im zehnten Spiel in der Nachspielzeit.

Weitere Nachrichten aus der Welt des Sports finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht