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Eintracht-Trainer Kovac hofft zum Abschied auf Pokal-Triumph

Eintracht Frankfurt steht zum achten Mal im Pokal-Endspiel, und zum zweiten Mal nacheinander. Gegen Bayern München sind die Hessen Außenseiter. Kampflos wollen sie dem Rekordsieger den Pott aber nicht überlassen.
Von Eric Dobias und Christian Kunz, dpa

Will sich mit einem Überraschungserfolg gegen seinen künftigen Arbeitgeber verabschieden: Eintracht-Coach Niko Kovac. Foto: Soeren Stache
Will sich mit einem Überraschungserfolg gegen seinen künftigen Arbeitgeber verabschieden: Eintracht-Coach Niko Kovac. Foto: Soeren Stache

Berlin.Niko Kovac kam im feinen Zwirn, Jupp Heynckes ganz leger im Trainingsanzug: Zumindest modisch stach der Coach von Eintracht Frankfurt die Trainer-Ikone des FC Bayern München vor dem für beide emotionalen Pokalfinale aus.

Und auch sportlich möchte Kovac, der im Sommer beim Rekordmeister die Nachfolge von Heynckes antritt, an diesem Samstag (20.00 Uhr) in Berlin mit der Eintracht die bessere Figur machen. „Ich hoffe auf ein positives Erlebnis, damit wir alle freudestrahlend nach Hause fahren können“, sagte Kovac am Freitag.

Nach gut zwei Jahren will sich der Kroate in seiner Heimatstadt mit einem Triumph von den Hessen verabschieden. „Das Finale ist ein schönes Abschiedsgeschenk“, sagte Kovac. „Ich habe eine tolle Zeit erlebt, deshalb ist etwas Wehmut dabei.“

Dass der Bundesliga-Achte wie im Vorjahr gegen Borussia Dortmund (1:2) erneut im Pokal-Endspiel steht und sich vor einem weltweiten TV-Millionenpublikum in 185 Ländern präsentieren kann, wertet nicht nur Kovac („Das hat uns niemand zugetraut“) als Riesenerfolg. „Die Rückkehr ist sensationell. Alle anderen Clubs - Bayern München und Borussia Dortmund ausgenommen - würden es wahnsinnig feiern, wenn sie hier wären“, sagte Sportvorstand Fredi Bobic und stellte voller Stolz fest: „Und wir sind jetzt das zweite Jahr in Folge dabei. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.“

Die insgesamt achte Endspielteilnahme ist Ausdruck einer positiven Entwicklung, die der Verein in den vergangenen zwei Jahren unter Kovac genommen hat. Im Mai 2016 noch fast abgestiegen, ging es unter dem 46-Jährigen sportlich bergauf. „Die Eintracht hat eine sehr gute Bundesligarunde gespielt“, lobte Heynckes. „Unheimlich viele Spieler aus verschiedenen Nationen so zusammenzufügen, ist eine großartige Leistung. Wir sind gewarnt.“

Auch wenn als Achter der Bundesliga der Einzug in die Europa League am Ende knapp verpasst wurde - die Eintracht wird in Frankfurt wieder geliebt und hat sich den Respekt der Konkurrenz erworben. „Sie sind schwer zu bespielen und haben auch in der Offensive eine große Qualität. Es ist eine schwere Aufgabe, die uns bevorsteht“, warnte Münchens Abwehrchef Mats Hummels. „Da muss eine Topleistung her.“

Das gilt natürlich umso mehr für die Frankfurter, die auf dem Weg ins Finale nur ein Gegentor kassierten. „Wir müssen alles abrufen und ans Maximum kommen. Und wir müssen darauf hoffen, dass die Bayern nicht solch einen guten Tag erwischen. Dann kann morgen etwas passieren“, sagte Kovac und bekräftigte: „Wir wollen es schaffen. Die Lockerheit ist da.“

Die Enttäuschung über die verpatzte Saison-Schlussphase, in der vier der letzten fünf Spiele verloren wurden, ist neuer Energie gewichen. „Der Plan ist: Hinfahren und gewinnen“, sagte Mittelfeldantreiber Kevin-Prince Boateng. Und Abwehrchef David Abraham betonte: „Es gibt eine gute Zusammenarbeit und Hilfsbereitschaft in der Mannschaft. Vielleicht können wir den Pokal am Samstag in den Himmel recken.“

Sollte der fünfte Triumph nach 1974, 1975, 1981 und 1988 gelingen, würde dieser am Sonntag bei einem großen Empfang auf dem Frankfurter Römer gebührend gefeiert werden. Das wäre auch im Sinne des scheidenden Trainers. „Die ganze Stadt lechzt wieder nach einem Titel. Der letzte liegt 30 Jahre zurück“, sagte Kovac. „Es wäre eine Explosion der Gefühle für Frankfurt und unsere Fans.“

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