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Hausaufgabe für Löw: Quartett aussortieren, Fehler beheben

Joachim Löw wollte Erkenntnisse. Und er bekam sie. Nach der Testpleite in Österreich ist für den Bundestrainer klar, wo er im Vorbereitungsendspurt nun die Hebel ansetzen muss. Die positive Nachricht: Manuel Neuer ist offenbar rechtzeitig in WM-Verfassung.

Hat bis zum WM-Start noch reichlich Arbeit mit dem DFB-Team vor sich: Bundestrainer Joachim Löw. Foto: Christian Charisius
Hat bis zum WM-Start noch reichlich Arbeit mit dem DFB-Team vor sich: Bundestrainer Joachim Löw. Foto: Christian Charisius

Klagenfurt.Jetzt ist Joachim Löw gefordert. Nach der ernüchternden Testniederlage in Österreich ging es für die Nationalmannschaft sofort wieder zurück ins Trainingslager nach Südtirol.

Nach einer kurzen Nacht steht für den Bundestrainer in Eppan ein Sonntag der wichtigen Entscheidungen an. Nach dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel versammelt Löw die Sportliche Leitung um sich. Dann beginnen hinter verschlossene Türen die Beratungen, welche vier Spieler nicht mit nach Russland dürfen.

Auf die 23 auserwählten WM-Fahrer wartet ein intensiver Vorbereitungs-Endspurt vor dem ersten Gruppenspiel am 17. Juni in Moskau gegen Mexiko. Denn Löw machte nach der Pleite von Klagenfurt klar: „Wenn wir so spielen, haben wir keine großen Chancen.“ 

Beim 1:2 gegen das Austria-Team hatte am Samstagabend keiner der Wackelkandidaten viele Pluspunkte sammeln können. Immerhin eines ist aber klar: Auf Kapitän Manuel Neuer kann Löw nach einer starken Rückkehr als Nummer 1 im Tor in Russland wohl bauen. „Für Manuel war es nach so langer Zeit ein sehr zufriedenstellendes Comeback. Er hatte auch nach dem Spiel mit seinem Fuß keinerlei Probleme. Er hat in einigen Situationen sehr gut reagiert. Man hat ihm die Pause nicht angemerkt“, sagte Löw.

Bei allen anderen Akteuren wollte der Bundestrainer lieber keine Einzelkritik anstimmen. „Aus dem Spiel heraus hat sich niemand ganz besonders aufgedrängt. Alle waren von ihren Möglichkeiten weit entfernt. Wir haben Einiges falsch gemacht“, analysierte Löw. Zwischen Frust und Beschwichtigung pendelte der Bundestrainer hin und her. Nach anfänglicher Generalkritik lenkte Löw auch wieder ein. Schließlich ist er der Experte für eine punktgenaue Turniervorbereitung.

„Ich ärgere mich. Aber ich bin auch überzeugt, in zwei Wochen wird die Mannschaft ganz anders präpariert sein. Das lässt mich jetzt keine schlaflosen Nächte verbringen. Weil ich weiß: Das kriegen wir hin, keine Sorge“, beruhigte er die nach der ersten Österreich- Niederlage seit 32 Jahren aufgewühlte deutsche Fußball-Seele.

Eine Löw-Erkenntnis: Ohne Topleute wir Thomas Müller, Toni Kroos oder Mats Hummels, die in Klagenfurt geschont wurden, geht es nicht. Mesut Özil schoß als Repräsentant der Weltmeister-Kohorte das frühe 1:0. Ilkay Gündogan, Sebastian Rudy, Julian Brandt, Leroy Sané und Co. lieferten hingegen wenig Argumente für großes WM-Vertrauen. Neuling Nils Petersen hat seine WM-Chancen immerhin nicht verschlechtert.

Zur Gruppe der Altgedienten gehört auch Neuer, der mit mehreren Paraden glänzte, die Gegentore durch Martin Hinteregger (53.) und Alessandro Schöpf (69.) aber auch nicht verhindern konnte. Bayern- Vereinskollege Joshua Kimmich brachte die bescheidene Bilanz des Tests von Klagenfurt auf den Punkt: „Außer Manuel Neuer waren fast alle Dinge negativ.“

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