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Ibrahimovic: „Wenn ich will, bin ich dabei“

Deutschlands WM-Gruppengegner Schweden wird das Dauerthema Zlatan Ibrahimovic nicht los. Kommt der Egozentriker für die Endrunde noch einmal zurück? Coach Janne Andersson ist genervt. Das Z-Thema überlagert auch den Test gegen Rumänien.
Von Martin Moravec, Lennart Simonsson und Theresa Münch, dpa

Geht künftig für die Los Angeles Galaxy in den USA auf Torejagd: Zlatan Ibrahimovic. Foto: Jon Shard
Geht künftig für die Los Angeles Galaxy in den USA auf Torejagd: Zlatan Ibrahimovic. Foto: Jon Shard

Craiova.Zlatan Ibrahimovic nervt - und wie! Zumindest bekommt man diesen Eindruck immer mehr bei Schwedens Nationaltrainer Janne Andersson. Die WM in Russland wird für die durchschnittlich besetzten Skandinavier schon schwer genug.

Titelverteidiger Deutschland, Mexiko und Südkorea sind die Hürden in Gruppe F. Und dann plagt die Schweden auch vor dem Test in Craiova gegen Rumänien am Dienstag (20.30 Uhr) die Dauerdebatte um den eigentlich zurückgetretenen Ibrahimovic.

„Ich habe keinen Kontakt mit Spielern, die Nein zur Nationalmannschaft gesagt haben“, stellte Andersson im TV-Sender SVT klar. Er sei schließlich Nationaltrainer und entscheide auch, wer spiele. Die Zeitung „Expressen“ zitierte Andersson mit den Worten: „Für mich gibt es keinen Zweifel daran, dass ich der Nationaltrainer bin und dass ich derjenige bin, der die Mannschaft aufstellt.“

Diese Aussagen klingen extrem genervt. Dem Nationaltrainer geht die Debatte um den besten Fußballer in Schwedens Geschichte jedenfalls mächtig auf den Geist. Zumal Andersson ein Kollektiv um Leipzigs Emil Forsberg geformt hat, das auch ohne Ibrahimovic die Qualifikation für die Endrunde geschafft hat.

Generalsekretär Håkan Sjöstrand sei derjenige, der Kontakt zu dem noch immer schillernden 36 Jahre alten Stürmer habe, erläuterte Andersson. „Aber das ist im Namen des Verbandes, nicht der Nationalmannschaft“, sagte der Coach, dessen Mannschaft zuletzt gegen Arturo Vidals Chilenen 1:2 verlor. Es gehe dabei aber nicht um die Aufstellung, sondern darum, wie es ihm gehe.

Und wie geht es Ibrahimovic? Der Altstürmer wird auf Vereinsebene nach seinem Abschied bei Man United neuerdings in der Major League Soccer für Los Angeles Galaxy auflaufen. Nach einem Knieschaden 2017 hatte er keine größere Rolle mehr im Old Trafford gespielt. Das Kapitel Nationalmannschaft hatte der Exzentriker bei der EM 2016 in Frankreich eigentlich beendet. Nach 15 Jahren, vier Monaten und 23 Tagen, wie „Aftonbladet“ gewissenhaft nachrechnete. Oder: nach vier EM-Teilnahmen und 62 Toren in 116 Länderspielen.

So ganz hat Ibrahimovic die Lust an Schweden trotz des enttäuschenden Aus in der EM-Vorrunde aber doch nicht verloren. „Ibrakadabra“ kokettiert gerne. „Der Haupt-Fokus jetzt ist Galaxy“, beschied der Rekordschütze Schwedens. „Wenn ich mich hier wohlfühle, mache ich den nächsten Schritt. Sie rufen mich jeden Tag an. Fragen mich, wie ich mich fühle, was ich will. Wenn ich mich gut fühle und denke, dass ich so spielen kann, wie ich will, wird die Tür immer offen sein. Das hat nichts mit der anderen Seite zu tun. Wenn ich will, bin ich dabei.“

Ein Ibrahimovic geht eben davon aus, dass er allein entscheidet. Über so eine Ausnahmeerscheinung verfügen nicht viele andere Länder. Südkorea - trotz des früheren Hamburgers und Leverkuseners Heung-Min Son - sowie Mexiko gehören jedenfalls nicht dazu. Die Asiaten müssen nach dem 1:2 gegen Nordirland im nächsten Test gegen Robert Lewandowskis Polen am Dienstag (20.45 Uhr) in Chorzow vor allem ihre Defensive stabilisieren. Die Mexikaner um den Frankfurter Marco Fabián sind erst am Mittwoch in den USA gegen Kroatien gefordert.

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